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Allgemeine Steuertipps

⇒   Der Steuerprogression die Spitze brechen

Die Einkommensteuer wird nach dem Prinzip der Leistungsfähigkeit erhoben (Art. 3 GG). Wer mehr verdient, soll auch einen größeren Teil seines Einkommens als Steuer abgeben. Dies geschieht indessen nicht proportional, sondern progressiv, d. h. die steuerliche Belastung wächst mit steigendem Einkommen. Die Formel zum Einkommensteuertarif enthält § 32a Abs. 1 EStG.

  • Steuerprogression

Der Eingangssteuersatz beträgt 14 %, sobald der Grundfreibetrag überschritten wird. Danach steigt der Steuersatz stetig an bis zum Spitzensteuersatz von 42 %. Dieses stetige Ansteigen des Steuersatzes parallel zum steigendem Einkommen wird als Steuerprogression bezeichnet.

Beispiel:

Bei einem zu versteuernden Einkommen von 25.000 € zahlen Sie als Alleinstehender im Grundtarif 3.626 € Steuern = Durchschnittssteuersatz (3.626 € : 25.000 € x 100 =) 14.5 %. Bei einem doppelt so hohen zu versteuernden Einkommen von 50.000 € sind schon 11.994 € fällig. Der Durchschnittssteuersatz beträgt dann bereits 23.99 %.

Die Wirkung der Progression wird aber erst so richtig deutlich, wenn Sie sich die Steuerbelastung der oberen Hälfte des zu versteuernden Einkommens (25.000 €) ansehen. Dafür bittet Sie der Fiskus mit (11.994 € - 3.626 € =) 8.368 € zur Kasse. Das sind im Schnitt (8.368 € : 25.000 € x 100 =) 33.47 %. Der Grenzsteuersatz beträgt sogar 38.69 %.

Sie können der Steuerprogression kaum ausweichen, ihr wohl aber die Spitze brechen. Dazu unten mehr.

  • Steuersätze

Der Durchschnittssteuersatz ergibt sich, indem die Steuer durch das zu versteuernde Einkommen geteilt wird. Der Grenzsteuersatz gibt den Steuersatz wieder, mit dem der letzte Euro des zu versteuernden Einkommens zu versteuern ist.

♦   Wie der Steuerprogression die Spitze brechen?

Dazu gibt es Möglichkeiten zuhauf, hier nur beispielhaft:

  • Einkünfte auf die eigenen Kinder übertragen.
  •  Zusätzliche abzugsfähige Aufwendungen leisten.

    Beispiel: Sie haben durch zusätzliche Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung von 4.000 € Ihr zu versteuerndes Einkommen in Höhe von 32.500 € auf 28.500 € vermindert. Ihre Steuerersparnis nach der Grundtabelle beträgt (5.862  € - 4.640 € =) 1.222 €.

  • Vorauszahlungen auf mehrere Jahre verteilen                                                             Beispiel: Sie haben mit einem neuen Mieter eine Vorauszahlung ausgehandelt. Diese ist in dem Jahr zu versteuern, in dem die Vorauszahlung vereinnahmt wird (§ 11 Abs. 1 EStG). Die höhere Einnahme führt sogleich zu einer höheren Steuerprogression. Steuerlich haben Sie aber schon etwas gewonnen, wenn Sie mit dem Mieter vereinbaren, die Vorauszahlung jeweils zur Hälfte in zwei Kalenderjahren geleistet wird.
  • Abfindungen verlagern                                                                                                     Sondereinnahmen wie z. B. Abfindungen oder Nachzahlungen können die Progression in die Höhe treiben. Auch wenn die Steuerermäßigung durch die sog. Fünftelregelung nach § 34 EStG zu einer gewissen Entlastung führt, sollten Sie versuchen, die Abfindung ins nächste Kalenderjahr zu verschieben oder auf zwei Jahre zu verteilen. Dadurch wird die Steuer auf die Abfindung noch niedriger. Mehr erfahren: ? Suchen anklicken und den Begriff >Fünftelregelung< eintragen.
  • Disagio ausnutzen                                                                                                                       Aber auch Schuldzinsen aus einem Baudarlehen lassen sich durch ein Disagio vorziehen. 
  • Handwerkerleistungen geltend machen, als Werbungskosten bei Vermietung und Verpachtung oder als haushaltsnahe Aufwendungen, indem sie Vorauszahlung leisten oder die Rechnung  erst im folgenden Kalenderjahr begleichen.

ʘ 13.06.2021