Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

Tipp 01 Das Finanzamt, Dein Freund und Helfer

Die meisten Steuerzahler kommen mit dem Finanzamt ganz gut zurecht. Und hier zu Beginn gleich ein kleiner Tipp, der sich bewährt hat.

⇒ Den Bearbeiter um Rat fragen

Auch wenn Sie Ihre Steuererklärung elektronisch per Elster übermittelt haben, der Ausdruck der Steuererklärung mit Ihrer Unterschrift muss postalisch folgen, nebst den notwendigen Belegen. Nur die Authentifizierung entbindet Sie von einer Unterschrift.

Sie können die Erklärung aber auch persönlich im Finanzamt abgeben. Die Vorteile einer persönlichen Abgabe sind: Sie können Ihre Belege sofort wieder mitnehmen und erfahren, ob noch Unterlagen fehlen. Zusätzlich können Sie sich vor Ort weiter informieren.

So kommen Sie schnell an Ihr Geld

Wenn Sie den Bearbeiter fragen, ob auch alles richtig eingetragen ist, kann es passieren, dass er, da er die Erklärung ohnehin bereits auf seinen Bildschirm hat, ganz schnell die Steuerdaten überprüft, den Fall abschließt und so seine Erledigungsstatistik vorantreibt. Dann haben Sie spätestens nach drei Wochen die Erstattung auf Ihrem  Konto und der Weg zum Finanzamt hat sich gelohnt. Schneller geht`s nicht.

Die Auskunft gibt er Bearbeiter möglicherweise nicht ausschließlich Ihnen zuliebe, vielmehr ist er dazu verpflichtet (§ 89 Abs. 1 AO).

Doch aufgepasst:

⇒   Gehe nie zu Deinem Fürst, wenn Du nicht gerufen wirst

Nun wollen wir um Himmels willen nicht dazu raten, regelmäßig mit der Steuererklärung persönlich im Amt vorzusprechen. Dies können wir nur empfehlen, wenn die Steuererklärung ganz und gar unbedenklich und einfach ist. Denn Sie müssen mit Fragen rechnen, die heikel sein können.

⇒   Verbindliche Auskunft

Eine Entscheidung mit wirtschaftlichen Folgen sollte man nicht ausschließlich aus steuerlichen Gründen treffen, wie wir wissen, aber ein Steuervorteil kann mitentscheidend sein. Wenn also unklar ist, ob das Finanzamt mitspielt, sollten Sie um eine verbindliche Auskunft nachsuchen.

Benötigen Sie eine verbindliche Auskunft, werden Gebühren erhoben, aber nur, wenn bei der Frage mehr als 10.000 € im Spiel sind oder die Bearbeitung mehr als zwei Stunden gedauert hat (§ 89 Abs. 2 bis 5 AO). Gebührenpflichtig sind also nur relativ wertvolle und langwierige schriftliche Auskünfte. Für eine Bagatelle darf Ihnen der Bearbeiter keine Auskunftsgebühr abknöpfen. Versuchen Sie Ihr Glück, wenn Sie eine spezielle Frage haben.

⇒   Das Wichtigste, worauf Sie achten sollten

1. Finanzierungen offenlegen

Der Bearbeiter ist gehalten, über jede größere Investition / Ausgabe, die in den Steuerakten auftaucht, einen Vermerk zu deren Finanzierung zu fertigen. Der Vermerk beginnt mit: >>Die Finanzierung ist wie folgt belegt / die Finanzierung ist offen<<. Deshalb sollten Sie, um Nachfragen zu vermeiden, in einem Begleitschreiben zur Steuererklärung darlegen, woher die Mittel stammen, mit denen Sie z. B. den Erwerb eines Mietwohnhaus finanziert haben.

2. Unklarheiten beseitigen

Der Bearbeiter prüft, ob die abgegebene Steuererklärung mit der Vorjahreserklärung im Einklang steht, d. h. ob die neue Erklärung schlüssig ist.

Beispiel: Sie haben einen Ausfall Mieteinnahmen in Höhe von 6.000 € zu beklagen, die in der Steuererklärung fehlen. Beim Vergleich mit der Vorjahreserklärung muss der Bearbeiter diesen Umstand klären. Wollen Sie Rückfragen vermeiden, vermerken Sie im Begleitschreiben: Mietausfall 6.000 €. Ein gewissenhafter Bearbeiter fertigt indessen darüber einen Vermerk an mit Wiedervorlage bei der nächsten Steuererklärung. Dann wird er prüfen, ob die Mieten eingegangen sind. Wer meint, den späteren Eingang der Mieter nicht angeben zu müssen, wird nicht nur eines Besseren belehrt.

3. Fehler ist nicht gleich Fehler

Kaum eine Steuererklärung ist fehlerfrei. Was die Folgen betrifft, werden die Fehler indessen im Finanzamt unterschiedlich gewichtet.

Fehler bei den Ausgaben: Vielfach setzt der schlichte Steuerzahler oft ganz arglos und meistens mit Erfolg Ausgaben an, die ein Steuerexperte überhaupt nicht als abzugsfähig in Erwägung ziehen würde. Der schlichte Steuerzahler denkt sich dabei: Soll doch das Finanzamt entscheiden, ob es die Ausgabe anerkennt oder nicht.

Wer z. B. beim Kauf eines Computers einen Zusammenhang mit seinen Einkünften sieht, sollte nicht zögern, den Computer als Arbeitsmittel zu betrachten und die Anschaffungskosten als Werbungskosten abzusetzen. Dazu mehr unter Arbeitsmittel.

Fehler bei den Einnahmen: Bei den Einnahmen ist die Lage anders. Geben Sie eine steuerpflichtige Einnahme nicht an, erklären Sie damit dem Finanzamt, diese nicht bezogen zu haben, z. B. eine Vermittlungsprovision. Das kann ins Auge gehen, zumal die Außenprüfer fleißig Kontrollmitteilungen schreiben und Ihr Sachbearbeiter im Finanzamt deshalb von der Einnahme wissen könnte.

⇒   Der Bearbeiter, Dein Freund und Helfer..

Nicht ohne Grund gehören die Finanzämter zu den effizientesten Behörden in Deutschland. Dies hat mehrere Gründe. Ein Grund ist das spezielle Beförderungssystem, das Leistung belohnt. Wer als Bearbeiter sein Soll planmäßig erfüllt - schließlich brandet Jahr für Jahr eine neue Welle von Steuererklärungen in die Amtsstuben - und dabei nichts durchgehen lässt, also auch Mehrergebnisse einfährt, wird gut beurteilt und schnell befördert. Lesen Sie dazu den Betrag >>Musterknabe Finanzamt<<. 

Quelle: § 89 AO