Helfer in Steuersachen

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06.8 Beitragsrückerstattung / Bonus / Zeile 14

Anlage Vorsorgeaufwand / Zeile 14

⇒   Beitragsrückerstattung / Bonuszahlung

Wer im Hinblick auf die Beitragsrückerstattung Krankheitskosten nicht mit der Kasse abrechnet, kann für die Krankheitskosten keine außergewöhnliche Belastungen geltend machen (FG Rheinland-Pfalz vom 31.01.2012 – 2 V 1883 / 11).

Die rückerstatteten Beiträge mindern außerdem die abziehbaren Vorsorgeaufwendungen, was zu einer Steuererhöhung führt.

Was letztendlich günstiger ist, lässt sich zunächst nur schwer herausfinden. Da Arzt- und Rezeptrechnungen auch noch nach Ablauf des jeweiligen Jahres eingereicht werden können, können Sie für die Einkommensteuererklärung eine Vergleichsberechnung durchführen. Sie können sozusagen selbst eine »Günstigerprüfung« vornehmen und dabei entscheiden, was vorteilhafter ist, Arzt- und Rezeptrechnungen abzurechnen oder nicht. Sie können Ihre Entscheidung auch noch treffen, wenn Sie den Steuerbescheid bereits in den Händen halten, indem Sie Einspruch einlegen und die günstigere Variante beantragen.

♦   Tipp Keine Verrechnung von Bonuszahlungen

Die von einer gesetzlichen Krankenkasse gewährte Geldprämie (Bonus) für gesundheitsbewusstes Verhalten (§ 65a SGB V) mindert nicht die geleisteten Beiträge (BFH Urteil vom 06. Mai 2020, X R 30/18).

Im Streitfall hat der Stpfl. für den Nachweis folgender geförderter Maßnahmen und Verhaltensweisen einen Bonus erhalten: Gesetzlicher Impfstatus 5 €, gesetzliche Zahnvorsorge 10 €, Mitgliedschaft im Sportverein/Fitness-Studio 50 €, Sportveranstaltung 25 €, Nichtraucherstatus 25 €, zusammen 115 €. Eine Verrechnung der Bonusleistung mit regelmäßigen Beiträgen ist nicht zulässig

Eine Beitragserstattung mindert zwar nach § 10 Abs. 4b EStG die geleisteten regelmäßigen Beiträge. Die Bonuszahlung ist indessen als eine hiervon losgelöste Leistung zu werten.