Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

2.1.4 Private Basis-Rentenversicherung (Rürup) / Zeile 8

Anlage Vorsorgeaufwand / Zeile 8

Die gute alte Kapital-Lebensversicherung hat seit 2005 das Wohlwollen des Gesetzgebers eingebüßt, stattdessen wird die private kapitalgedeckte Rentenversicherung gefördert, auch Rürup-Rente genannt. Damit ist sichergestellt, dass der Steuerzahler im Alter auch tatsächlich Geld zur Verfügung hat, im Gegensatz zur Einmalauszahlung, die schnell verbraucht sein kann.

Die private Rürup-Rentenversicherung bietet Gewerbetreibenden und Freiberuflern die einzige Möglichkeit, mit hohen Steuervorteilen eine Altersversorgung aufzubauen.

Versicherungsbeiträge dazu gehören in  die Zeile 8. Es handelt sich um Basis-Rentenversicherungen. Die Beiträge sind im Rahmen der Höchstbeträge abzugsfähig. Die Beiträge wurden bereits der Steuerverwaltung übermittelt (eDaten), also sind keine Eintragungen vornehmen.

Wichtig zu wissen: Eine Rürup-Rente kann nicht gekündigt werden und es gibt in keinem Fall eine Kapitalzahlung.

⇒    Rentenversicherung: Eine Finanzwette

Versicherungsberater empfehlen gern den Abschluss einer Rentenversicherung. Eine solche Versicherung ist eine schlichte Finanzwette zwischen der Versicherungsgesellschaft und den Versicherungsnehmern.

Gewettet wird, wie lange die tatsächliche Rentenbezugsdauer sein wird. Die sogenannte Sterbetafel per 1.1.2017 weist für Männer z. B. im Alter von 55 Jahren eine durchschnittliche Lebenserwartung von 25.61 Jahren aus. Dementsprechend geht die Versicherungsgesellschaft aus, dass ein männlicher Mittefünfziger, wenn er in diesem Alter einen Rentenvertrag abschließt, nach der Statistik in 25 Jahren im Alter von etwa 80 Jahren das Zeitliche segnet.

Beginnen die Rentenzahlungen lt. Vertrag ab Alter 65, bezieht dieser Zeitgenosse im Schnitt 15 Jahre Rente aus dieser Rentenversicherung.

Stirbt der Versicherte vor Ablauf von 15 Jahren, hat die Gesellschaft mit ihm ein gutes Geschäft gemacht, er hingegen hat verloren, weil er kürzer als erwartet Rente bezogen hat. Lebt er länger, zahlt die Gesellschaft drauf und der Versicherte hat die Finanzwette gewonnen.

Mit weiter steigender Lebenserwartung könnten Sie mit einer Rentenversicherung Gewinner sein. Doch die Assekuranz ist schlau und mächtig. Durch neue Sterbetafeln darf die spätere Rente niedriger ausfallen. Wer letztlich gewinnt ist offen.

Für den Versicherungsberater ist eine Rentenversicherung lukrativ, weil sie ihm eine hohe Abschlussprovision beschert, die aber Ihr Kapital schmälert. Nachteilig ist auch, dass Ihr Geld lebenslang festgelegt ist. Wenn Sie Ihr Geld statt in eine Rentenversicherung in einen Geldmarktfonds stecken, der sich im Schnitt normal  verzinst, haben Sie kapitalmäßig mehr erreicht, weil Sie unnötige Kosten vermeiden. Sie können Ihr Geldmarktkonto beliebig anzapfen oder aufstocken. Sterben Sie, geht das Guthaben in die Erbmasse, ist also nicht – wie bei einem Rentenvertrag in der Auszahlungsphase – verloren.

Beispiel:

Dr. K. hat eine private zertifizierte Rentenversicherung (sog. Rürup-Rente) abgeschlossen, die seine Altersversorgung aus dem kassenärztlichen Versorgungswerk ergänzen soll. Er hat auf diesen Vertrag monatlich 1.000,- € eingezahlt.

Von seinen Aufwendungen in Höhe von 12.000 € sind 92 % (Wert für 2021) = 11.040 € abzugsfähig.  Bei einem Steuersatz von ca. 50 % beträgt die Steuerersparnis 5.520 €. In dieser Höhe trägt der Fiskus zum Aufbau der Altersversorgung des Steuerzahlers bei.

Keine Eintragung, da eDaten

Anlage Vorsorgeaufwand

♦   Alternative: Anlage in Aktien

Sein Steuerberater kommentierte diesen Vorgang so: "Mit einer Zusatzzahlung von 12.000 € in das kassenärztliche Versorgungswerk hätten Sie dasselbe erreicht und über die Jahre hinweg mindestens 5.000 € Gebühren und Verwaltungskosten gespart. Und in den Versorgungswerken werden diese Gelder für heutige Verhältnisse üppiger verzinst als Sie es von einem gewerblichen Versicherungsunternehmen erwarten können, derzeit mit 4 %."

Und er sagt weiter: "Eine Rente können Sie nicht vererben. Wenn Sie jährlich für 12.000 € Aktien kaufen, die eine Dividende von 4 % ausschütten, haben Sie denselben Ertrag und die Aktien bleiben über Ihren Tod hinaus in der Familie."

♦   Rürup-Rente und Riester-Rente, was ist der Unterschied?

Beide sind umgangssprachliche Bezeichnungen nach dem Namen ihrer »Erfinder«. Rürup lockt mit Steuervorteilen, Riester lockt mit einer Sparzulage.

  • Rürup-Rente, die Rente für Gutverdiener

Ein Rürup-Rentenvertrag ist für Gewerbetreibende die einzige Möglichkeit, mit hohen Steuervorteilen für das Alter zu sparen.

Im Gegensatz zur Riester-Rente besteht die Förderung ausschließlich in der steuerlichen Absetzbarkeit der Beiträge als Vorsorgeaufwendungen. Die Förderung der Beiträge entspricht der für Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung.

Ähnlich der gesetzlichen Rentenversicherung sichert die Rürup-Rente frühestens nach dem 60. Lebensjahr eine monatliche Rentenzahlung zu. Eine einmalige Kapitalauszahlung ist ausgeschlossen. Der Vertrag muss noch weitere Voraussetzungen erfüllen: Die Ansprüche dürfen weder vererblich, übertragbar, beleihbar noch veräußerbar sein. Einzelheiten enthält das Kleingedruckte im Vertrag.

  • Riester-Rente, die Zusatzrente für Arbeitnehmer

Die Riester-Rente ist als Zusatzrente insbesondere für pflichtversicherte Arbeitnehmer und Beamte gedacht. Sie beruht auf einem Altersvorsorgevertrag. Die Anleger erhalten Sparzulagen. Besserverdienende Riester-Sparer können ihr zu versteuerndes Einkommen zusätzlich durch Abzug der Beiträge als Sonderausgaben - bis zu 2.100 € jährlich – mindern. Dazu muss die Anlage AV beigefügt werden.