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2.15 Home-Office / Arbeitslohn oder Mieteinnahmen

Anlage V Zeile 11

⇒   Home-Office / Arbeitslohn oder Mieteinnahmen

Arbeiten Sie als Arbeitnehmer zuhause (Home Office) und zahlt der Arbeitgeber für den Büroraum Miete, kommt es darauf an, ob es sich bei den Zahlungen um Arbeitslohn oder um Mieteinnahmen handelt. Hierbei ist entscheidend, in wessen vorrangigem Interesse die Nutzung des Büroraums erfolgt.

Dient die Nutzung in erster Linie den Interessen des Arbeitnehmers, ist davon auszugehen, dass die Zahlungen des Arbeitgebers als Gegenleistung für die geleistete Arbeit des Arbeitnehmers erfolgt sind. Die Einnahmen sind als Arbeitslohn (Anlage N) zu erfassen.

Die Einnahmen sind indessen als Mieteinnahmen zu erfassen (Anlage V Zeile 11), wenn das Arbeitszimmer vorrangig im betrieblichen Interesse des Arbeitgebers genutzt wird. Für das Vorliegen eines betrieblichen Interesses sprechen beispielsweise folgende Anhaltspunkte:

  • Für den Arbeitnehmer ist im Unternehmen kein geeignetes Arbeitszimmer vorhanden.
  • Es wurde eine ausdrückliche, schriftliche Vereinbarung über die Bedingungen der Nutzung des überlassenen Raumes abgeschlossen (BMF, 13.12.2005, IV C 3 - S 2253 - 112/05).

Im Urteil vom 17.4.2018, VI R 9/17 stellt der BFH heraus, dass es sich in diesen Fällen um Vermietung zu gewerblichen Zwecken handelt. Dies erfordert in Zweifelsfalle bei niedrigen Zahlungen des Arbeitgebers die Prüfung, ob sich für die Dauer der voraussichtlichen Nutzung ein Totalüberschuss ergibt (ähnlich wie bei Ferienwohnungen), die bei fehlendem Totalüberschuss eine Berücksichtigung als Mieteinnahmen und der anteiligen höheren Hausunkosten ausschließen.