Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

2.1.0 Behinderten-Pauschbetrag Zeile 4-9

Anlage Außergew. Belastungen Zeile 4-9

⇒   Behinderten-Pauschbetrag

Menschen mit Behinderungen will der Fiskus durch Abzüge bei der Steuer finanziell begünstigen,  indem er ihnen einen  Pauschbetrag gewährt, die bestimmte Erschwernisse ausgleichen sollen, die ihnen im Verhältnis zu Nichtbehinderten entstehen (§ 33b Abs. 1 EStG). 

♦   Höhere Pauschbeträge

Ab 2021 sind die Behinderten-Pauschbeträge doppelt so hoch wie bisher. Außerdem steht ein Pauschbetrag ab einem Grad der Behinderung von 20 zu (bisher erst ab 25).

Beispiel:

Der Steuerpflichtige hat einen Schwerbehindertenausweis, in dem eine Behinderung von 80 ausgewiesen ist. 

Anlage Außergew. Belastungen

♦   Sie haben die Wahl

Wenn bei Ihnen eine Behinderung vorliegt, können Sie wählen, ob Sie Ihre mit der Behinderung zusammenhängenden Aufwendungen im Einzelnen geltend machen (Zeile 31) oder einen Pauschbetrag in Anspruch nehmen.

♦   Welche Aufwendungen sind abgegolten?

Mit dem Pauschbetrag abgegolten sind die Aufwendungen für die Hilfe bei den gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen des täglichen Lebens und Ausgaben für einen erhöhten Wäschebedarf sowie die Pflegeaufwendungen. Wählen Sie den Pauschbetrag, können Sie die Pflegeaufwendungen weder als außergewöhnliche Belastungen lt. den Zeilen 13-18 noch die Steuerermäßigung für Pflegeleistungen im Haushalt lt. Zeile 5 der Anlage 35 (haushaltsnahe Dienstleistungen) geltend machen.

Neben dem Pauschbetrag können Sie indessen weitere Aufwendungen (z. B. Krankheitskosten, Kurkosten, Kraftfahrzeugkosten) geltend machen.

♦   Pauschbeträge für Behinderte

Die Pauschbeträge sind nach dem Grad der Behinderung gestaffelt. Ab 2021 gelten höhere Pauschbeträge.

Bis 2020   Ab 2021  
Grad der Behinderung Pauschbetrag Behinderung Pauschbetrag
    20 % 384 €
25  und 30  310 € 30 % 620 €
35 und 40  430 € 40 % 860 €
45 und 50  570 € 50 % 1.140 €
55 und 60  720 € 60 % 1.440 €
65 und 70  890 € 70 % 1.780 €
75 und 80  1.060 € 80 € 2.120 €
85 und 90  1.230 € 90 % 2.460 €
95 und 100  1.420 € 100 % 2.840 €
  • Pauschbetrag bei Merkzeichen H = hilflos oder Pflegegrad 4 oder 5

Der Behinderten-Pauschbetrag für blinde Menschen sowie Menschen, die als hilflos gelten, beträgt 3.700 € / 7.400 € (Merkzeichen »H« im Schwerbehindertenausweis oder festgestellte Einstufung in Pflegegrad 4 oder 5 / Werte 2020 / 2021). Dem Merkzeichen „H” steht somit die Einstufung in die Pflegegrade 4 und 5 gleich (BMF, 19.8.2016, IV C 8 - S 2286/07/10004 :005).

Verzicht auf den Behinderten-Pauschbetrag

Sie können auf den Behinderten-Pauschbetrag verzichten und stattdessen alle typischen und atypischen behinderungsbedingten Kosten nachweisen. Vor allem wenn Heimkosten anfallen, ist der Pauschbetrag schnell überschritten.

  • Bedeutung der Nachweise

Der Grad der Behinderung in Prozenten hat ausschließlich Bedeutung für die Behinderten-Pauschbeträge bei der Steuer. Für den Nachweis der Pflegebedürftigkeit und für die Leistungen aus der Pflegeversicherung gelten die Pflegegrade 1 bis 5.  Dem Merkzeichen „H” steht die Einstufung in die Pflegegrade 4 und 5 gleich (BMF, 19.8.2016, IV C 8 - S 2286/07/10004 :005).

 

♦   Übertragung des Behinderten-Pauschbetrages

Den Behinderten-Pauschbetrag für ein Kind oder für ein Enkelkind, für das Sie Anspruch auf Kindergeld oder Freibeträge für Kinder haben, können Sie durch Antrag in der Anlage Kind auf sich übertragen lassen.

Anlage Kind