Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

1.1.3 Tipp Versicherungen, die man braucht

Anlage Vorsorgeaufwand

Welche Versicherungen braucht man im Leben und welche nicht? Schwierige Frage, aber aus der Höhe der steuerlichen Förderung lässt sich ableiten, was zumindest der Steuergesetzgeber dazu meint.  

Dabei wird unterstellt, dass der Gesetzgeber im Interesse seiner Bürger eine gewisse Fürsorge walten lässt und nur solche Versicherungen fördert, die wichtige Risiken für die Daseinsvorsorge abdecken.  Daraus lässt sich eine Rangliste erstellen:  

  • Nr. 1 der Rangliste: Basis-Krankenversicherung und Pflegeversicherung

Am meisten begünstigt der Gesetzgeber Beiträge zur Basis-Krankenversicherung und zur gesetzlichen Pflegeversicherung. Die Beiträge sind in voller Höhe abzugsfähig (§ 10 Abs. 1 Nr. 3 EStG), weil jeder eine Krankenversicherung und eine Pflegeversicherung braucht. Wie sagt man leichthin: "Alle Wünsche werden klein gegen den gesund zu sein". 

  • Nr. 2 Rangliste: Basis-Rentenversicherungen

An zweiter Stelle folgen die Basis-Rentenversicherungen. Begünstigt sind Beiträge zu den gesetzlichen Rentenversicherungen, zur landwirtschaftlichen Alterskasse, zu berufsständischen Versorgungseinrichtungen und zu privaten kapitalgedeckten Rentenversicherungen / Rürup-Rente (§ 10 Abs. 1 Nr. 2 EStG). Hier gelten großzügige Höchstbeträge.

Basis-Rentenversicherungen schützen die Bürger vor Armut im Alter, sie schützen aber auch den Staat davor, dass die Bürger ihm im Alter zur Last fallen.

  • Nr. 3 der Rangliste: Sonstige Versicherungsbeiträge

An dritter Stelle folgen die sonstigen Versicherungsbeiträge. Hierbei handelt es sich um Beiträge zu Wahlleistungen für die Kranken- und Pflegeversicherung, Beiträge zu Versicherungen gegen Arbeitslosigkeit, zu privaten Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherungen, zu privaten Unfallversicherungen, zu Haftpflichtversicherungen sowie zu Risikolebensversicherungen, die nur für den Todesfall eine Leistung vorsehen (§ 10 Abs. 1 Nr. 3a EStG). Die Beiträge zu diesen Versicherungen sind zwar abzugsfähig, es gelten indessen niedrige Höchstbeträge.

Der Gesetzgeber lässt hier Zweifel an der Notwendigkeit dieser Versicherungen erkennen, indem er nur sehr "mickrige" Höchstbeträge vorsieht. Außerdem wirken sich die Beiträge in der überwiegenden Zahl der Fälle steuerlich gar nicht aus, da der Höchstbetrag bereits durch die Beiträge zur Basis-Kranken- und Pflegeversicherung "verbraucht" ist (§ 10 Abs. 4 Satz 4 EStG).           

  • Nr. 4 der Rangliste: Weitere Versicherungsbeiträge

An letzter Stelle der Rangliste stehen die nicht geförderten Beiträge in eine Hausrat-Versicherung, in eine Kfz-Kasko-Versicherung und in eine Rechtschutz-Versicherung. Die Beiträge sind nicht abzugsfähig, weil diese Versicherungen nicht in § 10 EStG als Sonderausgaben aufgeführt sind.

"Der Verlust materieller Gegenstände lässt sich verschmerzen, eine Versicherung gegen Verlust erscheint überflüssig", so die offensichtliche Meinung des Gesetzgebers. 

Desgleichen sind nicht abzugsfähig Beiträge zu Lebensversicherungen, die bei Fälligkeit keine Rentenleistungen vorsehen, also kapitalisierbar sind (§ 10 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 EStG). 

Bei einer kapitalisierbaren Rentenversicherung befürchtet der Gesetzgeber, dass der Steuerpflichtige sich bei Fälligkeit den Kapitalwert der Rentenversicherung auszahlen lässt und verbraucht und damit im Alter der Allgemeinheit zur Last fallen könnte (Verbrauch durch Finanzierung einer lang ersehnten Weltreise oder eines schicken Wohnmobils). Es werden deshalb nur noch Rentenversicherungen gefördert, die im Alter die Zahlung einer Rente vorsehen, keine Kapitalauszahlung.