Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

2.0.1 Arbeitslohn, eDaten kontrollieren Zeile 6

Anlage N Zeile 6

⇒   Arbeitslohn, eDaten  kontrollieren 

Der Arbeitslohn für die Steuererklärung ist in der Lohnsteuerbescheinigung ausgewiesen.

Zum Bruttoarbeitslohn gehören alle Bezüge und Vorteile die für eine Beschäftigung im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses gewährt werden (§ 19 EStG). Es ist die Gegenleistung des Arbeitgebers im weitesten Sinne für die zur Verfügung gestellte individuelle Arbeitskraft des Arbeitnehmers. Steuerlich ohne Bedeutung ist dabei, ob ein Rechtsanspruch auf die Gegenleistung besteht, ob es sich um laufende oder um einmalige Bezüge handelt oder um Geld oder Sachbezüge.

♦   Tipp Bruttoarbeitslohn kontrollieren

Im Zweifel sollten Sie selbst überschlägig feststellen, ob Ihr Bruttoarbeitslohn mit seinen eDaten zutreffend in der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung ausgewiesen ist. Es könnten im bescheinigten Bruttolohn steuerfreie Beträge enthalten sein. Wenn Sie dies feststellen, gilt es, dem Finanzamt formlos auf einem besonderen Blatt - mit entsprechender Begründung - den richtigen Bruttolohn mitteilen.

Es könnte z. B. fälschlicherweise ein nach § 40 EStG pauschal besteuerter Lohn im Bruttolohn enthalten sein, wie z. B. Mahlzeiten im Betrieb, Aufwendungen für Betriebsveranstaltungen, Erholungsbeihilfen oder Verpflegungsmehraufwendungen. Die Besteuerung dieser Lohnbestandteile ist durch die Pauschalsteuer abgegolten.

Dies gilt auch für:

  • Fahrtkostenzuschüsse für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte sind steuerpflichtig. Die Lohnsteuer kann jedoch nach § 40 Abs. 2 Satz 2 EStG mit 15 % pauschal erhoben werden, soweit die Zuschüsse den Betrag nicht übersteigen, den der Arbeitnehmer als Werbungskosten geltend machen könnte (0,30 € je Entfernungs-km). Die pauschal besteuerten Beträge dürfen nicht im bescheinigten Bruttolohn enthalten sein.
  • Werbung an Arbeitnehmer-Kfz Zahlungen in Höhe von monatlich einheitlich 21,00 EUR des Arbeitgebers an seine Arbeitnehmer für die Anbringung von Werbung an deren privaten Fahrzeugen - auf den Nummernschildträgern - sind Arbeitslohn (FG Münster Urteil vom 14.02.2020 - 14 K 2450/18 L)

Ergänzende Angaben

Machen Sie dazu "Ergänzende Angaben" in einem Beiblatt, auf die Sie außerdem im Hauptvordruck Zeile 38 zusätzlich hinweisen sollten.

♦ Das Lohnkonto

Wird ein Arbeitnehmer eingestellt, benötigt der Arbeitgeber für das Lohnkonto nur seine steuerliche Identifikationsnummer und sein Geburtsdatum. Anhand dieser Angaben kann er den Arbeitnehmer beim Zentralamt für Steuern anmelden bzw. die bereits dort vorhandenen ELStAM-Daten des Arbeitnehmers abrufen, zum Lohnkonto nehmen und anhand dieser Daten Lohnsteuer einbehalten und an das Betriebsstättenfinanzamt abführen (§ 41a Abs. 1 EStG).

Grundlage für den Lohnsteuerabzug ist die Lohnsteuertabelle. Praktische Hilfe leistet das Internet: Lohnsteuerrechner z. B. "bmf-steuerrechner.de"


♦   Lohnsteuer-Jahresausgleich
(§ 42b EStG)

Vom laufenden Arbeitslohn wird die Lohnsteuer jeweils mit dem auf den Lohnzahlungszeitraum fallenden Teilbetrag der Jahreslohnsteuer erhoben, die sich bei Umrechnung des laufenden Arbeitslohns auf einen Jahresarbeitslohn ergibt (Hochrechnung auf den Jahreslohn / § 38a Abs. 3 EStG).

Dies führt bei schwankendem Arbeitslohn im Laufe des Jahres dazu, dass zu viel Lohnsteuer einbehalten wird. Durch einen internen Lohnsteuer-Jahresausgleich kann der Arbeitgeber dies rückgängig machen und zu viel einbehaltene Lohnsteuer intern erstatten.

Diesen "internen Lohnsteuerjahresausgleich" kann der Arbeitgeber in der Lohnabrechnung für Dezember vornehmen, indem er die Lohnsteuer insoweit erstattet, als sie infolge der Hochrechnung des Monatslohns auf einen Jahresbetrag (§ 38a Abs. 3 EStG) unzutreffend war. Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, wenn er am 31. Dezember des Ausgleichsjahres mindestens zehn Arbeitnehmer beschäftigt (§ 42b Abs. 1 Satz 1 EStG).

⇒   Veranlagung von Arbeitnehmern

Die vom Arbeitslohn nach den individuellen ELStAM-Daten erhobene Lohnsteuer entspricht grundsätzlich der veranlagten Einkommensteuer (§ 38 Abs. 1 Satz 1 EStG). Die ELStAM-Daten erfassen indessen nicht alle Fälle, die zum Lohnsteuerabzug führen. Insoweit hat das Lohnsteuerabzugsverfahren Schwachstellen, die nur im Rahmen einer Veranlagung zur Einkommensteuer „ausgebügelt“ werden können. Die Veranlagungsfälle sind im sog. „Bügelparagraph“ 46 EStG abschließend aufgeführt.

Mehr dazu: ? Suchen anklicken und den Begriff >Einkommensteuererklärung< eintragen.