Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

2.3.0 Ausbildung / Berufsausbildungskosten Zeile 13-14

Anlage Sonderausgaben / Zeile 13-14

⇒   Berufsausbildungskosten

Das Finanzamt beteiligt sich an den Kosten Ihrer Berufsausbildung bis zu 6.000 € pro Jahr. Sind Sie verheiratet, sind 12.000 € abzugsfähig, wenn Sie beide sich noch in der Ausbildung befinden (§ 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG).

Wesentlich mehr lässt sich herausholen, wenn es sich bei den Aufwendungen um Fortbildungskosten handelt. 

Ausbildung  Fortbildung
  • Erste Lehre oder Berufsausbildung in einem Land der EU, in der Schweiz, in  Norwegen, Liechtenstein, Island; 
  • Erststudium (egal in welchem Land),
  • Besuch einer allgemeinbildenden Schule.
  • Jede beruflich veranlasste Weiterbildung nach Abschluss der ersten Ausbildung oder des Erststudiums, also z. B.
  1. Studium nach einer Ausbildung (Lehre),
  2. Masterstudium nach einem Bachelorstudium,
  3. Zweitstudium,
  4. Umschulung.

Formell gesehen gehören Ausbildungskosten zu den Sonderausgaben und sind in die Anlage Sonderausgaben Zeile 13 einzutragen. Fortbildungskosten sind hingegen Werbungskosten und gehören in die Anlage N Zeile 46.

Die Unterscheidung zwischen Ausbildungskosten und Fortbildungskosten wirkt sich auch finanziell aus. Während Ausbildungskosten nur bis zu 6.000 € abzugsfähig sind, können Fortbildungskosten in voller Höhe abgezogen werden. 

Der Abzug als Ausbildungskosten hat aber  noch einen weiteren Haken: 

Ausbildungskosten wirken sich steuerlich nur aus, wenn Sie steuerpflichtige Einkünfte haben. Außerdem werden Ausbildungskosten nur im Jahr der Zahlung berücksichtigt. Wenn Sie keine oder nur geringe Einnahmen haben, fallen  Ausbildungskosten unberücksichtigt  unter den Tisch. 

Wohingegen nicht ausgeschöpfte Fortbildungskosten durch Verlustvortrag noch in kommenden Jahren abgezogen werden können. Diesen Verlustabzug nach § 10d EStG gibt es bei den Ausbildungskosten nicht. 

Tipp Die Kosten der Berufsausbildung kann nur derjenige geltend machen, der die Ausbildung absolviert und die Kosten getragen hat. Haben Ihre Eltern die Kosten getragen, können Sie die Kosten in Ihrer Steuererklärung nicht angeben. 

Wenn Sie indessen die Kosten selbst bestreiten, weil Ihnen Ihre Eltern Geld geschenkt haben oder Unterhalt zahlen, sind die Voraussetzungen für den Abzug als Ausbildungskosten erfüllt. darfst – also zum Beispiel für Ausbildungskosten).

♦  Regelung im Detail

Aufwendungen für Ihre eigene erstmalige Berufsausbildung oder ein Erststudium, soweit nicht bereits eine abgeschlossene nichtakademische Berufsausbildung vorangegangen ist, werden bis zu einem Höchstbetrag von 6.000 € jährlich als Sonderausgaben anerkannt. Sind bei Ihrem Ehepartner entsprechende Aufwendungen entstanden, können diese ebenfalls bis zu 6.000 € jährlich als Sonderausgaben berücksichtigt werden.

Zu den Ausbildungskosten gehören z. B.

  • Lehrgangs- und Studiengebühren,
  • Aufwendungen für Fachbücher und anderes Lehrmaterial,
  • Fahrtkosten
  • Unterkunftskosten und Mehraufwendungen für Verpflegung bei auswärtiger Unterbringung.
  • Kosten für technische Geräte / Handy / Laptop

 Anlage Sonderausgaben

Das Finanzamt kürzt die geltend gemachten Aufwendungen um 2.000 € auf 6.000 €. Der Rest geht verloren.