Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

1.0.0 A L L G E M E I N E S zum Hauptvordruck

Hauptvordruck

Wenn Sie sich die Einkommensteuererklärung - als Metapher - wie eine große Wohnung vorstellen, dann ist der Hauptvordruck der Eingangsbereich mit dem Wohnzimmer. Die weiteren zur Wohnung gehörenden Räume entsprechen den Anlagen zum Hauptvordruck. Als Abstellkammer dient die Anlage Sonstiges.

Es hängt von Ihren steuerlichen Verhältnissen ab, welche Anlagen Sie ausfüllen müssen. 

⇒  Der Formularkopf

Das Wichtigste zuerst: Sie wollen eine Einkommensteuererklärung abgeben. Außerdem können Sie bestimmte Anträge (z. B. Antrag auf Arbeitnehmer-Sparzulage oder Erklärung zur Feststellung des verbleibenden Verlusts) stellen. 

Hauptvordruck

Den Hauptvordruck können Sie mit MEIN ELSTER ® direkt am Bildschirm ausfüllen und zusammen mit den Anlagen versenden.

♦   Weitere Anträge / Zeile 1, 2 und 35

Der Hauptvordruck sieht verschiedene Erklärungsmöglichkeiten vor. Das Ankreuzen des Feldes zur Einkommensteuerklärung / Zeile 1 ist obligatorisch. Wenn Sie noch bestimmte Anträge stellen wollen, kreuzen Sie an:

  • Festsetzung der Arbeitnehmer-Sparzulage / Zeilen 1 und 35

Für Ihre vermögenswirksamen Leistungen zahlt der Staat eine Arbeitnehmer-Sparzulage. Den Antrag dafür stellen Sie, indem Sie im Hauptvordruck das Feld in Zeile 1 ankreuzen und in Zeile 35 des Hauptvordrucks eine >>1<< eintragen. Die Daten zu Ihren vermögenswirksamen Leistungen liegen dem Finanzamt bereits vor (eDaten der mitteilungspflichtigen Stellen).

Hauptvordruck

  • Kirchensteuerfestsetzung / Zeile 2

Hat die Bank für Ihre Kapitalerträge 25 % Kapitalertragsteuer erhoben, aber entgegen der gesetzlichen Verpflichtung keine Kirchensteuer, obwohl Sie einer kirchensteuererhebenden Religionsgemeinschaft angehören, muss die Kirchensteuer nachträglich festgesetzt werden. Der Erklärungspflicht kommen Sie nach, indem Sie in Zeile 2 das Feld ankreuzen und eine Anlage KAP abgeben.

  • Verlustfeststellung / Zeile 2

Liegen Verluste aus einzelnen Einkunftsarten vor, die nicht mit Gewinnen oder Überschüssen aus anderen Einkunftsarten ausgeglichen werden konnten, können Sie einen Antrag auf Feststellung des verbleibenden Verlusts nach § 10d Abs. 4 EStG stellen. Die Verluste können aus dem laufenden Jahr oder bei Verlustvortrag aus Vorjahren stammen. Den Antrag stellen Sie, indem Sie in Zeile 2 das Feld ankreuzen und zusätzlich z. B. die Anlage N abgeben, in der Sie Werbungskosten geltend machen, die zu einem Verlust führen. 

  • Mobilitätsprämie / Zeile 3

Nach § 101 EStG können Steuerpflichtige für die Veranlagungszeiträume 2021 bis 2026 neben der Berücksichtigung der Entfernungspauschalen ab dem 21. vollen Entfernungskilometer als Werbungskosten oder Betriebsausgaben eine Mobilitätsprämie beanspruchen. Bemessungsgrundlage der Mobilitätsprämie sind die berücksichtigten Entfernungspauschalen, begrenzt auf den Betrag, um den das zu versteuernde Einkommen den Grundfreibetrag im Sinne des § 32a Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 unterschreitet; bei Ehegatten, die nach §§ 26, 26b zusammen zur Einkommensteuer veranlagt werden, sind das gemeinsame zu versteuernde Einkommen und der doppelte Grundfreibetrag maßgebend. Bei Steuerpflichtigen mit Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit gilt dies nur, soweit die Entfernungspauschalen im Sinne des Satzes 1 zusammen mit den übrigen zu berücksichtigenden Werbungskosten im Zusammenhang mit den Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit den Arbeitnehmer-Pauschbetrag nach § 9a Satz 1 Nummer 1 Buchstabe a übersteigen. Die Mobilitätsprämie beträgt 14 Prozent dieser Bemessungsgrundlage.

Anlage Mobilitätsprämie 2021

Hintergrund für die Mobilitätsprämie: Der Gesetzgeber erhöht wegen der CO2-Steuer im Rahmen des Bundesklimaschutzgesetzes ab 2021 die Pendlerpauschale für längere Strecken – von 30 auf 35 Cent ab dem 21. Kilometer. Ab 2024 soll sie dann auf insgesamt 38 Cent erhöht werden, ebenfalls ab dem 21. Kilometer.

Allerdings können Geringverdiener, die mit ihrem zu versteuernden Einkommen unterhalb des Grundfreibetrags liegen und deswegen keine Steuern zahlen müssen, von der Erhöhung nicht profitieren. Damit diese nicht leer ausgehen, wurde die sogenannte Mobilitätsprämie ins Leben gerufen. Das sind 14 % der erhöhten Pendlerpauschale, also 4,9 Cent ab dem 21. Kilometer. Die Mobilitätsprämie gibt es aber nur, wenn mit den Fahrtkosten der Arbeitnehmer Pauschbetrag überschritten wird. Die Mobilitätsprämie gilt ab 2021 und ist ebenso wie die erhöhte Pendlerpauschale zunächst bis 2026 befristet.

Tipp Online-Abgabe / Elster unzumutbar?

Die Abgabe der Einkommensteuererklärung online – durch Datenfernübertragung gemäß § 25 Abs. 4 EStG - ist wirtschaftlich unzumutbar (§ 150 Abs. 8 AO), wenn der finanzielle Aufwand für die Einrichtung und Aufrechterhaltung einer Datenfernübertragungsmöglichkeit in keinem wirtschaftlich sinnvollen Verhältnis zu den Gewinneinkünften gem. § 2 Abs. 1 Nrn. 1 bis 3 EStG steht (BFH Urteil vom 16. Juni 2020, VIII R 29/19).