Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

3.1 Verheiratet seit..../ Zeile 17

Hauptvordruck Zeile 17

⇒   Verheiratet seit ….

Ehepartner, die beide unbeschränkt steuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben, können zwischen den beiden in Zeile 28 genannten Veranlagungsarten (Zusammenveranlagung oder Einzelveranlagung) wählen (§ 26 Abs. 1 EStG). Dies geschieht durch Ankreuzen in Zeile 28. Mit der Zusammenveranlagung ist der Splittingtarif verbunden (§ 32a Abs. 5 EStG).

 

Hauptvordruck

 

♦   Splittingtarif - ein Tag verheiratet genügt

Der Splittingtarif steht Ihnen bereits zu, wenn Sie nur einen Tag im Kalenderjahr verheiratet sind (§ 26 Abs. 1 EStG). Dies bedeutet: Lässt sich ein Paar kurz vor Sylvester trauen, gilt es steuerrechtlich wie für das ganze Jahr verheiratet.

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Das Paar erhält also den Splittingtarif für das ganze Kalenderjahr. Der Splittingvorteil ist besonders hoch, wenn ein Ehepartner keine oder nur geringe Einkünfte bezogen hat.

Sie müssen dazu in der Steuererklärung lediglich im Hauptformular die Zusammenveranlagung ankreuzen und eine gemeinsame Adresse angeben, schon ist alles geritzt. Denn für die Zusammenveranlagung ist lediglich maßgebend, dass die Ehe zu Beginn des Jahres bestanden hat oder im Laufe des Jahres eingegangen wurde.

Als Arbeitnehmer können Sie sich den Splittingvorteil gleich nach der Hochzeit sichern, indem Sie beim Finanzamt entweder die Steuerklassenkombination 3 / 5 oder 4 / 4 beantragen.

Geht eine Ehepartnerschaft in die Brüche, können beide Partner den Splittingvorteil noch einmal im Jahr der Trennung wählen, weil sie zu Beginn des Jahres verheiratet waren und zu Beginn des Jahres nicht dauernd getrennt gelebt haben.

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♦   Lohnt sich Heiraten wegen der Steuer?

Ein steuerlicher Vorteil kann nur Falle der Zusammenveranlagung eintreten und wenn die Einkünfte beider Partner unterschiedlich hoch sind. Beziehen indessen beide ein in etwa gleich hohe Einkünfte, ist der Steuervorteil gleich Null. 

Dazu mehr: ? Suchen anklicken und den Begriff >Einkommensteuertarif< eintragen 

⇒   Traut Euch aus anderen Gründen!

Bürgerlich-rechtliche und steuerrechtliche Vorteile sind gute Argumente für eine Eheschließung. Eine Ehe sichert den Partner finanziell ab, während der Ehe, aber auch bei Tod des Partners, verbunden mit hohen Freibeträgen bei der Erbschaftsteuer.

♦   Die ehelichen Güterstände

Durch Eheschließung entstehen zwischen den Ehepartnern auch vermögensrechtliche Beziehungen, die im ehelichen Güterrecht in Form von bestimmten Güterständen geregelt sind. Die Ehegatten können es bei dem gesetzlichen Güterstand der „Zugewinngemeinschaft“ belassen oder einen der beiden Wahlgüterstände „Gütertrennung“ oder „Gütergemeinschaft“ wählen (§ 1408 BGB).

An der Vermögenslage der Ehepartner ändert sich durch die Heirat zunächst nichts, wenn die Ehepartner als Güterstand die Gütertrennung gewählt haben. Dasselbe gilt für den gesetzlichen (automatischen) Güterstand der Zugewinngemeinschaft, denn auch bei Zugewinngemeinschaft verwaltet jeder Ehepartner sein Vermögen selbst. Ehepartner haften auch nicht für die Schulden, die der andere macht.

Jeder kann während der Ehe über das Vermögen, das er bei der Eheschließung hat, weiterhin allein verfügen. Auch wirtschaftet jeder Ehepartner während der Ehe zunächst in die eigene Tasche.

  • Gütergemeinschaft

Lediglich der Güterstand der Gütergemeinschaft führt zu Gesamtgut der Ehepartner. Für diesen Güterstand interessiert sich der Fiskus deshalb besonders, weil die Ehepartner in diesem Güterstand auch gemeinsame Einkünfte haben können.

Wurde zwischen Ehepartnern die Gütergemeinschaft vereinbart und gehört zum Vermögen eines der Ehepartner ein Gewerbebetrieb, werden die Ehepartner z. B. Mitunternehmer dieses Betriebs (BFH Urteil vom 04.11.1997 - VIII R 18/95). Arbeitsverträge zwischen den Ehepartnern werden dann nicht mehr anerkannt.

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Für die Schulden des Ehepartners zu bürgen, was vielfach auf drängen der Bank vorkommt, die damit einen Kredit absichern will, sollte allerdings gründlich überlegt sein.  

♦   Versorgungsausgleich

Wird die Ehe geschieden, findet Güterstand  der Zugewinngemeinschaft ein sog. Versorgungsausgleich* statt. Dieser kann aber durch einen entsprechenden Ehevertrag verhindert werden (Stichwort >>Modifizierte Zugewinngemeinschaft<<). In einem Ehevertrag können die Ehepartner auch Vereinbarungen zum Trennungsunterhalt treffen, die von den gesetzlichen Vorgaben abweichen können.

*Das Versorgungsausgleichsgesetz (VersAusglG) löst ab 2009 die Regelungen zum Zugewinnausgleich (§ 1378 BGB) ab.