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02.0 Antrag auf Veranlagung / Kirchensteuer / Zeile 4-6

Anlage KAP Zeile 4-6

⇒   Antrag auf Veranlagung, Erklärung zur Kirchensteuer

Nach § 43 EStG i. V. mit § 32d EStG muss der Schuldner der Kapitalerträge,  z. B. die auszahlende Bank, eine 25%ige Abgeltungsteuer zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag einbehalten. Mit diesem „Einbehalt“ ist die Steuerschuld des Anlegers regelmäßig abgegolten. Die Abgabe einer Anlage KAP erübrigt sich.

Unter die Abgeltungsteuer fallen grundsätzlich alle Kapitalerträge, so insbesondere.

  • Zinsen auf Spareinlagen,
  • Zinsen aus festverzinslichen Wertpapiere,
  • Erträge aus Investmentfonds,
  • Dividendenzahlungen,
  • Gewinne aus der Veräußerung von privaten Kapitalanlagen.

Das Abgeltungsteuerverfahren zeigt indessen Schwachpunkte. Diese werden durch Veranlagung beseitigt.

♦  Antrag auf Günstigerprüfung / Zeile 4

Wenn Ihr Grenzsteuersatz niedriger als 25 % sein könnte, dann geben Sie eine Steuererklärung mit Anlage KAP ab, sofern die Bank bei Ihnen Steuer einbehalten hat. Das Finanzamt prüft dann, ohne dass Ihnen Nachteile entstehen, was günstiger ist, der Abgeltungsteuersatz von 25 % oder Ihr Grenzsteuersatz.

  • Beispiel: Unterschied zwischen Durchschnittssteuersatz und Grenzsteuersatz

Sie haben in 2020 ein zu versteuerndes Einkommen von 25.000 €. Darauf entfällt eine Jahressteuer von 3.714 €. Das entspricht einem Durchschnittssteuersatz von 14.86 %. Trotzdem bleibt die Abgeltungsteuer günstiger. Grenzsteuersatz ist der Steuersatz, der auf den letzten Euro des zu versteuernden Euro angewandt wird. Dieser beträgt 28.40 % und übersteigt damit den Abgeltungsteuersatz von 25 %.

Quelle: Steuerrechner bmf

Beantragen Sie die Günstigerprüfung, tragen Sie eine „1“ in das Feld in der Zeile 4 ein. Bei zusammen veranlagten Ehepartnern kann der Antrag nur gemeinsam für beide Ehepartner gestellt werden. Für die Günstigerprüfung sind sämtliche Kapitalerträge zu erklären. Kapitalerträge, die von einer auszahlenden Stelle (z. B. Kreditinstitut) gutgeschrieben werden, entnehmen Sie bitte der Steuerbescheinigung (Bescheinigung beifügen).

Haben Sie auch andere Kapitalerträge (z. B. bei ausländischen Kreditinstituten) erhalten, tragen Sie diese bitte in die Zeilen 18 bis 26 sowie ggf. der Anlage KAP-BET und / oder der Anlage KAP-INV ein. Die entsprechenden Steuerabzugsbeträge tragen Sie bitte in die Zeilen 37 bis 42 und ggf. der Anlage KAP-BET ein.

Sie müssen sämtliche Kapitalerträge angeben und auch weitere Angaben machen, wie zum bisher in Anspruch genommenen Sparer-Pauschbetrag in Zeile 12.

♦   Antrag auf Überprüfung des „Steuereinbehalts“ / Zeile 5

Liegt bei Ihnen insbesondere einer der folgenden Sachverhalte vor, können Sie den Steuereinbehalt durch das Finanzamt überprüfen lassen, wenn z. B.

1. der Sparer-Pauschbetrag beim Steuerabzug nicht vollständig ausgeschöpft wurde,

2. beim Steuerabzug eine den tatsächlichen Kapitalertrag übersteigende Ersatzbemessungsgrundlage angewandt wurde, weil dem Kreditinstitut die Anschaffungskosten nicht bekannt waren,

3. beim Steuerabzug Verluste bei einem Kreditinstitut nicht, in anderer Weise oder zu niedrig berücksichtigt wurden,

4. die Einkünfte nach einem Doppelbesteuerungsabkommen in Deutschland der Höhe nach nur begrenzt besteuert werden und / oder

5. Sie eine höhere Teilfreistellung Ihrer Erträge aus Investmentfonds begehren (Nachweis nach § 20 Abs. 4 InvStG).

In diesen Fällen tragen Sie bitte in das Feld in der Zeile 5 eine „1“, in der jeweiligen Zeile in der linken Spalte der Zeilen 7 bis 15 die Werte der betreffenden Steuerbescheinigung und ggf. in der rechten Spalte den jeweiligen korrigierten Betrag ein und erläutern Sie diesen in einer gesonderten Aufstellung.

♦   Erklärung zur Kirchensteuerpflicht / Zeile 6

Wurde neben der Kapitalertragsteuer keine Kirchensteuer einbehalten, z. B. weil Sie dem Datenabruf zur Kirchensteuererhebung widersprochen haben (Sperrvermerk), müssen Sie eine „1“ in das Feld in Zeile 6 eintragen. Die Kapitalertragsteuer, die von einer inländischen auszahlenden Stelle (z. B. Kreditinstitut) einbehalten worden ist, entnehmen Sie bitte der Steuerbescheinigung. In diesem Fall ist es ausreichend, nur die Kapitalertragsteuer in Zeile 37 und den Solidaritätszuschlag in Zeile 38 einzutragen.

In diesem Fall ist es ausreichend, nur die Kapitalertragsteuer in Zeile 37 und den Solidaritätszuschlag in Zeile 38 einzutragen. Wenn Sie in diesem Zusammenhang auch die Minderung der Kapitalertragsteuer begehren, tragen Sie bitte zusätzlich eine „1“ in das Feld in Zeile 5 ein und machen Sie bitte auch Angaben zur Höhe der Kapitalerträge (Zeile 7) und zum in Anspruch genommenen Sparer-Pauschbetrag (Zeile 16 und 17).