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3.4 Dauernd getrennt lebend seit.... / Zeile 15

Hauptvordruck/ Zeile 15

⇒  Dauernd getrennt lebend seit ….

Für die Zusammenveranlagung von Ehepartnern (§ 26b EStG) und für den damit verbundenen günstigen Splittingtarif ist unter anderem Voraussetzung, dass sie nicht dauernd getrennt leben. Wenn Sie dazu in Zeile 15 Angaben machen, werden Sie automatisch einzeln veranlagt (§ 26a EStG) und nach dem weniger günstigen Grundtarif besteuert.

♦  Regelung im Detail

Ehepartner leben dauernd getrennt, wenn die zum Wesen der Ehe gehörende Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft nach dem Gesamtbild der Verhältnisse nicht mehr besteht. Dabei ist unter Lebensgemeinschaft die räumliche, persönliche und geistige Gemeinschaft der Ehepartner, unter Wirtschaftsgemeinschaft die gemeinsame Erledigung der die Ehepartner gemeinsam berührenden wirtschaftlichen Fragen ihres Zusammenlebens, namentlich die gemeinsame Entscheidung über die Verwendung des Familieneinkommens, zu verstehen (BFH 15.06. 1973 – VI R 150/69).

  • Räumliche Trennung steuerlich ohne Bedeutung

Leben die Ehepartner zwar für eine nicht absehbare Zeit räumlich voneinander getrennt, halten sie aber die eheliche Wirtschaftsgemeinschaft dadurch aufrecht, dass sie die sie berührenden wirtschaftlichen Fragen gemeinsam erledigen und gemeinsam über die Verwendung des Familieneinkommens entscheiden, kann dies dazu führen, dass ein nicht dauerndes Getrenntleben anzunehmen ist, die Ehepartner also zusammen veranlagt werden können und damit auch den Splittingtarif erhalten.

Beispiel

Die miteinander verheirateten Steuerzahler haben die Zusammenveranlagung gewählt (Zeile 24). Sie leben zwar räumlich in getrennten Wohnungen, weil das räumliche Zusammenleben sich wegen der unterschiedlichen beruflichen Tätigkeit nur schwer miteinander vereinbaren lässt (Ehefrau ist Ärztin, Ehemann ist Schlosser). Der Arbeitstag der Ehefrau dauert oftmals bis spät abends, während der Ehemann seine Berufstätigkeit bereits morgens um sechs Uhr beginnt.

Gleichwohl leben die Ehepartner unter steuerlichen Gesichtspunkten nicht dauernd getrennt, weil sie nach wie vor gemeinsam die Wirtschaftsführung bestreiten (FG Münster 22.2.2017 – 7 K 2441/15 E).

  • Auswirkungen des Getrenntlebens im Trennungsjahr

Trennen sich Ehepartner im Laufe des Jahres auf Dauer, ist eine Zusammenveranlagung für das Trennungsjahr noch möglich, weil zu Beginn des Jahres die Voraussetzungen nach § 26b EStG vorgelegen haben.

Quelle: § 26a EStG