Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

2.4.7 Ambulante Pflege Zeile 32 und 37

Anlage  Außergew. Belastungen Zeile 32und 37

⇒   Ambulante Pflege

Sie erhalten bei ambulanter Pflege im häuslichen Bereich für Ihre Aufwendungen einen Abzug als außergewöhnliche Belastungen und eine Steuerermäßigung wegen haushaltsnaher Aufwendungen.

♦  Außergewöhnliche Belastungen (§ 33 EStG)

Private ambulante Pflegekosten sind im Pflegefall (mindestens Pflegegrad 2) in voller Höhe außergewöhnliche Belastungen. Erstattungen von dritter Seite sind indessen gegenzurechnen, z. B. Pflegegeld oder Beihilfe. Der Rest ist absetzbar nach Abzug der sog. zumutbaren Belastung, die das Finanzamt berechnet und automatisch berücksichtigt.

♦  Haushaltsnahe Aufwendungen (§ 35a EStG)

Da Pflege im Haushalt auch eine haushaltsnahe Dienstleistung ist, gibt es einen weiteren Steuervorteil. Aufwendungen, die sich in Höhe der zumutbaren Belastung als außergewöhnliche Belastungen nicht auswirken, gelten als haushaltsnahe Aufwendungen. Dafür gibt es eine Steuerermäßigung in Höhe von 20 %, max. 4.000 €, die direkt von der Steuer abgezogen wird. 

Praktischer Fall

Einem pflegebedürftigen Steuerzahler entstehen für ambulante Pflege Kosten von 24.000 €, von denen die Pflegeversicherung 11.000 € trägt. Die verbleibenden 13.000 € sind nach Abzug der zumutbaren Belastung von z. B. 7.000 € mit 6.000 € als außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG abzugsfähig. In Höhe der zumutbaren Belastung steht Ihnen die Steuerermäßigung für haushaltsnahe Pflege- und Betreuungsleistungen zu. Sie wird in Zeile 21 beantragt. Die haushaltsnahen Aufwendungen sollen lt. Nachweis 9.000 €. Die Berechnung der Steuerermäßigung übernimmt das Finanzamt.

Der Steuerzahler trägt ein:

Anlage Außergewöhnliche Belastungen

Die Aufwendungen von 9.000 dürfen nicht noch einmal in der Anlage 35a / haushaltsnahe Aufwendungen geltend gemacht werden. Das Finanzamt berücksichtigt von den 9.000 € nur die zumutbare Belastung von 7.000 €. Die Steuerermäßigung beträgt 20 %, (max. 4.000 €)  von 7.000 € = 1.400 €.