Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

2.1.6 Berufskleidung / typische / Zeile 6

Anlage N/ Zeile 6

⇒   Berufskleidung / typische

Steuerfrei ist nicht nur die Gestellung, sondern auch die Übereignung typischer Berufskleidung durch den Arbeitgeber. Zur typischen Berufskleidung gehören Kleidungsstücke, die als Arbeitsschutzkleidung auf die jeweils ausgeübte Berufstätigkeit zugeschnitten sind oder nach ihrer z. B. uniformartigen Beschaffenheit oder dauerhaft angebrachten Kennzeichnung durch Firmenemblem objektiv eine berufliche Funktion erfüllen. Normale bürgerliche Kleidung, Schuhe und Unterwäsche gehören nicht dazu (§ 3 Nr. 31 EStG).

♦   Ablösung / Zahlung an den Arbeitnehmer

Die Ablösung / Zahlung an den Arbeitnehmer zur Anschaffung von typischer Berufskleidung ist betrieblich begründet und damit ebenfalls steuerfrei, wenn die Beschaffung der Kleidungsstücke durch den Arbeitnehmer für den Arbeitgeber vorteilhafter ist. Pauschale Barablösungen sind steuerfrei, soweit sie die regelmäßigen Absetzungen für Abnutzung und die üblichen Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten der typischen Berufskleidung abgelten. Aufwendungen für die Reinigung gehören regelmäßig nicht zu den Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten der typischen Berufsbekleidung.

♦   Aufwendungen für Berufskleidung als Werbungskosten

Von Ihnen angeschaffte typische Berufskleidung ist schon von Gesetzes in voller Höhe als Werbungskosten abzugsfähig (§ 9 Abs. 1 Nr. 6 EStG).

♦   Typische Berufskleidung im Detail

Zur typischen Berufskleidung gehört nicht  nur der  Monteuranzug / Blaumann des Handwerkers, es gehören auch dazu:

Zur typischen Berufskleidung gehören:

Der weiße Kittel des Krankenhausarztes, des Arzthelfers und Sanitäters, die Künstler- / Artistenkleidung, die Arbeitskleidung von Schornsteinfegern, die selbst beschaffte Uniform der Soldaten und Polizisten und dem fliegendem Personal, auch die Amtskleidung von Geistlichen, Rechtsanwälten, Staatsanwälten und Richtern; ferner Kleidungsstücke, auf denen dauerhaft und deutlich Firmenembleme angebracht sind. Cut eines Empfangschefs sowie der Frack bzw. schwarzer Anzug eines Oberkellners zählen ebenfalls dazu (BFH vom 09.03.1979 - VI R 171 / 77). Der schwarze Anzug eines Leichenbestatters ist ebenfalls als typische Berufskleidung anerkannt (BFH vom 30. September 1970 - BStBl II 1971, 50).

Aufwendungen für Hemden, Krawatten und schwarze Schuhe gehören nicht zur Berufskleidung, sind vielmehr bürgerliche Kleidungsstücke und damit nicht absetzbar.

Berufskleidung muss nicht immer nur der Blaumann oder ein weißer Kittel sein. Zur Berufskleidung gehören:

  • Sportkleidung

Aufwendungen für Sportkleidung können für Diplom-Pädagogen (Sportlehrer) in vollem Umfang Arbeitsmittel (Berufskosten) sein, wenn die private Nutzung von ganz untergeordneter Bedeutung ist (BFH, 21.11.1986, VI R 137/83). Im Streitfall hatte die private Nutzung allerdings 15.5 % betragen, also 5.5 % mehr als zulässig. Damit war der Sportlehrer nur zweiter Sieger.

Am Besten, Sie können angeben, dass Sie Ihre Sportkleidung im Schulgebäude aufbewahren. Dann sind Sie völlig aus dem Schneider.

  • Business-Kleidung

Die Aufwendungen dafür sind nicht absetzbar. Es handelt sich zwar um Kleidung, die in erster Linie im Kundenkontakt ein seriöses und verkaufsförderndes Erscheinungsbild vermitteln soll.

Das Gesetz lässt indessen nur typische Berufskleidung zum Abzug zu. Danach können nur solche Kleidungsstücke zur Berufskleidung gehören, deren Verwendung für Zwecke der privaten Lebensführung aufgrund berufsspezifischer Eigenschaften so gut wie ausgeschlossen ist.

Beispiel:

Ein angestellter Rechtsanwalt muss in der Kanzlei, in der er beschäftigt ist, hochwertige Business-Kleidung tragen. Selbst unter dieser Voraussetzung stellen die Aufwendungen für die Anschaffung von Anzügen, Hemden und Schuhen keine Werbungskosten i. S. d. § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 6 EStG dar.

Dies gilt selbst unter Berücksichtigung dessen, dass der Steuerzahler die Kleidung eigens zur Nutzung im Beruf angeschafft, diese ganz überwiegend anlässlich seiner beruflichen Tätigkeit getragen hat und die Aufwendungen infolge der beruflichen Gepflogenheiten besonders hoch sind (FG Hamburg 26.03.2014 - 6 K 231/12).

  • Bürgerliche Kleidung

Wenn aus Firmen-Imagegründen bürgerliche Kleidungsstücke bei der Arbeit getragen werden und der Arbeitgeber diese Kleidungsstücke stellt, liegt beim Arbeitnehmer kein Sachbezug vor. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Wenn der Arbeitnehmer solche Kleidung anschafft und im Beruf trägt, sind seine Aufwendungen als Werbungskosten absetzbar. Allerdings darf es sich in diesen Fällen nicht um hochwertige, sondern nur um niedrigpreisige Normalkleidung handeln. Das ist beispielsweise bei bestimmten Bäckerei- oder Metzgereiketten oder sonstigen Lebensmittelketten der Fall (BFH Urteil vom 22.06.2006 - VI R 21/05).