Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

Grundsätzlich gilt: 

Werden Aufwendungen, die ihrem Wesen nach beim Arbeitnehmer Werbungskosten sind, vom Arbeitgeber erstattet, sind die erstatteten Beträge als Arbeitslohn zu behandeln. Im Gegenzug kann der Arbeitnehmer die Aufwendungen, die er getragen hat, als Werbungskosten geltend machen.

Dies bedeutet: Erhält der Arbeitnehmer von ihm geleistete beruflich veranlasste Ausgaben von seinem Arbeitgeber erstattet, handelt es sich um Arbeitslohn, der steuerpflichtig und im Bruttolohn der Lohnsteuerbescheinigung enthalten ist. Im Gegenzug kann der Arbeitnehmer seine beruflichen Kosten, die er getragen hat, als Werbungskosten geltend machen.   

  • Steuerfrei erstatte Beträge

In einzelnen Fällen darf der Arbeitgeber Werbungskosten des Arbeitnehmers steuerfrei erstatten oder pauschal besteuern. Diese Beträge sind folglich nicht im Bruttolohn enthalten. Die Erstattungsbeträge sind auf die Werbungskosten des Arbeitnehmers anzurechnen. Andernfalls würde dies zu einer doppelten Begünstigung führen (steuerfrei bzw. pauschal besteuert + Abzug als Werbungskosten). 

Dies bedeutet: In den Fällen, in denen der Arbeitgeber

  • an Sie gezahlte Fahrgelder oder die Benutzung eines Firmenwagens pauschal besteuert (§ 40 Abs. 2 Satz 2 EStG) oder
  • Ihnen ein Job-Ticket / Monatskarte steuerfrei überlässt (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG / 44 € - Grenze / 50 €-Grenze / Werte bis 2021 / ab 2022)

werden Ihnen die Erstattungsbeträge auf die Entfernungspauschale angerechnet.

Pauschal besteuerte Erstattungen

Entsprechendes gilt (wie bei steuerfreien Leistungen) auch im Falle der pauschalen Besteuerung. 

Pauschalbesteuerte Arbeitgeberleistungen für Fahrten zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte werden wegen der erforderlichen Anrechnung auf die Entfernungspauschale betragsmäßig in Nr. 18 der Lohnsteuerbescheinigung angegeben.

Da die Lohnsteuerbescheinigung elektronisch an das Finanzamt übermittelt wird, sind die Hinweise auf Kürzung der Entfernungspauschale kaum zu übersehen.

Beispiel:

Die Entfernungspauschale für den Arbeitnehmer A beträgt   (230 Tagen x 20 km × 0,30 € = 1.380 € + 230 Tage x 10 km x 0.35 € = 805 €, insgesamt € 2.185 €. 

Anlage N

Der Arbeitgeber erstattet ihm diesen Betrag, der somit im Bruttolohn enthalten und damit versteuert ist. In diesem Fall kann der Arbeitnehmer die Entfernungspauschale in voller Höhe geltend machen, d. h. der Betrag von 2.185 € muss nicht als Kürzungsbetrag in eZeile 39 der Anlage N ausgewiesen werden.

♦   Pauschalierung

Der Arbeitgeber kann die Steuer auf den Kostenersatz mit 15 % von 2.185 € = 327.75 € Lohnsteuer pauschal übernehmen (§ 40 Abs. 2 Satz 2 EStG).

Anlage N

Der pauschal versteuerte Betrag muss nicht eZeile 39 Feld 205 ausgewiesen werden. Die  Entfernungspauschale wird vom Finanzamt entsprechend gekürzt. 

Dazu mehr im BMF-Schreiben zur Entfernungspauschale Beitrag 3.0, Tz 1.9