Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

2.4.1 Versorgungsleistungen im Detail Zeile 15-22

Anlage Sonderausgaben Zeile 15-22

⇒   Versorgungsleistungen im Detail

Versorgungsleistungen aufgrund einer Vermögensübertragung sind als Sonderausgaben absetzbar. Es gilt hier das steuerliche Kongruenzprinzip. Dies bedeutet, dass der Berechtigte nach  § 22 Abs. 1 Nr. 1a EStG versteuern muss, was der Verpflichtete nach § 10 Abs. 1a Nr. 2 EStG als Sonderausgaben abziehen kann.

♦   Worum geht es?

Wenn – meistens – betagte Eltern ihren Kindern im Wege der vorweggenommenen Erbfolge Vermögen übertragen und die Kinder sich im Gegenzug verpflichten, die Eltern durch wiederkehrende Leistungen zu versorgen, sind Leistung und Gegenleistung regelmäßig nicht ausgeglichen. Bei diesen Rechtsgeschäften handelt es sich deshalb nicht um Kaufverträge, vielmehr um Übergabeverträge. Die Versorgungsleistungen der Kinder können steuerlich als Sonderausgaben absetzbar sein (§ 10 Abs. 1a Nr. 2 EStG).

  • Neuregelung seit 01.01.2008

Der Abzug von Versorgungsleistungen ist seit 2008 nur bei der unentgeltlichen Übertragung von Betriebsvermögen möglich (§ 10 Abs. 1a Nr. 2 EStG). Die Übertragung von Privatvermögen z. B. in Form eines Grundstücks wird nicht mehr gefördert.

Wichtig: Bei Verträgen ab 2008 wird auch nicht mehr zwischen Renten und dauernden Lasten unterschieden. Die Versorgungsleistungen sind immer als dauernde Lasten zu beurteilen und somit in voller Höhe beim Verpflichteten abzugsfähig und vom Berechtigten in voller Höhe zu versteuern.

Beispiel: V überträgt im Jahr 2018 seinem Kind K im Wege der vorweggenommenen Erbfolge seinen Gewerbebetrieb / Beteiligung an einem Unternehmen. Nach dem Übergabevertrag hat K an seinen Vater V bis an sein Lebensende Versorgungsleistungen in Höhe von monatlich 3.000 € zu erbringen.

Die Vermögensübertragung erfolgt unentgeltlich, ist also kein Kaufvertrag. K hat deshalb keine Anschaffungskosten, vielmehr sind die Buchwerte des Betriebes fortzuführen (§ 6 Abs. 3 EStG). Die Versorgungsleistungen an V kann K in voller Höhe als Sonderausgaben (dauernde Lasten) geltend machen (§ 10 Abs. 1a Nr. 2 EStG). V versteuert die Versorgungsleistungen korrespondierend .

K trägt ein

Anlage Sonderausgaben

 V trägt ein

Anlage SO