Helfer in Steuersachen

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2.0.0 Z E I L E für Z E I L E durch das Formular

Anlage R

Renten-Daten, die dem Finanzamt elektronisch von den mitteilungspflichtigen Stellen (Rentenkassen) gemeldet werden (Zeilen sind mit  gekennzeichnet), müssen Sie nicht eintragen. Dies kann im Ergebnis dazu führen, dass eine Anlage R nicht abzugeben ist, auch wenn Sie Rentenbezüge zu versteuern haben.

Anlage R Papierformular

 

Alle notwendigen Angaben zur Besteuerung der Renten liegen dem Finanzamt durch Mitteilungen der Rentenkassen / Leistungsträger bereits vor. 

 

Deshalb verzichtet die Finanzverwaltung auf die Angabe der von den Rentenkassen elektronisch übermittelten Daten (eDaten) in der  Einkommensteuererklärung. Die Abgabe der Anlage R erübrigt sich. 

 

Es genügt vollauf, wenn Sie dem Finanzamt den Hauptvordruck zusenden, ferner die Anlage Vorsorgeaufwand, in der Sie Ihre Vorsorgeaufwendungen (z. B. Beiträge zur Krankenversicherung und Haftpflichtversicherung) und ggfs. die Anlage Haushaltsnahe Aufwendungen angeben. 

♦   Rentenbezugsmitteilung

Von Ihrem Versorgungsträger erhalten Sie auf Antrag eine Leistungsmitteilung über die Rente (Rentenbezugsmitteilung). Die Rentenbezugsmitteilung wird jährlich zugesandt, wenn Sie diese einmal beantragt haben. In der Rentenbezugsmitteilung werden alle für die Steuererklärung notwendigen Angaben aufgeführt.

  • Lediglich zur Kontrolle

Anhand der Rentenbezugsmitteilung können Sie den Steuerbescheid dahingehend überprüfen, ob das Finanzamt bei der Veranlagung die Rentendaten zutreffend zugrunde gelegt hat.

♦   Versorgungsbezüge sind keine Renten 

Bei wiederkehrenden Bezügen ist u. A. zu unterscheiden, ob sie vom früheren Arbeitgeber aufgrund eines früheren Dienstverhältnisses oder aus einer anderen Quelle stammen. Die Besteuerung hängt davon ab, wie die Beiträge ursprünglich - in der sog. Ansparphase - steuerlich behandelt wurden. 

Wiederkehrende Bezüge, die – in der Ansparphase - aufgrund eines früheren Dienstverhältnisses gezahlt werden, sind keine Renten, vielmehr Einnahmen aus nicht selbstständiger Arbeit (§ 19 EStG). Dazu gehören Beamtenpensionen und Betriebspensionen. Es kann ein Versorgungsfreibetrag gewährt werden, wenn der Steuerpflichtige das 63. Lebensjahr oder, wenn er schwerbehindert ist, das 60. Lebensjahr vollendet hat (§ 19 Abs.2 EStG).

Wiederkehrende Bezüge aus einer anderen Quelle, die - in der Ansparphase – als Vorsorgeaufwendungen / Beiträge zur Basis-Rentenversicherung (§ 10 EStG) abzugsfähig waren, sind als Renten zu behandeln (§ 22 EStG), desgleichen Betriebsrenten, deren Beiträge in der Ansparphase ganz oder teilweise steuerfrei waren (§ 3 Nr. Nr. 62 und 63 EStG). 

Zu den Basis-Rentenversicherungen gehört insbesondere die gesetzliche Rentenversicherung.

Wiederkehrende Bezüge zur Altersversorgung werden unterschiedlich besteuert. Die jeweiligen Regelungen sind indessen nur schwer einzuordnen. 

Die Rentner haben bei der Abgabe der Anlage R allerdings kein großes Problem damit. Denn alle Angaben zur Besteuerung der Renten liegen dem Finanzamt durch Mitteilungen der Rentenkassen / Leistungsträger bereits vor. 

Deshalb verzichtet die Finanzverwaltung auf die Angabe der von den Rentenkassen elektronisch übermittelten Daten (eDaten) in der  Einkommensteuererklärung. Die Erstellung der Steuererklärung wird dadurch wesentlich vereinfacht.

