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Anlage Vorsorgeaufwand

Die Anlage Vorsorgeaufwand ist vorgesehen für Beiträge zur Altersvorsorge und zu sonstigen Vorsorgeaufwendungen (§ 10 Abs. 1 Nr. 2-3a EStG). Ehepartner, die zusammen veranlagt werden, geben eine gemeinsame  Anlage Vorsorgeaufwand  ab.

⇒   Hauptvordruck + Anlage Vorsorgeaufwand

Bestimmte Vorsorgeaufwendungen gehören zur Mindestvorsorge, der man sich nicht entziehen kann, wie z. B. zur Basis-Krankenversicherung und zur gesetzlichen Pflegeversicherung.  

Bei Abgabe einer Einkommensteuererklärung gesellt sich somit automatisch zum Hauptvordruck die Anlage Vorsorgeaufwand, weil jeder zumindest Beiträge zur Basis-Krankenversicherung leistet (Zeile 11-36). Es sei denn, ein anderer als der Steuerpflichtige hat als Versicherungsnehmer die Zahlung der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung übernommen (Zeile 40-44).   

Zu den Vorsorgeaufwendungen gehören auch Riester-Beiträge (§ 10a EStG). Für Beiträge zu Riester-Verträgen benötigen Sie die  Anlage  AV. 

  • Beiträge zur Altersvorsorge (Zeile 4-10)

Hier sind alle Versicherungsbeiträge einzutragen, aus denen sich ein späterer Rentenanspruch ergibt, z. B. der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung oder Einzahlungen in private (Rürup-)Rentenversicherungen oder in berufsständische Versorgungseinrichtungen.

Tipp Vorsorgeaufwendungen steuerbegünstigt

Der Gesetzgeber fördert den Abzug von Beiträgen zur Basis-Altersvorsorge durch großzügige Höchstbeträge. Mehr erfahren: ? Suchen anklicken und den Begriff >Höchstbeträge für Basis-Rentenversicherungen< eintragen

  • Kranken- und Pflegeversicherungen (Zeile 11–44)

Die Beiträge in eine gesetzliche Krankenversicherung (z. B. als Arbeitnehmer bzw. Selbstständiger oder Rentner) sind in Zeile 11-22 oder in eine private Krankenversicherung (z. B. als Beamter, Richter, Selbstständiger) in Zeile 23-36 einzutragen. Hier werden auch die Krankenversicherungsbeiträge für andere Personen (z. B. für Kinder, für die Sie kein Kindergeld erhalten oder Eltern) eingetragen, sofern Sie der Versicherungsnehmer sind.

Tipp Basis-Krankenversicherung in voller Höhe abzugsfähig

Beiträge zur Basis-Krankenversicherung und zur gesetzlichen Pflegeversicherung sind Aufwendungen der Mindestvorsorge, denen man sich nicht entziehen kann. Diese Aufwendungen sind nach dem Willen des Gesetzgebers in unbegrenzter Höhe abzugsfähig (§ 10 Abs. 1 Nr. 3a und b EStG).

  • Weitere sonstige Vorsorgeaufwendungen (Zeile 45–50)

Tragen Sie hier alle anderen begünstigten Versicherungsbeiträge, z. B. für Wahlleistungen bei Krankheit, Arbeitslosen-, Haftpflicht-, private Unfallversicherung, Risiko- oder Berufsunfähigkeitsversicherungen ein. 

Im Einzelfall keine Eintragung erforderlich

Leider wirken sich die hier einzutragenden Beiträge in der überwiegenden Zahl der Fälle steuerlich nicht aus, da der Höchstbetrag für sonstige Vorsorgeaufwendungen meistens bereits durch die Beiträge zur Basis-Kranken- und Pflegeversicherung "verbraucht" ist (§ 10 Abs. 4 Satz 4 EStG). Der Höchstbetrag beträgt pro Jahr max. 1.900 / 2.800 € (Alleinstehende, Ehepartner doppelter Betrag). Wenn der Höchstbetrag offensichtlich überschritten ist, können Sie Zeile 45-50 offen lassen. 

  • Ergänzende Angaben zu Vorsorgeaufwendungen (Zeile 51-56)

Die Eintragungen sind wichtig für die Berechnung der abzugsfähigen Altersvorsorgeaufwendungen.

Für den Abzug der weiteren sonstigen Vorsorgeaufwendungen sind Höchstbeträge von 1.900 / 3.800 € bzw. 2.800 / 5.600 € (Alleinstehende / Ehepartner) vorgesehen. Welcher von den Höchstbeträgen das Finanzamt berücksichtigt, wird durch die Angaben in Zeile 51-56 gesteuert.

♦   eDaten 

Daten für die mit gekennzeichneten Zeilen werden von den mitteilungspflichtigen Stellen (z. B. Arbeitgeber, Krankenversicherungsunternehmen) elektronisch an Ihr Finanzamt übermittelt. Sie müssen diese Daten nicht mehr in die mit gekennzeichneten Zeilen / Bereiche der Anlage Vorsorgeaufwand eintragen. Möchten Sie von diesen Daten abweichen oder hat Ihr Arbeitgeber die Daten nicht elektronisch übermittelt und Ihnen stattdessen eine „Besondere Lohnsteuerbescheinigung“ für das Kalenderjahr ausgehändigt, sind die Eintragungen weiterhin vorzunehmen. Das Gleiche gilt, wenn Ihre Versicherung die Daten nicht elektronisch übermittelt und Ihnen selbst die „Bescheinigung zur Vorlage beim Finanzamt“ über die geleisteten Beiträge erteilt hat.