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2.1.0.1 Abschreibung / Absetzung für Abnutzung Zeile 42

Anlage N

Das für Werbungskosten geltende Abflussprinzip (§ 11 EStG) sieht zwar vor, dass Ausgaben für das Kalenderjahr abzusetzen sind, in dem sie verausgabt (abgeflossen) sind.

Die gilt nicht für Wirtschaftsgüter, insbesondere für Arbeitsmitteln, deren Nutzung sich erfahrungsgemäß auf einen Zeitraum von mehr als 1 Jahr erstreckt. In diesen Fällen sind die Anschaffungs- oder Herstellungskosten auf die Kalenderjahre der voraussichtlichen gesamten Nutzungsdauer des Arbeitsmittels zu verteilen und in jedem dieser Jahre anteilig als Werbungskosten abzuziehen.

  • Kraftfahrzeug als Arbeitsmittel

Ein Kraftfahrzeug kann Arbeitsmittel sein, wenn es ausschließlich oder fast ausschließlich (mehr als 90 %) für dienstliche Zwecke genutzt wird, z. B. das Kraftfahrzeug eines Reisevertreters, eines Kundendienstberaters, eines Monteurs.

Beispiel: Der Arbeitnehmer nutzt seinen im Juni 01 angeschafften privaten PKW zu mehr als 90 % zu beruflichen  Zwecken. Die Anschaffungskosten betragen 36.000 € brutto. Als Nutzungsdauer sind lt. amtlicher AfA-Tabelle 6 Jahre = 72 Monate zugrunde zu legen. 

Der steuerliche Wert des PKW entwickelt sich wie folgt: 

Anschaffungskosten  36.000 €
Abschreibung 01 = 7/ 72 von 36.000 € =    3.500 €
Wert 31.12.01  32.500 €
Abschreibung 02 = 12/72 von 36.000  =      6.000 € 
Wert 31.12.02    26.500 €
usw  
  • Wichtig: Computerhardware und Software

Computerhardware und Software wird nicht über die Nutzungsdauer abgeschrieben, sondern nur noch über 1 Jahr  BMF-Schreiben vom 26.2.2021 – IV C 3 – S 2190). Für Smart-Phone ist eine Nutzungsdauer von 5 Jahren zugrunde zu legen.

  • Antiquitäten 

AfA sind auch zulässig auf die Anschaffungskosten für alte Möbelstücke (Antiquitäten) mit Wertsteigerungserwartungen wenn die Möbel ausschließlich beruflich genutzt werden (BFH Urteil vom 31.1.1986 – VI R 78/82). Dies gilt auch für alte Musikinstrumente (BFH Urteil vom 1.3.2002 – VI R 141/00).

  • Zeitanteilige AfA

Im Anschaffungsjahr wird die AfA zeitanteilig nach Monaten vorgenommen. Wird ein als Arbeitsmittel genutztes Wirtschaftsgut veräußert, ist ein sich evtl. ergebender Veräußerungserlös bei den Einkünften aus nicht selbstständiger Arbeit nicht zu erfassen. Bis zum Zeitpunkt der Veräußerung ist indessen die AfA noch vorzunehmen.

  • Umwidmung zu beruflichen Zwecken

Wenn der Arbeitnehmer einen Gegenstand zunächst privat verwendet und ihn erst nach Jahren privater Nutzung als Arbeitsmittel der beruflichen Nutzung zuführt (Umwidmung), ist die AfA auf der Grundlage der Anschaffungs- oder Herstellungskosten einschließlich Umsatzsteuer nach der voraussichtlich gesamten Nutzungsdauer des Wirtschaftsguts in gleichen Jahresbeträgen zu bemessen. Der auf den Zeitraum vor der Umwidmung als Arbeitsmittel entfallende Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Wirtschaftsguts (die fiktive AfA ) gilt als abgesetzt (H 9.12 LStH Absetzung für Abnutzung). Dies bedeutet: Im Zeitpunkt der Umwidmung beginnt keine neue AfA von einem fiktiven Einlagewert (FG München Urteil vom 29.3.2011 – 13 K 2013/09).

Beispiel: Alter Teppich vom Wohnzimmer und Arbeitszimmer verfrachtet.