Helfer in Steuersachen

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2.1.0 Behinderten-Pauschbetrag Zeile 4-9

Anlage Außergew. Belastungen

Für Menschen mit einer Behinderung besteht die Möglichkeit, anstelle eines Einzelnachweises für ihre Aufwendungen für den täglichen behinderungsbedingten Lebensbedarf einen Behinderten-Pauschbetrag zu beantragen. Der Pauschbetrag soll der bestimmte Erschwernisse ausgleichen, die behinderten Menschen im Verhältnis zu Nichtbehinderten entstehen (§ 33b Abs. 1 EStG). 

♦   Höhe der Pauschbeträge

Die Pauschbeträge sind nach dem Grad der Behinderung gestaffelt. Ab 2021 gelten höhere Pauschbeträge.

Bis 2020   Ab 2021  
Grad der Behinderung Pauschbetrag Behinderung Pauschbetrag
    20 % 384 €
25  und 30  310 € 30 % 620 €
35 und 40  430 € 40 % 860 €
45 und 50  570 € 50 % 1.140 €
55 und 60  720 € 60 % 1.440 €
65 und 70  890 € 70 % 1.780 €
75 und 80  1.060 € 80 € 2.120 €
85 und 90  1.230 € 90 % 2.460 €
95 und 100  1.420 € 100 % 2.840 €
  • Pauschbetrag bei Merkzeichen H = hilflos oder Pflegegrad 4 oder 5

Der Behinderten-Pauschbetrag für blinde Menschen sowie Menschen, die als hilflos gelten, beträgt 7.400 € (Merkzeichen »H« im Schwerbehindertenausweis oder festgestellte Einstufung in Pflegegrad 4 oder 5 / Wert ab 2021). Dem Merkzeichen „H” steht somit die Einstufung in die Pflegegrade 4 und 5 gleich (BMF, 19.8.2016, IV C 8 - S 2286/07/10004 :005).

Verzicht auf den Behinderten-Pauschbetrag

Sie können auf den Behinderten-Pauschbetrag verzichten und stattdessen alle typischen und atypischen behinderungsbedingten Kosten nachweisen. Vor allem wenn Heimkosten anfallen, ist der Pauschbetrag schnell überschritten.

Beispiel:

Der Steuerpflichtige hat einen Schwerbehindertenausweis, in dem eine Behinderung von 80 ausgewiesen ist. 

Anlage Außergew. Belastungen Papierformular

Tipp Kosten im Pflegeheim höher

Leben Sie in einem Pflegeheim, ist es meistens günstiger, anstelle des Pauschbetrags von 7.400 € die tatsächlichen Kosten anzusetzen. Lesen Sie dazu den Beitrag 2.4.3 Pflegekosten 

♦   Welche Aufwendungen sind abgegolten?

Mit dem Pauschbetrag abgegolten sind die Aufwendungen für die Hilfe bei den gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen des täglichen Lebens und Ausgaben für einen erhöhten Wäschebedarf sowie die Pflegeaufwendungen. Wählen Sie den Pauschbetrag, können Sie die Pflegeaufwendungen weder als außergewöhnliche Belastungen lt. den Zeilen 13-18 noch die Steuerermäßigung für Pflegeleistungen im Haushalt lt. Zeile 5 der Anlage 35 (haushaltsnahe Dienstleistungen) geltend machen.

  • Nicht abgegolten

Neben dem Pauschbetrag können Sie indessen weitere Aufwendungen (z. B. Krankheitskosten, Kurkosten, Kraftfahrzeugkosten) geltend machen.

  • Bedeutung der Nachweise

Der Grad der Behinderung in Prozenten hat ausschließlich Bedeutung für die Behinderten-Pauschbeträge bei der Steuer. Für den Nachweis der Pflegebedürftigkeit und für die Leistungen aus der Pflegeversicherung gelten die Pflegegrade 1 bis 5.  Dem Merkzeichen „H” steht die Einstufung in die Pflegegrade 4 und 5 gleich (BMF, 19.8.2016, IV C 8 - S 2286/07/10004 :005).

 

♦   Übertragung des Behinderten-Pauschbetrages

Den Behinderten-Pauschbetrag für ein Kind oder für ein Enkelkind, für das Sie Anspruch auf Kindergeld oder Freibeträge für Kinder haben, können Sie durch Antrag in der Anlage Kind auf sich übertragen lassen.

Anlage Kind Papierformular