Helfer in Steuersachen

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02.1 Kirchensteuer auf Kapitalerträge / Zeile 6

Anlage KAP Zeile 6

⇒   Kirchensteuer auf Kapitalerträge

Die Bank behält automatisch Kirchensteuer auf Ihre abgeltungsteuerpflichtigen Kapitalerträge ein, wenn Sie kirchensteuerpflichtig sind. Zur Kirchensteuerpflicht wird von der Bank einmal jährlich beim Bundeszentralamt für Steuern das so genannte »Kirchensteuerabzugsmerkmal« des Kunden abgefragt (Datenabruf zur Kirchensteuererhebung / § 51a EStG).

Wurde neben der Kapitalertragsteuer keine Kirchensteuer einbehalten, z. B. weil Sie dem Datenabruf zur Kirchensteuererhebung widersprochen haben (Sperrvermerk), müssen Sie eine „1“ in das Feld in Zeile 6 eintragen. Die Kapitalertragsteuer, die von einer inländischen auszahlenden Stelle (z. B. Kreditinstitut) einbehalten worden ist, entnehmen Sie bitte der Steuerbescheinigung.

In diesem Fall ist es ausreichend, nur die Kapitalertragsteuer in Zeile 37 und den Solidaritätszuschlag in Zeile 38 einzutragen.

Anlage KAP

 

 

♦   Kein Abzug als Sonderausgaben

Die von Ihnen gezahlte Kirchensteuer ist im Normalfall als Sonderausgaben abziehbar (Zeile 4 Anlage Sonderausgaben).

Ausnahme: Die gilt indessen nicht für in der Steuerbescheinigung ausgewiesene Kirchensteuer auf Kapitalerträge, weil bereits bei der Abgeltungsteuer von 25 % ein Abschlag wegen des gesetzlichen Sonderausgabenabzugs vorgenommen wird. Dies führt bei einem Kirchensteuersatz von 9 % zu einem Abgeltungssteuersatz von 24.45 % = Divisor 4.09, bei einem Kirchensteuersatz von 8 % (Bayern und Baden-Württemberg) von 24.51 % = Divisor 4.08.

Beispielsrechnung:

Zinseinkünfte bei Kirchensteuer von 9 %   1.000.00 €
Kapitalertragsteuer (1.000.00 € : 4.09) 244.49 €  
Solidaritätszuschlag (5.5 % von 244.49 €) 13.44 €  
Kirchensteuer (9 % von 244.49 €) 22.00 €  
Summe 279.93 € > 279,93 €
Gutschrift der Bank   720.07 €

Die ausgewiesene Kirchensteuer in Höhe von 22.00 € darf nicht als Sonderausgaben eingetragen werden.