Helfer in Steuersachen

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2.2.2. Rechtsansprüche bei ehrenamtlicher Pflege Zeile 11-16

Anlage Außergew. Belastungen

Wenn Pflegebedürftige von Angehörigen gepflegt werden, wird dies nicht nur durch den Pflege-Pauschbetrag gewürdigt, auch durch die Pflegeversicherung. Es gibt Pflegegeld für den Pflegebedürftigen und Rentenansprüche für den Pflegenden.

  • Pflegegeld

Pflegebedürftige sollen selbst darüber entscheiden können, wie und von wem sie gepflegt werden. Die Pflegeversicherung unterstützt deshalb auch, wenn sich Betroffene dafür entscheiden, statt von einem ambulanten Pflegedienst von Angehörigen, Freunden oder anderen ehrenamtlich Tätigen versorgt zu werden. Hierfür zahlt die Pflegeversicherung das sogenannte Pflegegeld.

Voraussetzung für den Bezug von Pflegegeld ist, dass die häusliche Pflege selbst sichergestellt ist, zum Beispiel durch Angehörige oder andere ehrenamtlich tätige Pflegepersonen, und mindestens Pflegegrad 2 vorliegt. Das Pflegegeld wird der pflegebedürftigen Person von der Pflegekasse überwiesen. Diese kann über die Verwendung des Pflegegeldes frei verfügen und gibt das Pflegegeld in der Regel an die sie versorgenden und betreuenden Personen als Anerkennung weiter. Das Pflegegeld kann auch mit ambulanten Pflegesachleistungen kombiniert werden.

Das Pflegegeld ist wie die Sachleistung nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit gestaffelt: Bei

  1. Pflegegrad 2                    316 €
  2. Pflegegrad 3                    545 €
  3. Pflegegrad 4                    728 €
  4. Pflegegrad 5                    901 €

Das Pflegegeld ist eine Entschädigung eigener Art und nach § 3 Nr. 1a EStG steuerfrei.

  • Rentenansprüche

Darüber hinaus zahlt die Pflegeversicherung für Sie als pflegende Angehörige unter bestimmten Voraussetzungen Beiträge zur Rentenversicherung. Zahlreiche nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen sind auf diese Weise durch die gesetzliche Rentenversicherung geschützt. Das alles kostet Sie keinen Cent (§ 166 SGB VI i. V. mit § 3 SGB XI).

Als anerkannte Pflegeperson gelangen Sie in die gesetzliche Rentenversicherung und werden so für das Alter sozial abgesichert. Hierdurch steigt Ihre spätere Rente, es können sogar Rentenansprüche erst neu begründet werden. Voraussetzung ist, dass Sie den Pflegebedürftigen

  1. Nicht gewerbsmäßig und
  2. wenigstens 14 Stunden wöchentlich pflegen.

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