Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

1.0.5 Dem Kind steuerfreie Einkünfte verschaffen

Anlage Kind

Wenn Ihr Kind keine eigenen Einkünfte hat, wird es nicht zur Einkommensteuer veranlagt. So gehen Jahr für Jahr alle seine steuerlichen Freibeträge verloren. Sie als Eltern können indessen die Freibeträge des Kindes nutzen, indem Sie Ihrem Kind Einkünfte verschaffen. Zudem tritt bei Ihnen progressionsbedingt eine Steuerersparnis ein, weil Sie weniger zu versteuern haben.

Ein ganz legales Steuersparmodell besteht darin, dem Kind vermieteten Grundbesitz zu übertragen, z. B. eine vermietete Wohnung. Die Mieteinkünfte, die daraufhin dem Kind zuzurechnen sind (§ 2 Abs. 1 Satz 1 EStG), bleiben bis zur Höhe des Grundfreibetrages von 9.984 € (Wert für 2022) steuerfrei und mindern gleichzeitig Ihre eigenen Einkünfte. Außerdem ist die Rendite aus dem Objekt brutto gleich netto, wenn das Kind für die Mieteinkünfte keine Steuern zahlt.

Der Gang zum Notar ist bei der Übertragung eines Grundstücks Pflicht; er soll vor voreiligen Entschlüssen schützen.

Beispiel:  Höhere Nettorendite nach Steuern

Die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung aus einer für 100.000 € erworbenen Eigentumswohnung betragen 5.000 €. Die Bruttorendite aus dieser Investition - vor Steuern - beträgt somit (5.000 € : 100.000 € x 100 =) 5 %. Beträgt Ihr persönlicher Steuersatz rd. 50 % (45 % plus Nebensteuern), bleiben 2.500 € netto übrig. Damit vermindert sich die Bruttorendite nach Steuern auf (2.000 € : 100.000 € x 100 =) 2.5 %. Wenn Sie die Eigentumswohnung auf Ihr Kind überschreiben lassen, bleibt der Familie die volle Rendite von 5 % erhalten.

Dieses Steuersparmodell  hat seit 2012 an Attraktivität gewonnen, nachdem die Höhe der eigenen Einkünfte von volljährigen Kindern für Kindergeld und Kinderermäßigung ohne Bedeutung sind (§ 32 Abs. 4 Satz 2 EStG). Gehören Sie den Großverdienern, können Sie der Einkommensteuerprogression, der Sie selbst unterliegen, die Spitze brechen, indem Sie Ihrem Kind Einkünfte über den Grundfreibetrag hinaus zukommen lassen, ohne dass Sie den Bezug von Kindergeld oder Kinderfreibeträge gefährden.

02.22