Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

2.0.7 Die Identifikationsnummer Zeile 8

Hauptvordruck

Die Identifikationsnummer (IdNr) ist eine  steuerliche Kennzahl. Sie gilt  fürs ganze Leben (§ 139b AO).

  • Datenübermittlung

Unter Angabe der IdNr. müssen bestimmte mitteilungspflichtige Stellen den Steuerbehörden steuerrelevante Daten - nach Ablauf des Kalenderjahres bis Ende Februar des folgenden Jahres - durch Datenfernübertragung übermitteln. Welche Stellen davon betroffen sind, können die Steuerbehörden bestimmen (§ 93d AO).

Dies bedeutet: Über die Identifikationsnummer werden dem Finanzamt auf elektronischem Wege zahlreiche Informationen übermittelt bzw. das Finanzamt kann über einen Datenabruf darauf zugreifen und kann diese mit den erklärten Angaben in der Steuererklärung automatisiert abgleichen kann. Zu diesen Daten zählen im Wesentlichen:

  • Vom Arbeitgeber die LSt-Bescheinigung mit Angaben zum  Bruttolohn, Steuerabzugsbeträge, Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung, etc.
  • von anderen Stellen (z. B. Bundesagentur für Arbeit, Krankenversicherung) gezahlte Lohnersatzleistungen (z. B. Kranken-, Arbeitslosen-, Kurzarbeitergeld, Zuschuss zum Mutterschaftsgeld, Erziehungsgeld) und Insolvenzgeld
  • Beiträge zur Krankenversicherung und Pflegepflichtversicherung (sofern der Datenübermittlung zugestimmt wurde, was Abzugsvoraussetzung ist) und Beitragserstattungen
  • gezahlte Beiträge in einen Riester- oder Rürup-Versicherungsvertrag
  • von Rentenversicherungsträgern ausgezahlte Renten (einschließlich Riester- und Rürup-Renten) sowie Zuschüsse zur Krankenversicherung und aus der Rente abgeführte Kranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträge
  • für und von berücksichtigungsfähigen Kindern geleistete Kranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträge
  • von Banken vom Kapitalertragsteuerabzug freigestellte Zinsen, insbesondere wenn insgesamt höhere Zinsen freigestellt worden sind als in der Höhe des Sparer-Pauschbetrags von 801 €/1.602 € und bei einer erteilten Nichtveranlagungsbescheinigung
  • ausgezahlte Lebensversicherungsleistungen
  • elektronische Vermögensbildungsbescheinigung für vermögenswirksame Leistungen.

Hauptvordruck Papierformular

Die IdNr findet man in den Steuererklärungen und Steuerbescheiden der Vorjahre. Notfalls können Sie diese beim Bundeszentralamt für Steuern anfordern (identifikationsmerkmal.de). Sie können Ihre Steuererklärung aber auch ohne IdNr abgeben, denn dem Finanzamt ist Ihre IdNr bekannt.

Mit der IdNr und den zusätzlich zur IdNr im Bundeszentralamt für Steuern gespeicherten Daten kann jeder Bundesbürger genau „identifiziert“ werden (§ 139b AO).

Zur elfstelligen IdNr sind im Bundeszentralamt für jeden Bundesbürger die wichtigsten persönlichen Daten wie Name, Anschrift, Geschlecht, Geburtsdatum, Geburtsort und das zuständige Finanzamt hinterlegt. Die Daten werden ständig über die Meldebehörden aktualisiert. Die IdNr erhöht die Transparenz und die Kontrollmöglichkeiten im Besteuerungsverfahren und führt zu technischen Erleichterungen des Finanzamts im Umgang mit den Steuerzahlern, auch bei der Erfassung der dem Progressionsvorbehalt unterliegenden steuerfreien Leistungen wie Arbeitslosengeld, Krankengeld etc.

Steuerbetrug, aber auch Leistungsmissbrauch im Sozialbereich, können mit Hilfe der IdNr. wirksamer bekämpft werden.

Der Fiskus hat damit seine Kontrollmöglichkeiten erheblich ausgeweitet, insbesondere Mini-Jobber, Hatz-IV-Empfänger, Rentner, Sparer und Arbeitnehmer sind zu gläsernen Steuerbürgern geworden. Auch verspricht sich der Fiskus von der IdNr eine höhere Effizienz in der Verwaltung.

⇒   Steuer-ID wird zur Bürgernummer

Die Bürger sollen beim Kontakt mit der Verwaltung nicht immer wieder die gleichen Daten angeben müssen, obwohl sie bei einer anderen Stelle in der Verwaltung bereits bekannt sind. Mit dem Inkrafttreten des Registermodernisierungsgesetzes kann das „Once-Only“-Prinzip verwirklicht werden, so müssen bereits in Registern gespeicherte Angaben und Nachweise nicht immer wieder aufs Neue vorgelegt werden.

Mit dem Gesetz zur Einführung und Verwendung einer Identifikationsnummer in der öffentlichen Verwaltung und zur Änderung weiterer Gesetze (sogenanntes Registermodernisierungsgesetz) wird die Steuer-Identifikationsnummer als ein übergreifendes "Ordnungsmerkmal" für besonders relevante Register eingeführt, zum Beispiel dem Melderegister, Personenstandsregister und Fahrzeugregister. Dies ist ein wichtiger Schritt bei der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes. Die neuen Regeln sind ein bedeutender Baustein für moderne Register der öffentlichen Verwaltung.

Start des Gesetzes ist noch unklar.