Helfer in Steuersachen

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1.1.1.2 Direktversicherung: Ein Muss für Arbeitnehmer

Anlage Vorsorgeaufwand

Für Arbeitnehmer sozusagen ein Muss: Die Direktversicherung. Darunter versteht man eine Lebensversicherung, die der Arbeitgeber zugunsten seines Arbeitnehmers abschließt, bei der aber die späteren Leistungen nicht erst an den Arbeitgeber, sondern direkt an den Arbeitnehmer als Ergänzung seiner Altersvorsorge als Rente ausgezahlt werden. Deshalb darf die Leistung des Versicherungsträgers frühestens nach dem 60. Lebensjahr beginnen. 

Die Beiträge werden vom Bruttolohn abgezweigt und sind in bestimmter Höhe nach § 3 Nr. 63 EStG steuerfrei.  

Tipp 1: Vereinbaren Sie mit Ihrem Arbeitgeber, die nächste Gehaltserhöhung als Beiträge in einer Direktversicherung einzuzahlen. Man spricht von Gehaltsumwandlung. 

Sieht der Versicherungsvertrag lebenslange Rentenzahlungen oder regelmäßige Zahlungen nach einem Auszahlungsplan vor, sind die Versicherungsbeiträge in Höhe von 8 % der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung (West) steuerfrei. Für 2022 sind das mtl. 8 % von 7.050 € = 564 €.

Der Vorteil: Die Direktversicherung zählt nicht zu den Vorsorgeaufwendungen, bei denen sich Lebensversicherungen, soweit es sich nicht um Rürup-Renten handelt, meist überhaupt nicht steuerlich auswirken. 

Tipp 2: Arbeitet Ihr Ehepartner / Lebenspartner in Ihrem Unternehmen mit, können Sie die Beiträge für dessen  Altersversorgung z. B. in Form einer Direktversicherung als Betriebsausgaben / Lohnkosten absetzen. Eine solche Regelung wird vom Finanzamt aber nur akzeptiert, wenn sie "angemessen" ist. Danach dürfen die Ausgaben zur Altersversorgung für den mitarbeitenden Partner 30 % des steuerpflichtigen Arbeitslohns nicht übersteigen (BFH Urt. vom 16. 5. 1995 - BStBl 1995 II S. 873). 

Beispiel: Der steuerpflichtige Jahresarbeitslohn des mitarbeitenden Partners beträgt 24.000 €. Zur Altersversorgung gehören zunächst die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung von 18.6 %. Der Rest von 11.4 % von 24.000 € = 2.736 € kann in die steuerfreie Direktversicherung fließen.