♦   Basis-Leibrenten / Anlage R Zeile 4-9 

Leibrenten und andere Leistungen aus den gesetzlichen Rentenversicherungen, der landwirtschaftlichen Alterskasse und den berufsständischen Versorgungseinrichtungen unterliegen nur mit einem bestimmten Anteil der Besteuerung, der sich nach dem Jahr des Rentenbeginns richtet.

Die entsprechenden Daten werden von den inländischen Versicherungsträgern elektronisch an Ihr Finanzamt übermittelt.

Sie müssen diese Daten nicht mehr in die mit gekennzeichneten Zeilen / Bereiche der Anlage R eintragen. Möchten Sie von diesen Daten abweichen, sind die Eintragungen weiterhin vorzunehmen.

Falls Sie eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung bezogen haben, können Sie von dieser zur Überprüfung der elektronisch übermittelten Daten eine „Mitteilung zur Vorlage beim Finanzamt“ über Ihre bezogenen Renteneinkünfte anfordern.

Diese wird Ihnen dann in den Folgejahren automatisch unaufgefordert zugesandt..

Anlage R Papierformular / Zeile 4-9

♦    Leibrenten aus privaten Versicherungen / Anlage R Zeile 13-18

Zu den sonstigen Leibrenten gehören die Renten aus privaten Rentenversicherungen. Diese Renten sind von dem Systemwechsel durch das Alterseinkünftegesetz nicht betroffen. Sie unterliegen der Besteuerung mit dem Ertragsanteil. Die Höhe des Ertragsanteils richtet sich nach dem Lebensalter des Rentenberechtigten zu Beginn des Rentenbezugs. Hat der Rentenberechtigte zum Beispiel bei Beginn der Rente das 60. Lebensjahr vollendet, beträgt der Ertragsanteil 22 %.

  • eDaten

Die entsprechenden Daten werden von den inländischen privaten Rentenversicherungen elektronisch an Ihr Finanzamt übermittelt. Sie müssen diese Daten nicht mehr in die mit gekennzeichneten Zeilen / Bereiche der Anlage R eintragen. Möchten Sie von diesen Daten abweichen, sind die Eintragungen weiterhin vorzunehmen.

Hinweis: Private nicht zertifizierte Rentenversicherungen kommen in der Praxis kaum noch vor. Die meisten Verträge lohnen sich derzeit nicht wegen hoher Kosten und gleichzeitig geringer Rendite. Lediglich bei  steuerbegünstigten zertifizierten Verträgen - als Riester-Rente, Rürup-Rente oder betriebliche Altersvorsorge - kann ein Abschluss sinnvoll sein.

Anlage R Papierformular / Zeile 13-18

  • Tabelle für sonstige Leibrenten- auszugsweise -  (§ 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. bb EStG)

Anmerkung: Private Rentenversicherungen kommen in der Praxis kaum noch vor. Die meisten Verträge lohnen sich derzeit nicht wegen hoher Kosten und gleichzeitig geringer Rendite. Lediglich als Riester-, Rürup oder betriebliche Altersvorsorge kann ein Abschluss sinnvoll sein.

♦   Sonstige Leibrenten / Anlage R Zeile 31-36

Leibrenten aus sonstigen Verpflichtungsgründen (z. B. Renten aus Veräußerungsgeschäften) werden nicht elektronisch übermittelt und müssen immer eingetragen werden.

Einzutragen ist in Zeile 31 der Jahres(brutto)rentenbetrag, der je nach Art der Rente nicht mit dem ausgezahlten Betrag identisch sein muss. Anzugeben sind auch Rentennachzahlungen. Unter Beginn der Rente in Zeile 32 ist der Zeitpunkt zu verstehen, ab dem die Rente (ggf. nach rückwirkender Zubilligung) tatsächlich bewilligt worden ist.

Eintragungen in den Zeilen 34 und 35 sind erforderlich, wenn Ihre Leibrente zeitlich befristet ist.

Die in Zeile 31 enthaltenen Nachzahlungen für mehrere vorangegangene Jahre sind hier zusätzlich in Zeile 36 einzutragen. Dabei sind die Nachzahlungen für das laufende Kalenderjahr 2020 nicht mit einzutragen. Aufgrund dieser Eintragung wird das Finanzamt prüfen, ob für diese Nachzahlungen eine ermäßigte Besteuerung in Betracht kommt. Nachzahlungen, die nur ein Kalenderjahr betreffen, sind hier nicht einzutragen.

Anlage R Papierformular / Zeile 31-36