Helfer in Steuersachen

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Anlage Außergew. Belastungen Zeile 11-16

⇒   Pflege-Pauschbetrag

Betreuen Sie einen pflegebedürftigen Angehörigen in dessen Wohnung oder in Ihrer Wohnung, können Sie anstelle einer Steuerermäßigung nach § 33 EStG einen Pauschbetrag geltend machen (Pflege-Pauschbetrag), wenn Sie dafür keine Einnahmen erhalten (§ 33b Abs. 6 EStG). Zu den Einnahmen in diesem Sinne zählt nicht das vom Pflegebedürftigen erhaltene Pflegegeld.

Der Pflege-Pauschbetrag beträgt

  1. bei Pflegegrad 2                   600 €,
  2. bei Pflegegrad 3                 1 100 €,
  3. bei Pflegegrad 4 oder 5      1 800 €.

Ein Pflege-Pauschbetrag nach Nummer 3 wird auch gewährt, wenn die gepflegte Person hilflos ist (Merkzeichen H im Schwerbehindertenausweis).

Vielfach ist die  gepflegte Person ein eigenes Kind oder der Ehepartner.

Anlage Außergew. Belastungen


  • Pflegegrade

Pflegebedürftige und Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz werden je nach ihrer noch vorhandenen Selbstständigkeit in fünf Pflegegrade eingestuft.

Für die Einstufung ist der Medizinische Dienst Ihrer Krankenkasse zuständig. Wer welchen Pflegegrad (1, 2, 3, 4 oder 5) erhält, wird durch einen Gutachter des medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) oder andere anerkannte Prüforganisationen festgestellt. Aufgrund des Gutachtens entscheidet die zuständige Pflegekasse, ob sie Ihnen einen Pflegegrad zubilligt oder Ihren Antrag ablehnt.

Wird ein Pflegegrad zugewiesen, erhält der Versicherte nach der ersten Kontaktaufnahme mit der Krankenkasse Pflegegeld von der Pflegekasse.

♦   Entgegenstehende Einnahmen

Den Pflege-Pauschbetrag können Sie nur beanspruchen, wenn Sie für die Pflege keine Entschädigung / Einnahmen erhalten. Einnahmen in diesem Sinne ist indessen nicht das Pflegegeld, das Sie von den Eltern eines behinderten Kindes zur Pflege für dieses Kind erhalten (§ 33b Abs. 6 Satz 2 EStG).

Einnahmen sind z. B. das Pflegegeld, das die hilflose Person von einer Pflegekasse erhält oder an Sie weitergibt, um Ihre Pflegedienstleistungen zu vergüten oder die Ihnen dabei entstehenden Aufwendungen zu ersetzen. Wird das Pflegegeld lediglich zur unmittelbaren Sicherung der erforderlichen Grundpflege der hilflosen Person verwendet (Bezahlung einer fremden Pflegeperson, Anschaffung von pflegenotwendigen oder pflegeerleichternden Bedarfsgegenständen), liegen keine Einnahmen vor. Das von den Eltern eines behinderten Kindes für dieses Kind empfangene Pflegegeld zählt nicht zu den Einnahmen.

♦   Übernahme von Pflegekosten

Anstelle des Pflege-Pauschbetrages können Sie die Pflegeaufwendungen auch als außergewöhnliche Belastungen geltend machen, sofern die Aufwendungen mehr als den Pflege-Pauschbetrag ausmachen oder die Einnahmen aus der Pflege übersteigen und die zu pflegende Person die Pflegekosten nicht selbst tragen kann (§ 33b Abs. 6 Satz 1 EStG). Allerdings wird dann eine "zumutbare Belastung" angerechnet.

♦   Mehrere Pflegepersonen

Wird die Pflege von mehreren Personen vorgenommen, ist der Pauschbetrag nach der Zahl der Pflegepersonen zu teilen.

Pflegen Sie mehr als eine Person, machen Sie die erforderlichen Angaben zu den Zeilen 11-12 bitte in einer formlosen Anlage mit der Überschrift "Ergänzende Angaben zur Steuererklärung" und tragen in Zeile 40 des Hauptvordrucks eine "1" ein.

Der Pflege-Pauschbetrag kann auch neben dem vom Kind auf die Eltern übertragenen Behinderten-Pauschbetrag berücksichtigt werden (vgl. die Hinweise zu den Zeilen 4-9).Werden Sie bei Ihrer Pflegeleistung von fremden Dritten gegen Entgelt unterstützt (z. B. ambulante Pflegedienste), können Sie hierfür neben dem Pauschbetrag eine Steuerermäßigung beantragen (vgl. Erläuterungen zur Anlage 35a (haushaltsnahe Dienstleistungen).