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2.1.1 Kappung der Kirchensteuer Zeile 4

Anlage Sonderausgaben

⇒   Kirchensteuer kappen / begrenzen

Bei Steuerzahlern mit hohem Einkommen wird die Kirchensteuer automatisch (nur in einigen Bundesländern, sonst auf Antrag) durch Kappung begrenzt. Dabei sind die Vorschriften des § 51a EStG zu beachten. Unter Kappung versteht man die Festlegung eines Höchstbetrags für Kirchensteuer, berechnet auf einen bestimmten Prozentsatz  des veranlagten zu versteuernden Einkommens. Übersteigt das Einkommen eine bestimmte Höhe, die Kappungsschwelle, tritt ein Steuervorteil ein.

Gekappt wird in allen Bundesländern außer Bayern. Die Kappung der Kirchensteuer wird dadurch erreicht, dass sie nur in Höhe von 2.75 bis 3.50 % (länderspezifisch) des  zu versteuernden Einkommens berechnet wird.

Ebenso wie die Lohnsteuer nimmt auch die Kirchensteuer an der Progression teil. Um die Progression zu mindern, wird die Kirchensteuer je nach Landeskirche auf 2,75%, 3%, 3,5% oder 4% des zu versteuernden Einkommens herabgesetzt (gekappt).

Beispiel: Berechnung der Kirchensteuer durch Kappung

  • Zu versteuerndes Einkommen                                   130.000 €
  • Einkommensteuer lt. Grundtabelle                              46.500 €
  • KiSt 9 % von 46.500 €                                                   4.185 €
  • Kappung auf 3 % von 130.000 € = KiSt                         3.900 €
  • Der Kappungsgewinn beträgt                                           285 €

Der Kappungsgewinn wird durch niedrigere Einkommensteuer z. T. aufgebraucht, weil die Kirchensteuer als Sonderausgabe abzugsfähig ist.

In einigen Bundesländern wird die Kirchensteuer automatisch gekappt, ansonsten auf Antrag bei der Diözese oder der Landeskirche. Das BVerwG hat den Anspruch auf Kappung für rechtmäßig erklärt (Urt. vom 21.5.2003 – 9 C 12.02).

Quelle: § 7 Abs. 2 Kirchensteuergesetz Baden-Württemberg.

Quelle: § 7 Abs. 2 Kirchensteuergesetz Baden-Württemberg