Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

2.1.0 Jobticket / Monatskarte Zeile 6

Anlage N Zeile 6

⇒  Jobticket / Monatskarte

Firmen können ihren Mitarbeitern für bestimmte Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln die Monats- und Jahresfahrkarten komplett zusätzlich zum Gehalt steuerfrei überlassen. Die Mitarbeiter müssen das Gratis-Ticket weder versteuern noch sind Sozialabgaben zu leisten, denn was steuerfrei ist, das ist auch frei von Sozialabgaben (§ 3 Nr. 15 EStG).

Die Steuerfreiheit gilt auch für die private Nutzung, abends ins Kino oder zu Freunden fahren, also auch für Privatfahrten.

Leider gilt das nur für Fahrten im Nahverkehr, außerdem wird der Wert der Jobtickets auf die Entfernungspauschale angerechnet, diese wird also gekürzt (Zeile 39).

  • Homeoffice-Pauschale

Das Jobticket kann auch dann in voller Höhe abgezogen werden, wenn der Arbeitnehmer z. B. wegen der Corona-Maßnahmen einige Arbeitstage im Homeoffice arbeitet und dafür die Homeoffice-Pauschale in Anspruch nimmt (FinMin Thüringen, Erlass vom 17.01.2021 - S 1901-2020 Corona - 21.15)). 

Anlage N / eDaten

Doch der Reihe nach:

Für die Steuerfreiheit nach § 3 Nr. 15 EStG wird unterschieden zwischen Jobtickets für den öffentlichen Fernverkehr und für den öffentlichen Nahverkehr.

Begünstigt sind

  • 1. Alternative: Arbeitgeberleistungen für Fahrten des Arbeitnehmers mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Personenfernverkehr – zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte und für Fahrten und für Dienstreisen (ohne Privatfahrten) sowie
  • 2. Alternative: Arbeitgeberleistungen für alle Fahrten des Arbeitnehmers einschließlich Privatfahrten im öffentlichen Personennahverkehr.

Unter die Steuerbefreiung fallen Arbeitgeberleistungen in Form von unentgeltlichen oder verbilligt überlassenen Fahrberechtigungen (Sachbezüge) sowie Zuschüsse (Barlohn) des Arbeitgebers zu den von den Arbeitnehmern selbst erworbenen Fahrberechtigungen. Begünstigt sind insbesondere Fahrberechtigungen in Form von Einzel/Mehrfahrtenfahrscheinen, Zeitkarten (z.B. Monats-, Jahrestickets, Bahncard 100), allgemeine Freifahrberechtigungen, Freifahrberechtigungen für bestimmte Tage (z.B. bei Smogalarm) oder Ermäßigungskarten (z.B. Bahncard 25).

Soweit Taxen ausnahmsweise im Linienverkehr nach Maßgabe der genehmigten Nahverkehrspläne eingesetzt werden (z.B. zur Verdichtung, Ergänzung oder zum Ersatz anderer öffentlicher Verkehrsmittel) und von der Fahrberechtigung mit umfasst sind oder gegen einen geringen Aufpreis genutzt werden dürfen, gehören sie zum Personennahverkehr.       

Die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs ist unabhängig von der Art der Fahrten nach § 3 Nummer 15 EStG begünstigt, also auch bei Privatfahrten des Arbeitnehmers. Quelle: BMF, 15.8.2019, IV C 5 - S 2342/19/10007 :00

  • Pauschale Versteuerung + Abzug als Entfernungspauschale

Der Arbeitgeber hat aber die Wahl, anstelle der Steuerfreiheit des Jobtickets die Aufwendungen pauschal mit 25 % versteuern. Die pauschale Besteuerung führt dazu, dass die beim Arbeitnehmer abziehbare Entfernungspauschale nicht gekürzt wird.

Beispiel:

Im Rahmen einer Gehaltserhöhung wird ein Jobticket für 1.000 € im Jahr vereinbart. Der Arbeitgeber übernimmt die Steuer pauschal mit 25 % = 250 €. Vorteil für den Arbeitnehmer: Er kann die Pendlerpauschale ohne Abstriche abrechnen.