Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

Anlage KAP  Zeile 16

⇒  Tipp Sparer-Pauschbetrag

Die Abgeltungsteuer lässt kaum Gestaltungsmöglichkeiten zu. Verschont wird so gut wie gar nichts. Allerdings hat der Gesetzgeber für die Kapitalanleger beim Steuerabzug einige Vergünstigungen vorgesehen, die Sie kennen sollten, so den Sparer-Pauschbetrag. 

Bei der Ermittlung der Einkünfte aus Kapitalvermögen ist der Abzug der tatsächlichen Werbungskosten zwar ausgeschlossen. Dafür erhalten Sie aber einen Sparer-Pauschbetrag von 801 €. Ehepartnern, die zusammen veranlagt werden, wird ein gemeinsamer Sparer-Pauschbetrag von 1 602 € gewährt (§ 20 Abs. 9 EStG).

Dies führt dazu, dass Kapitalerträge bis zur Höhe des Sparer-Pauschbetrages nicht dem Steuerabzug durch Abgeltungsteuer unterliegen (§ 44a Abs. 1 EStG). Voraussetzung dafür ist, dass der Depot-Bank ein Freistellungsauftrag erteilt wird (§ 44a Abs. 2 EStG).

Für den Abzug des Sparer-Pauschbetrages gibt es zwei Möglichkeiten:  

1. Abzug durch den Schuldner der Kapitalerträge, z. B. der Depot-Bank. Voraussetzung ist hier, dass der Bank ein Freistellungsauftrag vorliegt (§ 44a Abs. 2 EStG).  Ob die Depot-Bank den Sparer-Pauschbetrag berücksichtigt hat, ist aus der Steuerbescheinigung ersichtlich.

2. Abzug im Rahmen der Veranlagung zur Einkommensteuer durch das Finanzamt (§ 20 Abs. 9 EStG). Dazu ist eine Steuererklärung mit Anlage KAP abzugeben und Zeile 4 Anlage KAP auszufüllen (Antrag auf Günstigerprüfung).

Wenn Sie den Antrag auf Günstigerprüfung stellen, ist In den Zeilen 16 und 17 stets die Höhe des aufgrund von Freistellungsaufträgen bereits in Anspruch genommenen Sparer-Pauschbetrags für sämtliche Kapitalerträge einzutragen (ggf. mit „0“).

Anlage KAP

♦  Tipp: Werbungskosten bei unternehmerischer Beteiligung

Bei einer unternehmerischen Beteiligung, die als Privatvermögen geführt wird, sind auf Antrag die tatsächlichen Werbungskosten abzugsfähig. Dies kann zu Steuervorteilen führen.

Eine unternehmerische Beteiligung liegt nach § 32d Abs. 2 Nr. 3 EStG vor, wenn der Steuerpflichtige

  • zu mindestens 25 % an der Kapitalgesellschaft beteiligt ist oder
  • zu mindestens 1 % an der Kapitalgesellschaft beteiligt und beruflich für diese tätig ist. 

Die Kapitalerträge werden nach dem Teileinkünfteverfahren besteuert, d. h. 40 % der Kapitalerträge sind nach § 3 Nr. 40 EStG steuerfrei. Somit sind nur 60 % der Kapitalerträge steuerpflichtig. Die mit diesen 60 % steuerpflichtigen Erträgen im Zusammenhang stehenden Aufwendungen, z. B. Schuldzinsen, sind als Werbungskosten abzugsfähig (§ 3c Abs. 2 EStG). 

Die so ermittelten Einkünfte werden mit dem allgemeinen (tariflichen) Steuersatz besteuert (32d Abs. 2 Nr. 3 EStG). 

Der Abzug eines Sparer-Pauschbetrages entfällt (§ 32d Abs. 2 Nr. 3 Satz 2 EStG).