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Tipp 53.2 Supertipps für Bausparer

Die Bausparprämie gibt es nur unter bestimmten Voraussetzungen. Vielfach ist das Einkommen zu hoch oder es gibt andere Hürden.

Hier einige spezielle Tipps für Bausparer:

Tipp 1: Einkommen für die Bauspar-Prämie hoch?

Sie können wegen Ihres hohen Einkommens die Bausparprämie nicht bekommen? Rechnen Sie nach: Die Einkommensgrenze für die Bausparprämie beträgt 25.600 €, bei Ehegatten / Lebenspartnern 51.200 €. Maßgebend ist das zu versteuernde Einkommen (§ 2a WoPG). Bei Arbeitnehmern werden zur  Berechnung des zu versteuernden Einkommens mindestens berücksichtigt der Werbungskosten-Pauschbetrag, der Sonderausgaben-Pauschbetrag und die Vorsorgeaufwendungen. Wenn keine anderen Einkünfte hinzukommen, steht Ihnen bis zu einem Bruttoarbeitslohn von 32.700 € / 65.400 € (Alleinstehende / Ehegatten und Lebenspartner) die Wohnungsbau-Prämie zu. 

Ist das zu versteuernde Einkommen für die Bausparprämie trotzdem zu hoch, dann könnte doch Ihr Vater / Ihre Mutter oder eines Ihrer Kinder (Mindestalter 16 Jahre) den Vertrag abschließen. Den Vertrag können Sie dann gleichwohl selbst verwenden, wenn der Vertrag von Ihrem Vater / Ihrer Mutter  oder von Ihrem Kind an Sie abgetreten wird. Dies ist zwischen nahen Angehörigen (§ 15 AO) ohne weiteres möglich, ohne dass die Prämie verloren geht (§ 2 Abs. 2 WoPG).

Tipp 2: Hohe Guthabenzinsen im Bausparvertrag sichern 

Mit der Bausparkasse lässt sich Vieles deichseln. Den Umweg über den Vertragsabschluss mit einem nahen Angehörigen haben wir im vorangegangenen Tipp schon angesprochen, wenn das Einkommen zu hoch sein sollte, um die Bausparprämie zu erhalten.  

Bislang konnten Bausparer nach Ablauf einer Sperrfrist von sieben Jahren über das mit einer Prämie begünstigte Bausparguthaben frei verfügen, auch z.B. für den Kauf von Möbeln. Ab 2009 muss das Bausparguthaben leider für >>wohnungswirtschaftliche Zwecke<< im Inland eingesetzt werden. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten.

  • die Anschaffung und Herstellung von selbst genutztem Wohneigentum,
  • die Tilgung eines Darlehens, welches zur Finanzierung der Anschaffung oder Herstellung einer selbst genutzten Wohnimmobilie aufgenommen wurde,
  • den barrierereduzierenden Umbau an einer selbstgenutzten Wohnung.

Unschädlich ist auch die Verwendung des Bausparguthabens für den Erwerb einer Ferienwohnung im Bereich der EU, wenn die Wohnung die Hauptwohnung oder den Mittelpunkt der Lebensinteressen des Zulageberechtigten darstellt.

In älteren Bausparverträgen sind vielfach noch grandios hohe Guthabenzinsen vereinbart, die auch heute noch gelten. Die Bausparkassen können das Geld der Bausparer indessen nur noch zu Mini-Zinsen irgendwo parken und haben damit begonnen, die Altverträge zu kündigen. Dem sollten Sie widersprechen, denn Vertrag ist Vertrag. Der Vertrag gilt zumindest noch solange, bis der Zweck des Bausparvertrages, die Erlangung eines Baudarlehens, noch erreicht ist. Dies bedeutet: Sie haben gute Karten, solange die Bausparsumme Ihres Vertrages noch nicht zu 100 % angespart ist. 

Tipp 3: Vertragsdauer 2 Jahre, Prämien für 4 Jahre kassieren

Angenommen, das Baudarlehen für Ihr Einfamilienhaus ist noch nicht voll getilgt, aber die Zinsbindung läuft bald aus und Sie können zusätzlich tilgen oder Sie haben ein Sondertilgungsrecht.

Wenn Sie es schlau anpacken, schließen Sie zwei Bausparverträge über jeweils 6.000 € ab. Einen Bausparvertrag bedienen Sie über vermögenswirksame Leistungen, die Ihr Arbeitgeber für Sie einzahlt und erhalten dafür jährlich die Arbeitnehmer-Sparzulage von 9 % von 470 / 940 € = 43 / 86 € (Alleinstehende / Ehepartner).

Den anderen Bausparvertrag bedienen Sie selbst und beanspruchen dafür die Wob-Prämie von jährlich 8.8 % von 512 / 1.024 € = 45 / 90 € (Alleinstehende / Ehepartner).

