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2.1.2 Arbeitslohn / Tätigkeit im Ausland / Zeile 6, 22-25

Anlage N

⇒  Ausländischer Arbeitslohn

Im Ausland tätige Arbeitnehmer mit Wohnsitz im Inland sind nach dem sog. >>Welteinkommensprinzip<< auch mit dem Arbeitslohn für die Auslandstätigkeit im Inland steuerpflichtig (§ 2 Abs. 1 EStG). Allerdings kann eine Tätigkeit im Ausland nach einem Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) oder nach dem Auslandstätigkeitserlass steuerfrei sein. Gleichwohl ist dieser Arbeitslohn anzugeben, weil er bei der Berechnung des Steuersatzes berücksichtigt werden muss (Progressionsvorbehalt / § 32b EStG).

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Dies bedeutet: In DBA wird zunächst den Vertragsstaaten das Besteuerungsrecht in Bezug auf bestimmte Einkünfte zugewiesen, bei Einkünften aus nicht selbstständiger Arbeit grundsätzlich dem Tätigkeitsstaat (BFH Urteil vom 05.10.1994 - I R 67/93). Der Wohnsitzstaat verzichtet insoweit auf sein Besteuerungsrecht, behält sich aber vor, den freigestellten Arbeitslohn dem Progressionsvorbehalt zu unterwerfen. Dies gilt aber nur, wenn der Arbeitnehmer auf Dauer und nicht nur vorübergehend seine Arbeit im Tätigkeitsstaat ausübt.

Der Ort der Tätigkeit (Tätigkeitsstaat) ist bei Einkünften aus nicht selbstständiger Arbeit dort, wo der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung tatsächlich erbringt. Es ist steuerlich ohne Bedeutung, woher der Arbeitnehmer den Lohn erhält bzw. wo der Arbeitgeber, der den Arbeitslohn schuldet, ansässig ist. Dies gilt grundsätzlich auch für Arbeitnehmer mit Leitungsfunktionen in Organen von Kapitalgesellschaften. Einzelne DBA enthalten dazu Ausnahmeregelungen wie z.B. mit Japan, Dänemark, Schweiz.

♦   Vorübergehende Tätigkeit im Ausland / 183-Tage-Regelung

Bei einer nur vorübergehenden Tätigkeit im Ausland hat der Wohnsitzstaat das Besteuerungsrecht, wenn

  • der Arbeitnehmer hält sich im Tätigkeitsstaat insgesamt nicht länger als 183 Tage im Kalenderjahr / Steuerjahr auf,
  • der Arbeitgeber seinerseits nicht im Tätigkeitsstaat ansässig ist und
  • die Vergütungen werden wirtschaftlich nicht von einer Betriebsstätte oder einer festen Einrichtung getragen, die der Arbeitgeber im Tätigkeitsstaat unterhält.

Sind sämtliche dieser Voraussetzungen dieser sog. 183-Tage-Regelung erfüllt, dann steht das Besteuerungsrecht dem Wohnsitzstaat zu.

Hinweis:

Die 183-Tage-Frist kann sich nach dem jeweiligen DBA entweder auf das Steuerjahr oder auf das Kalenderjahr oder auch auf einen Zeitraum von zwölf Monaten beziehen (BMF, 3.5.2018, IV B 2 - S 1300/08/10027, Tz 87).

♦   Grenzgänger

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