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Anlage AV
⇒ Höhe der Riester-Sparzulage
Bei der Sparzulage wird unterschieden zwischen der Grundzulage für Erwachsene und der Kinderzulage für kindergeldberechtigte Kinder. Die Grundzulage beträgt 175 €, die Kinderzulage 185 €, für nach 2008 geborene Kinder 300 €.
Für die volle Riester-Zulage müssen Sie pro Jahr den Mindesteigenbeitrag einzahlen. Dieser beträgt 4 Prozent Ihres rentenversicherungspflichtigen Einkommens aus dem Vorjahr, begrenzt auf maximal 2.100 Euro. Von diesem Betrag werden mögliche Zulagen noch abgezogen.
Wer als Sparer beim Abschluss eines Vertrages noch keine 25 Jahre alt ist, erhält als Prämie einmalig 200 €.
Die Altersvorsorgezulage wird gekürzt, wenn der Zulageberechtigte nicht den Mindesteigenbeitrag leistet (§ 86 EStG). Zahlt der Zulageberechtigte nicht den erforderlichen Mindesteigenbeitrag, werden Grundzulage und Kinderzulage nach dem Verhältnis der geleisteten Altersvorsorgebeiträge zum erforderlichen Mindesteigenbeitrag gekürzt.
Zahlen Sie in Ihren Riester-Vertrag so viel ein, dass Sie die volle staatliche Zulage erhalten. Das ist der sog. Mindestbeitrag. Der Mindestbeitrag beträgt 4 % des rentenversicherungspflichten Bruttolohns des Vorjahres. Dies bedeutet: Je höher der Bruttolohn des Vorjahres, desto höher ist der Mindestbeitrag für die volle Zulage. Die Sparzulage selbst zählt allerdings mit zum Mindestbeitrag, nur der Rest ist aus eigener Tasche aufzubringen. Sparbeitrag und Sparzulage müssen also den Mindestbeitrag ausmachen. Reicht dieser Betrag nicht aus, erhält der Sparer die Zulage nur anteilig.
Beispiel:
Ehepaar mit zwei Kindern, Bruttogehalt des Vorjahres 40.000 €, hat mtl. 100 € in den Vertrag eingezahlt.
| Anspruch auf Sparzulage | ||
| Grundzulage für zwei Erwachsene 175 € x 2 = | 350 € | |
| + Kinderzulage für zwei Kinder 300 € x 2 = | 600 € | |
| Anspruch auf Sparzulage insgesamt | 950 € > | 950 € |
| Mindesteigenbeitrag | ||
| Vorjahresbezüge 40.000 €, davon 4 %, höchst. 4.200 € | 1.600 € | |
| Abzüglich Zulage | 950 € | |
| Mindesteigenbeitrag | 650 € | |
| Einzahlung in den Vertrag 1.200 €, mind. 650 € | 1.200 € > | 1.200 € |
| Gutschrift auf dem Konto | 2.150 € |
Dies bedeutet: Mit 2.150 € ist der Mindesteigenbeitrag von 1.600 € erreicht.
Tipp Familienförderung wahr gemacht
Weil von der geforderten Eigenleistung die Zulagen abgezogen werden, sind Eltern mit geringem Bruttolohn und mehreren Kindern besonders im Vorteil, denn ihr Mindestbeitrag geht schnell gegen Null. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Ein Beitrag von 4 % eines geringen Bruttolohns führt zu einem geringen Mindestbeitrag, von dem dann noch die Zulagen abgezogen werden.
♦ Sockelbeitrag und Mindestbeitrag
Sockelbeitrag und Mindestbeitrag sind im Zusammenhang zu sehen. Wer überhaupt eine Sparzulage erhalten will, muss als Sockel mindestens eine Sparleistung von 60 € im Jahr aufbringen. Diese Sparleistung muss aber auch mindestens 4 % des Bruttolohns vom Vorjahr ausmachen, höchstens 2.100 €. Andernfalls wird die Sparzulage gekürzt.
Beispiel:
Eine alleinstehende Arbeitnehmerin mit zwei Kindern hat in 2021 einen Bruttolohn von 14.000 €. Für die volle Zulage 2022 hat sie aufzubringen
| Mindestbeitrag 4 % von 14.000 € | 560 € |
| - Grundzulage | 175 € |
| - Kinderzulage | 600 € |
| Mindestbeitrag 0 €, mindestens Sockelbeitrag | 60 € |
Für die volle Zulage muss die Arbeitnehmerin mindestens als Sockelbeitrag 60 € im Jahr aufbringen. Dies sind 5 € monatlich.
♦ Tipp Hohe Rendite für Geringverdiener
Wie großzügig die Riester-Regelung insbesondere bei Geringverdienern ist, zeigt die folgende Übersicht. Bereits mit einem Sparbeitrag von 120 € im Jahr kann ein Geringverdiener-Ehepaar mit zwei Kindern Zulagen in Höhe von (350 € + 600 € =) 950 € beanspruchen.
Übersicht:
| Zulage | Alleinst. ohne Kind | Alleinst. mit 1Kind | Ehepaar* ohne Kind | Ehepaar* mit 1 Kind |
| Höhe | 175 € | 475 € | 350 € | 650 € |
* Alleinverdiener