Der Kniff bei der Sache ist: Sie zahlen am Ende des Jahres, in dem Sie die Verträge abgeschlossen haben, jeweils 1.000 € bei der Bausparkasse ein. Am Ende des folgenden und des dritten Jahres und dann sofort zu Beginn des vierten Jahres nochmals jeweils 1.000 €. Zusammen sind das 8.000 €. Die tatsächliche Vertragsdauer beträgt dann nur etwas mehr als 2 Jahre, Sie erhalten indessen Arbeitnehmer-Sparzulagen und Bausparprämien für 4 Jahre. Das sind zusammen, wenn Sie verheiratet sind (86 € x 4 Jahre + 90 € x 4 Jahre =) 704 €.

Wegen der hohen Ansparsummen von 66 % können Sie schnell mit einer Zuteilung und einem zinsgünstigen Darlehen von etwa 4.000 € rechnen. Dann haben Sie Ihre Bauschulden um 12.000 € getilgt und vom Staat für Ihr vorbildliches Vorgehen 704 € erhalten.

Übrigens: Die aufgezeigten Einkommensgrenzen sind nicht das Ende der Fahnenstange. Der Bruttolohn darf rd. 20 % höher sein wegen bestimmter Pauschbeträge und des Abzugs von Vorsorgeaufwendungen.

Tipp 4: In der Familie die Bausparprämie mehrfach kassieren

Das klappt vorzüglich, indem Angehörige - Eltern oder Kinder - Bausparverträge mit kleinen Summen abschließen. Wer das Geld für die Bedienung der Verträge aufgebracht hat, wird bei Erteilung der Prämie nicht geprüft.

Werden die Bausparverträge zugeteilt, können die Angehörigen die Baudarlehen an denjenigen abtreten, der bauen will.

Der Abtretende muss lediglich eine Erklärung des Abtretungsempfängers (des Bauwilligen) der Bausparkasse vorlegen, dass entsprechende Bauabsichten etc. bestehen (§ 2 Abs. 2 WoPG i. V. mit § 2 der Durchführungsverordnung zum WoPG).

Dies bedeutet:

Bauspargelder können unter nahen Verwandten weitergegeben werden, ohne dass Prämienvorteile verloren gehen. Voraussetzung ist lediglich, dass die Gelder für den Wohnungsbau des Abtretungsempfängers oder seiner Angehörigen verwendet werden, auch nach Ablauf der Sperrfrist. So lässt sich mehrfacher Prämenbezug bei nur einem einzigen Bauvorhaben verwirklichen.

Tipp 5: Mit Bausparmitteln Möbel kaufen

Sie können mit den Bausparmitteln innerhalb oder außerhalb der Sperrfrist auch Einbaumöbel kaufen, weil Einbaumöbel zu den wesentlichen / festen Bestandteilen eines Gebäudes gehören. Die Bausparmittel werden dadurch >>wohnungswirtschaftlich<< verwendet, wie es das Gesetz verlangt (BFH Urteil vom 29.10.1976 - VI R 127/73). 

Tipp 6: Aus dem Steuersäckel Wohneigentum finanzieren

Eine eigene selbstgenutzte Immobilie kann zur Altersvorsorge wesentlich beitragen. Weil die Schuldzinsen für evtl. Fremdmittel steuerlich nicht absetzbar sind, gilt es, die Fremdmittel möglichst schnell zu tilgen. In diesem Fall liegt es auf der Hand, alle möglichen staatlichen Angebote auf die Tilgung der Fremdmittel auszurichten, insbesondere durch Bausparverträge.

Die Vorteile für Bausparen: Zum einen gibt es für VL-Bausparverträge die Arbeitnehmer-Sparzulage. Zum anderen fördert der Staat Zahlungen in einen Prämien-Bausparvertrag mit der Wohnungsbau-Prämie. Außerdem können Wohneigentum und die Tilgung von Baudarlehen  über einen Riester-Sparvertrag gefördert werden (Wohn-Riester / § 92a EStG).

Sie können also für den Erwerb von Wohneigentum und / oder für die Tilgung von Baudarlehen: 

  1. Einen VL-Bausparvertrag abschließen und für die Leistungen die Arbeitnehmer-Sparzulage nach dem 5. VermBG in Anspruch zu nehmen. Alternativ leistet indessen ein Banksparplan dasselbe.
  2. Einen Prämien-Bausparvertrag abschließen und für die Einzahlungen die Wohnungsbau-Prämie nach dem WoPG in Anspruch nehmen.
  3. Einen Riester-Vertrag abschließen und das Sparkapital und die Zulagen für die Bildung von selbstgenutztem Wohneigentum einsetzen (§ 2 Abs. Nr. 1 Satz 4 WoPG / Wohn-Riester).

 Quelle: WoPG