Helfer in Steuersachen

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1.1.0 Haushaltsnahe Aufwendungen

Anlage Haushaltsnahe Aufwendungen / Zeile 1-15

⇒   Haushaltsnahe Aufwendungen

Zu den haushaltsnahen Dienstleistungen gehören Tätigkeiten, die eine hinreichende Nähe zur Haushaltsführung aufweisen oder damit im Zusammenhang stehen und im Inland / EU erbracht werden. Es sind Tätigkeiten, die gewöhnlich durch Mitglieder des privaten Haushalts ausgeführt werden und für die eine Dienstleistungsagentur oder ein selbständiger Dienstleister in Anspruch genommen wird.

Zu diesen Tätigkeiten gehören u. a. die Zubereitung von Mahlzeiten im Haushalt, die Reinigung der Wohnung des Steuerpflichtigen, die Gartenpflege und die Pflege, Versorgung und Betreuung von Kindern sowie von kranken, alten oder pflegebedürftigen Personen.

 

Zu den Handwerkerleistungen gehören alle handwerklichen Tätigkeiten für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsarbeiten wie das Streichen und Tapezieren, Fliesen legen, die Erneuerung des Bodenbelags, der Austausch von Fenstern und Türen sowie Garten- und Wegebauarbeiten.

 

Weitere Voraussetzung ist, dass der Steuerpflichtige für die haushaltsnahe Dienstleistung oder die Handwerkerleistung eine Rechnung erhalten hat und der Rechnungsbetrag auf das Konto des Erbringers der Leistung überwiesen worden ist. Der Abzug als Betriebsausgaben, Werbungskosten oder Sonderausgaben ist vorrangig vorzunehmen.

  ♦   Was ist ein Haushalt?

Ein Haushalt im Sinne des § 35a EStG besteht bei der Wirtschaftsführung in einer Wohnung oder in einem Haus einschließlich des dazu gehörenden Grund und Bodens. Zum Haushalt gehört auch das Bewirtschaften von Zubehörräumen und Außenanlagen. Der räumliche Bereich, in dem sich der Haushalt entfaltet, wird regelmäßig durch die Grundstücksgrenzen abgesteckt. Ausnahmsweise können auch Leistungen, die jenseits der Grundstücksgrenzen auf fremdem, beispielsweise öffentlichem Grund erbracht werden, begünstigt sein (BMF, 9.11.2016, IV C 8 - S 2296).

Leben zwei Alleinstehende ganzjährig in einem Haushalt zusammen, können die o. a. Höchstbeträge insgesamt jeweils nur einmal in Anspruch genommen werden. Sind beide Alleinstehenden Arbeitgeber im Rahmen eines haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnisses oder Auftraggeber von haushaltsnahen Dienstleistungen, von Pflege- und Betreuungsleistungen oder von Handwerkerleistungen, kann jeder seine tatsächlichen Aufwendungen grundsätzlich nur bis zur Höhe des hälftigen Abzugshöchstbetrages geltend machen. Etwas Anderes gilt nur dann, wenn beide einvernehmlich eine andere Aufteilung wählen (Zeile 9 bis 11).

♦  Unterbringung im Pflegegeheim mit eigenem Haushalt

Eine Inanspruchnahme der Steuerermäßigung nach § 35a Absatz 1 bis 3 EStG ist auch möglich, wenn sich der eigenständige und abgeschlossene Haushalt in einem Heim, wie z.B. einem Altenheim, einem Altenwohnheim, einem Pflegeheim oder einem Wohnstift befindet. Ein Haushalt in einem Heim ist gegeben, wenn die Räumlichkeiten des Steuerpflichtigen nach ihrer Ausstattung für eine Haushaltsführung geeignet sind (Bad, Küche, Wohn- und Schlafbereich), individuell genutzt werden können (Abschließbarkeit) und eine eigene Wirtschaftsführung des Steuerpflichtigen nachgewiesen oder glaubhaft gemacht wird (BMF, 9.11.2016, IV C 8 - S 2296).

♦  Unterbringung im Pflegeheim ohne eigenen Haushalt

Zu den haushaltsnahen Dienstleistungen zählt auch die einer Hilfe im Haushalt vergleichbare Tätigkeit bei Unterbringung in einem Heim. In Frage kommen die (anteiligen) Aufwendungen für

  • die Reinigung des Zimmers oder des Appartements,
  • die Reinigung der Gemeinschaftsflächen,
  • das Zubereiten und / oder das Servieren von Mahlzeiten

♦   Belegnachweise

Sowohl bei Aufwendungen im Rahmen einer haushaltsnahen Dienstleistung (einschließlich Pflege- und Betreuungsleistung) als auch bei Handwerkerleistungen ist die Steuerermäßigung davon abhängig, dass Sie für die Aufwendungen eine Rechnung erhalten haben.

  • Zahlung nur unbar

Für alle haushaltsnahen Beschäftigungen, Dienstleistungen, Pflegeleistungen und Handwerkerleistungen nach § 35a EStG gilt: Der Steuerabzug ist davon abhängig, dass die Aufwendungen durch Unterlagen / Rechnungen und Zahlungen via Bankkonto nachgewiesen werden können. Für Barzahlungen gegen Quittung und Barschecks wird kein Steuerabzug gewährt.

Bei Mini-Job sind Barzahlungen erlaubt

Bei geringfügigen Beschäftigungen wird ausnahmsweise keine Überweisung des Arbeitslohns vorausgesetzt und damit ist z. B. auch eine Barzahlung des Arbeitslohns unschädlich (BMF 9.11.2016 - BStBl I 2016 S. 1187). Hier gilt die von der Minijob-Zentrale am Jahresende ausgestellte Bescheinigung als Nachweis für das Finanzamt.