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2.1 Geburtsdatum / Altersentlastungsbetrag / Zeile 8

Hauptvordruck Zeile 8

⇒   Geburtsdatum

Tragen Sie Ihr Geburtsdatum in Zeile 8 ein.

Das Geburtsdatum hat Bedeutung für den Altersentlastungsbetrag, ein Bonus für Senioren ab 64

⇒   Der Altersentlastungsbetrag (§ 24a EStG)

Als Altersentlastungsbetrag werden bei Steuerpflichtigen, die vor Beginn des Kalenderjahres 2005 das 64. Lebensjahr vollendet haben, 40 % des Arbeitslohns und der positiven Summe der übrigen Einkünfte abgezogen – höchstens jedoch 1.900 €.

Diese Prozentsätze und Höchstbeträge werden bis zum Jahr 2040 abgeschmolzen. Einkünfte wie Versorgungsbezüge oder Leibrenten bleiben bei der Bemessung außer Betracht, da sie bereits auf andere Weise steuerlich begünstigt werden (zum Beispiel Versorgungsfreibetrag, Kohorten- oder Ertragsanteilsbesteuerung, Sonderausgabenabzug).

♦  Begünstigte Einkünfte

Der Altersentlastungsbetrag gilt somit für Einkünfte aus aktiver nichtselbständiger Berufstätigkeit, Vermietung und Verpachtung, Renten aus Riester-Altersvorsorgeverträgen, Betriebsrenten und Gewinne aus gewerblicher und freiberuflicher Tätigkeit.

♦   Anspruch und Höhe

Waren Sie Anfang des Veranlagungsjahres 64 Jahre alt, (bezogen auf 2020 geboren vor dem 1.1.1956), erhalten Sie erstmals für 2020 einen Altersentlastungsbetrag. Er beträgt 16.0 % Ihrer begünstigten Einkünfte, höchstens 760 €.

Beispiel: Keine Lust auf Ruhestand

Heribert Muster, Jahrgang 1955, denkt noch nicht daran, seinen Job aufzugeben. In 2020 ist er weiterhin voll berufstätig. Weil er im November 2019 seinen 64. Geburtstag hatte, muss sein Arbeitgeber ab Januar 2020 bei der Berechnung des Nettolohns einen Altersentlastungsbetrag abziehen. Bei einem monatlichen Bruttogehalt von 2.000 € beträgt dieser 16 % von 2.000 € = 320 €, höchstens 63.33 € im Monat.

  • Auszug aus der Tabelle in § 24a EStG

Sowohl der Prozentsatz als auch der Höchstbetrag werden bis zum Jahr 2040 jahrgangsweise auf "Null" abgebaut.

Das auf Vollendung des 64. Lebensj. folgende Kj.  Prozentsatz Höchstbetrag
2018 19.2 % 912 €
2019 17.6 % 836 €
2020 16.0 % 760 €
2021 15.2 % 722 €
2022 14.4 % 684 €
2023 13.6 % 646 €

Wichtig 

Für jeden Geburtsjahrgang (Kohorte) sind die Werte (Prozentsatz und Höchstbetrag) lebenslang unverändert anzuwenden. 

♦   Tipp Zu hohe Abgeltungssteuer?

Abschließend noch ein kleiner Ausflug in die Regelungen zur Abgeltungsteuer. Die Einkünfte aus Kapitalvermögen werden ggfs. durch den Altersentlastungsbetrag vermindert.

Beispiel:

Hans Huber, Jahrgang 1954, verheiratet, ist seit 2017 in Rente. Seine Jahresrente beträgt in 2020 rd. 30.000 €. Damit liegt er oberhalb des Grenzbetrages (28.631 €), von dem ab verheiratete Rentner – mit Splittingtarif - Steuern zahlen müssen, wenn sie ausschließlich Renteneinkünfte haben. Huber muss deswegen eine Steuererklärung abgeben.

Huber hat aber auch noch Kapitalerträge von 2.602 € bezogen, von denen wegen des Sparer-Pauschbetrages 1.602 € steuerfrei sind (§ 20 Abs. 9 EStG). Seine Bank als Schuldner der Kapitalerträge hat vom Restbetrag von 1.000 € Abgeltungsteuer in Höhe 25 % = 250 € abgezogen. Damit ist im Prinzip die Besteuerung der Kapitalerträge abgegolten.

Gleichwohl gibt Huber eine Anlage KAP ab und beantragt in Zeile 4 die sog. Günstigerprüfung. Nunmehr muss das Finanzamt bei der Veranlagung seiner Kapitalerträgen einen Altersentlastungsbetrag in Höhe von 17.6 % berücksichtigen.

Dies bedeutet: Wer die Günstigerprüfung in Anlage KAP Zeile 4 beantragt, wird anstelle der Abgeltungssteuer von 25 % mit Ihrem persönlichen Steuersatz besteuert. Den Antrag sollten Sie aber nur stellen, wenn Ihr persönlicher Steuersatz niedriger ist als 25 %.