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2.2.4 Erstattung von Fahrtkosten / Entfernungspauschale / Zeile 39 Anlage N

Anlage N Zeile 39

⇒   Erstattung von Fahrtkosten / Entfernungspauschale

Grundsatz: Erhält ein Arbeitnehmer beruflich veranlasste Ausgaben, die bei ihm abzugsfähige Werbungskosten sind, von seinem Arbeitgeber später erstattet, handelt es sich um Arbeitslohn, der steuerpflichtig und im Bruttolohn der Lohnsteuerbescheinigung enthalten ist.   

Ausnahme

In einzelnen Fällen darf der Arbeitgeber Werbungskosten steuerfrei erstatten. Die steuerfreien Erstattungsbeträge sind folglich nicht im Bruttolohn enthalten. Die steuerfrei erstatteten Beträge dürfen nicht als Werbungskosten eingetragen werden (§ 3c Abs. 1 EStG).

Dies bedeutet: Steuerfreie Arbeitgeberleistungen z. B. für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte oder pauschal besteuerte Beträge sind in eZeile 39 einzutragen. Die dort eingetragenen Beträge werden auf Entfernungspauschale angerechnet.

Dies bedeutet: In den Fällen, in denen der Arbeitgeber

  • an Sie gezahlte Fahrgelder oder die Benutzung eines Firmenwagens pauschal besteuert (§ 40 Abs. 2 Satz 2 EStG) oder
  • Ihnen ein Job-Ticket / Monatskarte steuerfrei überlässt (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG / 44 € - Grenze / 50 €-Grenze / Werte bis 2021 / ab 2022)

werden Ihnen auf die Entfernungspauschale angerechnet.

Kontrolle

Damit das Finanzamt im Rahmen der Veranlagung zur Einkommensteuer die Anrechnung der steuerfreien Arbeitgeberleistungen (Job-Ticket / 50 €-Grenze) auf die Entfernungspauschale zutreffend vornehmen kann, wird der Betrag der steuerfreien Bezüge in Nr. 17 der  Lohnsteuerbescheinigung  eingetragen.

Pauschalbesteuerte Arbeitgeberleistungen für Fahrten zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte werden wegen der erforderlichen Anrechnung auf die Entfernungspauschale betragsmäßig in Nr. 18 der Lohnsteuerbescheinigung angegeben.

Da die Lohnsteuerbescheinigung elektronisch an das Finanzamt übermittelt wird, sind die Hinweise auf Kürzung der Entfernungspauschale kaum zu übersehen.

Beispiel:

Die Entfernungspauschale für den Arbeitnehmer A beträgt.  Die Entfernungspauschale beträgt  (230 Tagen x 20 km × 0,30 € = 1.380 € + 230 Tage x 10 km x 0.35 € = 805 €, insgesamt € 2.185 €. 

Anlage N

Der Arbeitgeber erstattet ihm diesen Betrag, der somit im Bruttolohn enthalten und damit versteuert ist. In diesem Fall kann der Arbeitnehmer die Entfernungspauschale in voller Höhe geltend machen, d. h. der Betrag von 2.185 € muss nicht als Kürzungsbetrag in eZeile 39 der Anlage N ausgewiesen werden.

♦   Pauschalierung

Der Arbeitgeber kann die Steuer auf den Kostenersatz mit 15 % von 2.185 € = 327.75 € Lohnsteuer pauschal übernehmen (§ 40 Abs. 2 Satz 2 EStG).

Anlage N

Der pauschal versteuerte Betrag muss nicht eZeile 39 Feld 205 ausgewiesen werden. Die  Entfernungspauschale wird vom Finanzamt entsprechend gekürzt.