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01 Riester-Sparen / Altersvorsorgebeiträge

Anlage AV

⇒   Sonderausgaben durch Riester-Sparen

Das Riester-Sparen wird entweder durch eine Riester-Sparzulage oder durch den Abzug der Sparbeiträge als Sonderausgaben gefördert.

Wenn Sie für die Beiträge in einen Riester-Vertrag prüfen lassen möchten, was günstiger ist, die Sparzulage oder der Abzug als Sonderausgeben, müssen Sie die Anlage AV ausfüllen. Für die Sparzulage ist kein besonderer Antrag erforderlich.

Die Anlage AV können Sie mit MEIN ELSTER® direkt am Bildschirm ausfüllen und zusammen mit dem Hauptvordruck versenden.

♦   Altersvorsorgebeiträge für eine Riester-Rente

 

Mit der Riester-Rente wurde ein Modell der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge aus der Taufe gehoben, um einige der Lücken zu stopfen, die sich künftig bei der gesetzlichen Altersvorsorge ergeben werden.

Der Aufbau dieser freiwilligen privaten Altersvorsorge oder betrieblichen Altersversorgung wird durch steuerliche Maßnahmen gefördert (§ 10a EStG). Für die Inanspruchnahme der steuerlichen Förderung ist es ausreichend, wenn im Laufe des Jahres begünstigte Altersvorsorgebeiträge gezahlt wurden, eine unmittelbare oder mittelbare Förderberechtigung vorlag und ein Antrag auf steuerliche Förderung durch Abgabe einer Anlage AV gestellt wird.

  • Lohnt es sich, einen Riester-Vertrag abzuschließen?

Das Riester-Sparen ist in den  letzten Jahren in die Kritik geraten. In der derzeitigen Niedrigzinsphase lohnt sich ein Abschluss nur, wenn der Aufbau eines Riester-Kontos weitgehend durch staatliche Zulagen erfolgt. So erhält ein Alleinstehender im Minijob mit drei Kindern bei einer monatlichen Sparrate von 5 € staatliche Zulagen in Höhe von jährlich (Grundzulage 175 € + drei Kinderzulagen von je 300 € =) 1.075 € (§§ 84 und 85 EStG). Da sollte man nicht zögern, einen Vertrag abzuschließen, denn die Zulagen sind praktisch geschenkt.

  • Wozu Riester sonst noch taugt

Bei dem Wort Riester denkt man sogleich an Rente. Es gibt aber auch Wohn-Riester, d. h. die Nutzung eines Riester-Vertrag, um eine Wohnimmobilie zu finanzieren (§ 92a EStG), man kann sich aber auch bis zu 30 % des zu Beginn der Auszahlungsphase zur Verfügung stehenden Kapitals in einer Summe auszahlen lassen (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 Buchstabe a und b AltZertG).

 

♦   Kombisystem: Sparzulage oder Abzug als Sonderausgaben

Die Altersvorsorge nach Riester erfolgt in einem Kombisystem.

  • System 1: Riester-Sparzulage

In Abhängigkeit von den geleisteten Altersvorsorgebeiträgen wird eine Zulage gezahlt, die sich aus einer Grundzulage (§ 84) EStG und einer Kinderzulage (§ 85 EStG) zusammensetzt. Die Zulagen müssen Sie bei Ihrem Anbieter (z. B. einem Versicherungsunternehmen / wie Allianz-Versicherungs-AG) beantragen. Sie können dem Anbieter aber auch einen Auftrag zum Dauerzulageantrag erteilen.  Die Zulagen werden nicht ausgezahlt, sondern vom Anbieter zusammen mit den laufenden Beiträgen Ihrem Altersvorsorgevertrag gutgeschrieben. In Ihrer Steuererklärung müssen Sie dazu nichts veranlassen. Die Gutschriften werden vollautomatisch vorgenommen, der elektronischen Datenübermittlung zwischen Fiskus und Anbieter sei dank.

Für die Gewährung der Altersvorsorgezulage nach Abschnitt XI des Einkommensteuergesetzes ist das Bundeszentralamt für Steuern zuständig (§ 5 Abs. 1 Nr. 18 f Finanzverwaltungsgeetz).

  • eDaten durch mitteilungspflichtige Stelle an die Steuerverwaltung

Der Anbieter Ihres Altersvorsorgevertrags (mitteilungspflichtige Stelle) übermittelt die zu berücksichtigenden Altersvorsorgebeiträge unter Angabe der Vertragsdaten, der Identifikationsnummer und der Zulage- oder Sozialversicherungsnummer per Datenfernübertragung an die Steuerverwaltung.

Für die Riester-Sparzulage ist daher ist eine Angabe der Altersvorsorgebeiträge in Ihrer Einkommensteuererklärung nicht erforderlich.

Die Grundzulage beträgt jährlich 175 €.  Förderberechtigte, die zu Beginn des Beitragsjahres das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, erhalten eine einmalige, um 200 € erhöhte Grundzulage als Berufseinsteiger-Bonus.

Anspruch auf Kinderzulage besteht für jedes Kind, für das für mindestens einen Monat im Beitragsjahr Kindergeld an den Zulageberechtigten ausgezahlt worden ist.

Die Kinderzulage beträgt 185 € je Kind. Für ein ab 2008 geborenes Kind erhöht sich die Kinderzulage auf 300 € (§ 85 EStG).

  • System 2: Abzug als Sonderausgaben

Darüber hinaus können Sie mit der Anlage AV einen zusätzlichen Sonderausgabenabzug geltend machen (§ 10a EStG). Dazu muss der Steuererklärung die Anlage AV (Altersvorsorge) beigefügt werden. Eine Bescheinigung des Anbieters muss nicht beigefügt werden, da die erforderlichen Daten durch elektronische Datenübermittlung der Finanzverwaltung vorliegen (§ 10a Abs. 2a EStG).

Mit Abgabe der Anlage AV wird für alle übermittelten Altersvorsorgebeiträge der zusätzliche Sonderausgabenabzug geltend gemacht, der auf 2.100 € begrenzt ist.  Gehören beide Ehepartner zum unmittelbar begünstigten Personenkreis, steht der Sonderausgabenabzug bis 2.100 € jedem Ehegatten gesondert zu. Es kommt nicht darauf an, wer die Altersvorsorgebeiträge - auf den gemeinsamen Altersvorsorgevertrag - geleistet hat. Die Begrenzung auf den Höchstbetrag ist aber für jeden Ehegatten gesondert zu beachten.

Haben Sie mehrere Altersvorsorgeverträge und wollen Sie nicht für alle Verträge den zusätzlichen Sonderausgabenabzug geltend machen, nehmen Sie bitte Eintragungen in den Zeilen 31 bis 48 vor. Wünschen Sie insgesamt, also für alle übermittelten Altersvorsorgeverträge, keinen Sonderausgabenabzug, dann geben Sie bitte die Anlage AV nicht ab.

Während die Sparzulage direkt dem Vertrag gutgeschrieben wird, fließt die darüber hinausgehende steuerliche Förderung nicht in den Vertrag ein, sondern steht dem Sparer frei zur Verfügung

Anlage AV

♦   Günstigerprüfung

Bei der Bearbeitung Ihrer Einkommensteuererklärung und bei Vorliegen der Anlage AV prüft das Finanzamt, was Günstiger ist, die Inanspruchnahme der Altersvorsorgezulage oder die steuerliche Förderung in Form eines Sonderausgabenabzugs.

 

Stellt sich heraus, dass der Sonderausgabenabzug günstiger ist, werden Ihre gesamten Aufwendungen einschließlich Ihres Anspruchs auf Zulage bis zum Höchstbetrag von 2.100 € als Sonderausgaben

berücksichtigt.

 

Während die Sparzulage direkt dem Vertrag gutgeschrieben wird, fließt die darüber hinausgehende steuerliche Förderung nicht in den Vertrag ein, sondern steht dem Sparer über den Steuerbescheid frei zur Verfügung.

 

Die zusätzliche Steuervergünstigung erhalten Sie somit vom Finanzamt. Damit es nicht zu einer Doppelvergünstigung kommt, wird die erhaltene Zulage der Einkommensteuer hinzugerechnet.

Bei einem persönlichen Steuersatz von z. B. 30 % beträgt der Steuervorteil (30 % von 2.100 € =) 630 € (Alleinstehende) / 30 % von 4.200 € =) 1.260 € (zwei Verträge / doppelverdienende Ehepartner).

Ergebnis: Die Zulage landet auf Ihrem Sparkonto, das der Anbieter für Sie führt. Nur die zusätzliche Steuerersparnis durch den Sonderausgabenabzug wird über den Steuerbescheid ausgezahlt bzw. mit einer Steuernachforderung verrechnet. 

♦   Vorsorgeaufwendungen in der Anlage Vorsorgeaufwand

Sofern Sie die Altersvorsorgezulage bei Ihrem Anbieter nicht beantragen und den vorstehend beschriebenen zusätzlichen Sonderausgabenabzug nicht geltend machen, besteht die Möglichkeit, bestimmte Altersvorsorgebeiträge im Rahmen von Höchstbeträgen als Vorsorgeaufwendungen zu berücksichtigen. Diese sind in der Anlage Vorsorgeaufwand geltend zu machen.

 

♦   Ehepartnerregelung

Bei der Zusammenveranlagung von Ehepartnern, die beide zum unmittelbar begünstigten Personenkreis gehören, steht der Sonderausgabenabzug bis 2.100 € jedem Ehepartner gesondert zu. Es ist allerdings nicht möglich, den von einem Ehepartner nicht ausgeschöpften Sonderausgaben-Höchstbetrag auf den anderen Ehepartner zu übertragen.

Gehört nur ein Ehepartner zum begünstigten Personenkreis und ist der andere Ehepartner mittelbar begünstigt. Es werden mindestens 60 € der übermittelten Altersvorsorgebeiträge des mittelbar begünstigten Ehepartners beim Sonderausgabenabzug des unmittelbar begünstigten Ehepartners berücksichtigt. Darüber hinausgehende Altersvorsorgebeiträge des mittelbar begünstigten Ehepartners werden nur berücksichtigt, soweit der dem unmittelbar begünstigten Ehepartner zustehende Höchstbetrag noch nicht ausgeschöpft ist.

 

♦   Höhe der Besteuerung

Die späteren Leistungen aus der steuerlich geförderten Altersvorsorge unterliegen in vollem Umfang der Besteuerung, soweit sie auf staatlich gefördertem Altersvorsorgevermögen beruhen.

Die gleichen Möglichkeiten bestehen auch für individuell besteuerte (nicht: pauschal versteuerte oder steuerfreie) Beiträge, die zum Aufbau einer kapitalgedeckten betrieblichen Altersversorgung an einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse (z. B. Pflichtbeiträge des Arbeitnehmers zum Kapitaldeckungsverfahren im Abrechnungsverband Ost der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder [VBL]) oder eine Direktversicherung gezahlt werden, wenn diese Einrichtungen dem Begünstigten eine lebenslange Altersversorgung gewährleisten.

 

♦   Altersvorsorgevertrag / Konto

Die Beiträge und die Zulagen werden dem Konto des Zulageberechtigten bis zum Beginn der Auszahlungsphase gutgeschrieben (§ 82 EStG). Die späteren Leistungen in der Auszahlungsphase werden dem Konto des Zulageberechtigten entnommen.

 

Tipp Riester für Familien und Minijobber ein Muss

Die Riester-Rente lohnt sich besonders für Familien mit Kindern. Zusätzlich zur Grundzulage der Eltern von je 175 € steht ihnen für jedes Kind eine Kinderzulage von 185 € zu, für die ab 2008 geborenen Kinder sogar 300 €. Die Kinderzulage erhalten die Eltern zwar nicht während der gesamten Spardauer, aber immerhin solange sie Kindergeld beziehen.

Auch Minijobber können die Riester-Förderung in Anspruch nehmen. Schon mit einer Sparleistung von 5 € im erhalten Mini-Jobber die vollen Zulagen.  

⇒   Riester im System der Altersvorsorge

Riester gehört zum System der Altersvorsorge in Deutschland.

Grundlage der Altersversorgung der Arbeitnehmer ist die gesetzliche Rentenversicherung. Sie wird ergänzt durch Maßnahmen der betrieblichen Altersversorgung und der privaten Altersvorsorge. Insgesamt gibt es sieben Möglichkeiten / Wege. Hinzu kommt das Bausparen nach dem Wohnungsbau-Prämiengesetz.

Mit dem Gehalt für November kommt auch das Weihnachtsgeld aufs Konto, ein Anlass zu prüfen, davon einen Teil in die Altersvorsorge zu investieren.

♦   Übersichten

  • Geförderte Altersvorsorge

Die "Altersvorsorge" umfasst Versorgungsleistungen, die vom Eintritt biologischer Ereignisse abhängig sind, insbesondere vom Erreichen der Altersgrenze, vom Eintritt der Invalidität und Tod (§ 1 BetrAVG).

Arten der Altersvorsorge Art der Förderung Quelle
1. Gesetzliche Altersvorsorge Vorsorgeaufwendungen § 10 Abs. 1 Nr. 2 EStG
    Gesetzliche Rentenversicherung    
    Berufsständische Versorgungskassen    
2. Betriebliche Altersvorsorge    
    Lohn-/ Entgeltumwandlung Steuerfreier Arbeitslohn § 3 Nr. 63 EStG
    Pensionszusage Pensionsrückstellung § 6a EStG
3. Private Altersvorsorge    
    Vermögenswirksame Leistungen Arbeitnehmer-Sparzulage 5. VermBG
    Prämien-Bausparen Bausparprämie WoPG

   Private Rentenversicherung

a) Reine private Rentenversicherung

b) Rürup-Rente

c) Riester-Rente

Zu a) Keine steuerliche Förderung Zu b) Abzug als Vorsorgeaufwendungen Zu c) Sparzulagen und Abzug als Vorsorgeaufwendungen

 Zu b) § 10 Abs. 1 Nr. 2 EStG

Zu c) § 10a EStG, §§ 79 ff EStG

 

  • Ungeförderte Altersvorsorge
  • Private Rentenversicherungen (Lebenslange Leibrenten, die nicht unter § 22 Nr. 1 Satz 3, Buchst. a, Doppelbuchst. aa EStG bzw. unter § 22 Nr. 5 EStG fallen). Es sind Renteneinkünfte, die mit dem Ertragsanteil besteuert werden .
  • Lebensversicherungen mit Verrentungsoption (Kapitalbildende Versicherungen auf den Erlebens- oder Todesfall, die bei Risikoeintritt nur eine Leistung in Höhe der angesammelten und verzinsten Sparanteile zuzüglich einer Überschussbeteiligung vorsehen),  unterliegen der Besteuerung nach § 20 Abs. 1 Nr. 6 EStG / Einkünfte aus Kapitalvermögen.

⇒   Riester als betriebliche Altersversorgung

In die Riester-Förderung einbezogen sind unter bestimmten Voraussetzungen Aufwendungen im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung, soweit sie über Pensionsfonds, Pensionskassen oder Direktversicherungen durchgeführt wird (§ 82 Abs.2 EStG). Allerdings wird davon wenig Gebrauch gemacht, weil die Förderung der betrieblichen Altersversorgung  (§ 3 Nr. 63 und § 40 b EStG) für die Steuerzahler günstiger ist. Die betriebliche Altersversorgung nach § 3 Nr. 63 EStG sieht vor, dass Beiträge zu Pensionsfonds, Pensionskassen oder in eine Direktversicherung bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze steuerfrei sind. Für darüber hinausgehende steuerpflichtige Direktversicherungsbeiträge wird der Arbeitgeber im Normalfall die Lohnsteuer pauschal mit 20 % erheben (§ 40 b EStG).

Üblich ist somit das private Riester-Sparen plus gesonderte steuerfreie betriebliche Altersversorgung nach § 3 Nr. 63 EStG.

  • Besteuerung als Rente

Die späteren Leistungen in Form der Riester-Rente unterliegen in vollem Umfang der Rentenbesteuerung (§ 22 Nr. 5 EStG). Man spricht von nachgelagerter Besteuerung. Die Versteuerung in vollem Umfang hat zur Folge, dass die auf dem Kapitalkonto anfallenden Zinsen nicht als Kapitalerträge steuerpflichtig sind.

⇒   Förderung durch Wohn-Riester

Neben den klassischen Altersvorsorgeverträgen gibt es zwei weitere Formen von förderfähigen Altersvorsorgeverträgen: Zahlungen zum Erwerb von weiteren Genossenschaftsanteilen für die Altersvorsorge und Tilgungsleistungen zugunsten zertifizierter Darlehensverträge für selbst genutztes Wohneigentum.

Außerdem können Sie das in einem Altersvorsorgevertrag angesparte geförderte Altersvorsorgevermögen bis zum Beginn der Auszahlungsphase des Vertrags für folgende wohnungswirtschaftliche Zwecke verwenden, wobei Ihnen dadurch die Förderung nur teilweise oder gar nicht verloren geht und ohne dass für Sie eine Pflicht zur Rückzahlung des entnommenen Betrags besteht:

  1. Unmittelbar für die Anschaffung oder Herstellung einer begünstigten Wohnung oder zur Tilgung eines zu diesem Zweck aufgenommenen Darlehens
  2. Für den Erwerb von Pflicht-Geschäftsanteilen an einer eingetragenen Genossenschaft für die Selbstnutzung einer Genossenschaftswohnung oder zur Tilgung eines zu diesem Zweck aufgenommenen Darlehens
  3. Für die Finanzierung eines barrierereduzierenden Umbaus einer begünstigten Wohnung

In den ersten beiden genannten Fällen müssen mindestens 3.000 Euro entnommen werden.

Wird nicht das gesamte in einem Altersvorsorgevertrag angesparte, geförderte Altersvorsorgevermögen entnommen, müssen mindestens 3.000 Euro im Vertrag verbleiben.

Für den barrierereduzierenden Umbau muss das dafür entnommene Altersvorsorgevermögen

  • mindestens 6.000 Euro betragen, wenn der Umbau innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren nach der Anschaffung oder Herstellung der Wohnung vorgenommen wird oder
  • mindestens 20.000 Euro für spätere Umbauten betragen. Eine begünstigte Wohnung ist
  • eine Wohnung in einem eigenen Haus (dies kann auch ein Mehrfamilienhaus sein)
  • eine eigene Eigentumswohnung
  • eine Genossenschaftswohnung einer in das Genossenschaftsregister eingetragenen Genossenschaft oder
  • ein eigentumsähnliches oder lebenslanges Dauerwohnrecht

Die Wohnung muss von Ihnen selbst genutzt werden. Sie muss

  • in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder
  • in einem Staat, auf den das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum anwendbar ist, liegen und mit dem Beginn der Selbstnutzung Ihre Hauptwohnung oder der Mittelpunkt Ihrer Lebensinteressen sein. Sie müssen nicht Alleineigentümer oder Alleinnutzer der Wohnung sein.

Die Einbeziehung der selbst genutzten Wohnimmobilie in die Riester-Förderung wird umgangssprachlich als " Wohn-Riester " bezeichnet. Bis zum Beginn der Auszahlungsphase kann dabei das geförderte Altersvorsorgevermögen z. B. für die Anschaffung und Herstellung von selbst genutztem Wohneigentum (nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten sind mit zu berücksichtigen), verwendet werden, ohne dass die Rechtsfolgen einer schädlichen Verwendung eintreten.

Nachgelagerte Versteuerung

Dem Prinzip der Förderung in der Ansparphase und der späteren nachgelagerten Besteuerung folgt auch Wohn-Riester. Nur wird bei Wohn-Riester im Alter nicht eine Rente besteuert, vielmehr das in die Finanzierung der selbst genutzten Immobilie eingeflossene steuerlich geförderte Altersvorsorgekapital, welches in einem sog. Wohnförderkonto erfasst wird. Zusätzlich wird dieses Konto um eine Verzinsung von jährlich 2 % erhöht.

Der sich daraus ergebende Betrag wird ab einem bestimmten Alter zwischen dem 60. und 68 Lebensjahr in monatlichen Raten als Einkommen bis zum 85. Lebensjahr versteuert, also bis zum 85. Lebensjahr bis auf 0 € zurückgeführt.

Wird die geförderte Immobilie von dem Riester-Sparer durch Verkauf aufgegeben, ist der restliche Betrag auf dem Wohnförderkonto sofort in voller Höhe zu versteuern. Dies gilt auch bei Tod des Riester-Sparers.

Dies bedeutet: Wenn ein Anleger verstirbt und das geförderte Altersvorsorgevermögen an die Erben ausgezahlt wird, ist der restliche Betrag auf dem Wohnförderkonto von den Erben zu versteuern.

⇒ Vorzeitige (schädliche) Verwendung

Bei vorzeitiger (schädlicher) Verwendung des Vorsorgekapitals sind die Zulagen bzw. die zusätzlichen Steuereinsparungen zurückzuzahlen (§ 93 EStG). Erlaubt sind nur sogenannte Zwischenentnahmen aus dem im Vertrag angesammelten geförderten Kapital zum Erwerb einer eigenen zu Wohnzwecken dienenden Wohnung, jedoch unter der Verpflichtung, das entnommene Kapital kontinuierlich bis zum regulären Rentenbeginn (Vollendung des 65. Lebensjahrs) wieder einzuzahlen.

⇒   Riester-Guthaben übertragen

Stirbt ein Riester-Sparer vor Rentenbeginn, kann sein Ehepartner das Kapital des Verstorbenen auf sein eigenes Riester-Konto übertragen lassen. Dazu bedarf es eines besonderen Antrags bei der Riester-Zulagenstelle. Hat der Hinterbliebene keinen Riester-Vertrag, kann er noch einen abschließen und so die Förderung retten.

Stirbt ein Riester-Sparer vor Rentenbeginn, kann sein Ehepartner das Kapital des Verstorbenen auf sein eigenes Riester-Konto übertragen lassen. Dazu bedarf es eines besonderen Antrags bei der Riester-Zulagenstelle. Hat der Hinterbliebene keinen Riester-Vertrag, kann er noch einen abschließen und so die Förderung retten

Hat die Riester-Rente bereits zu laufen begonnen, wird die Zahlung nach dem Tode Sparers eingestellt, wie bei allen Renten üblich.

⇒   Anbieter-Wechsel

Jeder Riester-Sparer kann drei Monate vor Beginn eines neuen Jahres zu einem anderen Anbieter wechseln. Dazu muss der Sparer bis Ende September seinen Riester-Vertrag kündigen und den Anbieter beauftragen, das Guthaben auf den anderen Anbieter zu übertragen. Ein Wechsel kann z. B. angezeigt sein, wenn der Sparer aus einem klassischen Rentenvertrag in einen Fondssparplan wechseln will, weil sie dort höhere Renditechancen sieht als mit Versicherungszinsen.