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2.4.2 Elektrofahrzeuge als Dienstwagen Zeile 6

Anlage N

Bei der privaten Nutzung eines Dienstwagens mit Elektromotor oder mit Hybridmotor ist die Berechnung ähnlich wie bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, aber wesentlich komplizierter. Weil deren Bruttolistenpreise in der Regel wesentlich höher sind als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, gibt es mehrere Methoden, mit denen deren realer Nutzungswert günstiger Berechnet werden kann. Dadurch sollen diese Fahrzeuge gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor konkurrenzfähig sein. Schließlich bringt der höhere Listenpreis keinen realen höheren Nutzungswert (§ 8 Abs. 2 Satz 2 i. V. mit § 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG).

Die Lösung besteht darin, den tatsächlichen Bruttolistenpreis niedriger anzusetzen.

Guter Rat

Die Regelungen zur privaten Nutzung von Dienstwagen mit Elektromotor sind relativ komplex, wie man so schön sagt. Wenn es denn wirklich ein Elektroauto oder Hybridauto werden soll, lassen Sie sich vom Händler bestätigen, ob die Voraussetzungen für einen Steuernachlass vorliegen und wenn ja in welcher Höhe.

♦   Details zur Besteuerung des Nutzungswerts

Der private Nutzungswert eines Dienstwagens ist pro Monat mit 1 % des Fahrzeuglistenpreises zu bewerten.

Handelt es sich um ein Elektro- oder Hybridelektrofahrzeug, wird der Listenpreis wie folgt angesetzt:

  • Nach 2018 bis zum 31.12.2021 angeschaffte Fahrzeuge: Ansatz mit 50 % des Bruttolistenpreises, sofern das Fahrzeug die Voraussetzungen des § 3 Abs. 2 Nr. 1 oder 2 EmoG erfüllt.
  • Nach 2018 bis zum 31.12.2030 angeschaffte Fahrzeuge: Ansatz mit 25 % des Bruttolistenpreises, wenn das Fahrzeug kein CO2 ausstößt und dessen Bruttolistenpreis nicht mehr als 40.000 € beträgt.
  • Nach 2021 bis zum 31.12.2024 angeschaffte Fahrzeuge: Ansatz mit 50 % des Bruttolistenpreises, wenn das Fahrzeug höchstens 50 Gramm Kohlendioxid je gefahrenen Kilometer ausstößt oder allein mit Elektrobetrieb eine Reichweite von wenigstens 60 Kilometern hat.
  • Nach 2024 bis zum 31.12.2030 angeschaffte Fahrzeuge: Ansatz mit 50 % des Bruttolistenpreises, wenn das Fahrzeug höchstens 50 Gramm Kohlendioxid je gefahrenen Kilometer ausstößt oder allein mit Elektrobetrieb eine Reichweite von wenigstens 80 Kilometern hat.

Beispiel

Kürzung E-Fahrzeuge bei 1 %-Regelung ab 1.1.2019 / 1.1.2020

Der Arbeitnehmer nutzt ab Januar 2020 ein Elektrofahrzeug als Dienstwagen, das er auch privat und für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte nutzt. Der Bruttolistenpreis hat 50.500 € betragen. Die Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte beträgt 20 km einfache Wegstrecke. Der Arbeitgeber übernimmt die pauschale Lohnsteuer für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mit 15 % (§ 40 Abs. 2 Satz 2 EStG).

Der Bruttolistenpreis darf um 50 % gemindert werden, abgerundet auf 100 € = 25.200 €  

Berechnung

Nutzungswert für Privatfahrten    
12 Monate mit je 1 % von 25.200 € (12 x 252 €) =   3.024 €
+Zuschlag für Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte     
12 Monate x 0.03 % von 25.200 € = 90.72 € x 20 km = 1.814 €  
- Davon pauschal verst. 180 Tage x 20 km X 0.30 € (Entfernungspausch.) = 1.080 €  
Verbleiben 432 € >   734 €
Mit der Lohnabrechnung zu versteuern   3.758 €

 

Neuregelung für E-Bike

Fahren Sie mit dem E-Bike vom Arbeitgeber auch privat, ist der geldwerte Vorteil steuerfrei, wenn Ihnen der Arbeitgeber das Bike zusätzlich zu Ihrem Gehalt zur Verfügung stellt. Unabhängig davon können Sie die Entfernungspauschale von 0.30 € je Entfernungskilometer zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte beanspruchen (§ 3 Nr. 37 EStG).

Tipp Erwerb des E-Bikes vom Arbeitgeber

Der Arbeitnehmer kann nach Beendigung der Leasing-Zeit von drei Jahren das von ihm bis dahin genutzte (Elektro-)Fahrrad vom Arbeitgeber erwerben, ohne dass Lohnsteuer anfällt, wenn der Verkaufspreis mindestens 40 % des Neupreises einschließlich USt beträgt (BMF, 17.11.2017, IV C 5 - S 2334/12/10002 – 04).