Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

2.1.2 Gesetzliche Rentenversicherung Zeile 6

Anlage Vorsorgeaufwand Zeile 6

Ob sie wollen oder nicht: Ihnen wird als Arbeitnehmer Monat für Monat der Rentenbeitrag vom Brutto­lohn abge­zogen. Der Beitrags­satz liegt derzeit bei 18,6 Prozent des Brutto­lohns. Davon tragen die Arbeitnehmer 9,3 Prozent selbst, 9,3 Prozent trägt der Arbeit­geber. Ein Arbeitnehmer, der 4 000 € brutto im Monat verdient, zahlt davon also 372 € in die Rentenkasse.

Einzahlen müssen Arbeitnehmer jedoch immer nur bis zu einer Höchst­grenze. Diese Beitrags­bemessungs­grenze liegt aktuell bei monatlich 7.100 Euro in West­deutsch­land und 6.700 Euro in Ostdeutsch­land. Auf Lohn, der darüber hinaus fließt, zahlen weder Arbeitnehmer noch Arbeit­geber Rentenbeiträge. Das heißt aber auch, dass die Renten­ansprüche nach oben hin begrenzt sind.

Hier keine eDaten 

♦   Freiwillig in die gesetzliche RV einzahlen

Mit Beiträgen in die gesetzliche Rentenversicherung können Sie auch freiwillig vorsorgen und dadurch  Rentenansprüche erst erwerben oder bestehende Rentenansprüche erhöhen.

Anlass dazu kann sein, wenn Sie eine größere Summe auf einmal erhalten haben, sei es aus einer Lebensversicherung, einer Erbschaft oder einem Fondssparplan. Wenn Sie indessen mit diesem Geld Hinterbliebene oder andere Erben absichern möchten, werden Sie von einer solchen Investition Abstand nehmen.

♦   Wer sollte freiwillig einzahlen?

Besonders angesprochen werden Beschäftigte über 50 Jahre alt, Freiberufler oder Personen im vorzeitigen Ruhestand. Wer zu diesem Personenkreis gehört, in Deutschland wohnt, mindestens 16 Jahre alt ist, noch keine Altersvollrente bezieht und in der gesetzlichen Rentenversicherung nicht versicherungspflichtig ist, kann sich bei der Deutschen Rentenversicherung freiwillig versichern.  Auch Deutsche, die im Ausland wohnen, können freiwillige Beiträge zahlen. Wer indessen bereits Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung zahlt, kann sich  nur in Sonderfällen zusätzlich freiwillig versichern.

Durch die Zahlung freiwilliger Beiträge erhöht sich nicht nur der Rentenanspruch, sondern es können auch Wartezeiten für einen Rentenanspruch erfüllt und in manchen Fällen bereits bestehende Rentenanwartschaften aufrechterhalten werden. So kann, wer trotz Kindererziehung keine fünf Jahre mit Beiträgen belegt hat, durch die Zahlung freiwilliger Beiträge einen Anspruch auf Regelaltersrente erwerben. Auch können Versicherte unter Umständen ihren Versicherungsschutz für den Fall einer Erwerbsminderung durch freiwillige Beiträge sichern.

♦   Zusätzliche winken Steuerersparnisse

Fügen Sie als Nachweis für Ihre Sonderzahlung die "Bescheinigung zur Vorlage beim Finanzamt" der Rentenversicherung bei. Dies ist notwendig, weil die Beiträge nicht automatisch an das Finanzamt gemeldet werden, anders als die über den Arbeitgeber geflossenen gesetzlichen Beiträge.

  • Höchstbeträge für 2021

Für 2021 werden Beiträge zur Basis-Rentenversicherung von insgesamt 25.787 € / 51.574 € (Alleinstehende / Ehepartner) anerkannt. Davon wirken sich 92 % steuermindernd aus.

Mehr erfahren: ? Suchen anklicken und den Begriff >Höchstbeträge für Basis-Rentenversicherungen< eintragen.

Anlage Vorsorgeaufwand

  • Minijob

Dasselbe gilt für Arbeitnehmeranteile, die als Aufstockungsbeträge im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung (Minijob) vom Arbeitnehmer freiwillig gezahlt wurden.  Dazu siehe Zeile 10.

Anlage Vorsorgeaufwand

  • Ergänzung

Lesen Sie dazu auch unter Allgemeine Steuertipps den Beitrag Nr. 03a: Sonderzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung