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Tipp 11 Höhe der Riester-Sparzulage

Anlage AV

Obwohl nicht zum Thema gehörig werden der Vollständigkeit halber hier die Grundzüge der Förderung durch die Altersvorsorgezulage (Riester-Sparzulage) dargestellt, zumal es gemeinsame Anspruchsvoraussetzungen zum Abzug der Sparbeiträge als Sonderausgaben  gibt.

⇒   Antrag auf Sparzulage + Steuerermäßigung

Die Förderung des Riester-Sparens erfolgt in erster Linie dadurch, dass Sie als Sparer eine Sparzulage erhalten, die Ihrem Konto, das der Anbieter für Sie führt, direkt gutgeschrieben wird. Zusätzlich können Sie beim Finanzamt eine Steuerermäßigung beantragen.

Antrag auf Zulage

Für Ihre Beiträge zu einem zertifizierten Altersvorsorgevertrag haben Sie bei Ihrem Anbieter eine Altersvorsorgezulage beantragt. Der Anbieter leitet den Antrag auf Zulage an die Zentralstelle für Altersvermögen weiter und erhält von dort den Zulagebetrag, den er dann Ihrem Sparkonto gutschreibt.

Sie können indessen den Anbieter bevollmächtigen, für Sie den Antrag auf Zulage zu stellen. Dann beantragt der Anbieter auf elektronischem Wege Jahr für Jahr automatisch die Zulage, solange Sie den Auftrag nicht widerrufen (§ 89 Abs. 2 EStG).

Antrag auf Steuerermäßigung

Die zusätzliche Steuerermäßigung wird beantragt, indem Sie das betreffende Kästchen in  Zeile 1 des Hauptvordrucks ankreuzen.

Der Nachweis über die Höhe der Altersvorsorgebeiträge erfolgt durch die elektronische Vermögensbildungsbescheinigung des Anbieters (Bank, Bausparkasse, Wertpapier-Fonds etc.), die dieser den Finanzämtern jeweils bis zum 28.2. des dem Zulagejahr folgenden Kalenderjahres elektronisch zukommen lässt.

Die Riester-Sparzulage wird für maximal zwei Verträge gewährt. Darüber hinaus können Sie mit der Anlage AV einen zusätzlichen Sonderausgabenabzug für mehr als zwei Verträge geltend machen.

⇒   Höhe der Sparzulage

Bei der Sparzulage wird unterschieden zwischen der Grundzulage für Erwachsene und der Kinderzulage für kindergeldberechtigte Kinder. Die Grundzulage beträgt 175 €, die Kinderzulage 300 € (Werte für 2018).

⇒   Mindestbeitrag

Um die volle Sparzulage zu erhalten, muss ein so genannter Mindestbeitrag in den Sparvertrag eingezahlt werden. Der Mindestbeitrag beträgt 4 % des rentenversicherungspflichten Bruttolohns des Vorjahres. Dies bedeutet: Je höher der Bruttolohn des Vorjahres, desto höher ist der Mindestbeitrag für die volle Zulage. Die Sparzulage selbst zählt allerdings mit zum Mindestbeitrag, nur der Rest ist aus eigener Tasche aufzubringen. Sparbeitrag und Sparzulage müssen also den Mindestbeitrag ausmachen. Reicht dieser Betrag nicht aus, erhält der Sparer die Zulage nur anteilig.

Beispiel:

Ehepaar mit zwei Kindern, Bruttogehalt des Vorjahres 40.000 €, hat mtl. 100 € in den Vertrag eingezahlt.

Anspruch auf Zulage    
Grundzulage für zwei Erwachsene 175 € x 2 = 350 €  
+ Kinderzulage für zwei Kinder 300 € x 2 = 600 €  
Anspruch auf Zulage insgesamt 950 € 950 €
Mindesteigenbeitrag    
Vorjahresgehalt 40.000 €, davon 4 %, höchst. 4.200 €  1.600 €  
./ Zulage 950 €  
Mindesteigenbeitrag 650 €  
+ Einzahlung in den Vertrag 1.200 €, mind. 650 € 1.200 € 1.200 €
Gutschrift auf dem Konto   2.150 €

⇒   Familienförderung wahr gemacht

Dadurch, dass von der geforderten Eigenleistung die Zulagen abgezogen werden, sind Eltern mit geringem Bruttolohn und mehreren Kindern besonders im Vorteil, denn ihr Mindestbeitrag geht schnell gegen Null. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Ein Beitrag von 4 % eines geringen Bruttolohns führt zu einem geringen Mindestbeitrag, von dem dann noch die Zulagen abgezogen werden.

⇒   Sockelbeitrag und Mindestbeitrag

Sockelbeitrag und Mindestbeitrag sind im Zusammenhang zu sehen. Wer überhaupt eine Sparzulage erhalten will, muss als Sockel mindestens eine Sparleistung von 60 € im Jahr aufbringen. Diese Sparleistung muss aber auch mindestens 4 % des Bruttolohns vom Vorjahr ausmachen, höchstens 2.100 €. Andernfalls wird die Sparzulage gekürzt.

Beispiel:

Eine alleinstehende Arbeitnehmerin mit zwei Kindern hatte in 2017 einen Bruttolohn von 14.000 €. Für die volle Zulage 2018 hat sie aufzubringen

Grundbeitrag 4 % von 14.000 € 560 €
- Grundzulage 175 €
- Kinderzulage 600 €
Mindestbeitrag Minus

Um die volle Zulage zu erhalten muss die Arbeitnehmerin aber wenigstens den Sockelbeitrag von 60 € im Jahr aufbringen. Dies sind 5 € monatlich.

⇒   Gekürzte Sparzulage

Hat ein Arbeitnehmer zwar den Sockelbeitrag von 60 € geleistet, aber weniger als den Mindestbeitrag von 4 % des Bruttolohns vom Vorjahr minus Zulage, wird die Zulage anteilig gekürzt.

Beispiel:

Ein lediger Arbeitnehmer hatte in 2017 einen Bruttolohn von 12.000 €. In seinen Altersvorsorgevertrag hat er in 2018 lediglich den Sockelbeitrag von 60 € eingezahlt. Der Mindestbeitrag beträgt (4 % von 12.000 € = 480 € minus Zulage 175 €) = 305 €.

Die Sparleistung erfüllt zwar den Sockelbeitrag von 60 €, liegt indessen unterhalb des erforderlichen Mindesteigenbeitrags von 305 €. Die Zulage wird deshalb anteilig gekürzt: Sparleistung im Verhältnis zum Mindestbeitrag (60 € : 305 € × 100 ) = Kürzung auf 19.67 %. Der Sparer hat somit nur Anspruch auf eine Zulage von 19.67 % von 175 € = 34.42 €.

⇒   Geringverdiener

Verdient jemand so wenig, dass er unter einen errechneten Mindestbeitrag von 60 € im Jahr kommt, so muss er doch mindestens 60 € einzahlen, um überhaupt die Riester Zulage zu bekommen. Der Sockelbeitrag von 60 € ist also der niedrigste Eigenbeitrag.

Hohe Rendite für Geringverdiener

Wie großzügig die Riester-Regelung insbesondere bei Geringverdienern ist, zeigt die folgende Übersicht. Bereits mit einem Sparbeitrag von 120 € im Jahr kann ein Geringverdiener-Ehepaar mit zwei Kindern Zulagen in Höhe von (350 € + 600 € =) 950 € beanspruchen.

Übersicht für 2018:

Zulage Alleinst. ohne Kind Alleinst. mit 1Kind Ehepaar* ohne Kind Ehepaar* mit 1 Kind
Höhe 175 € 475 € 350 € 650 €

* Alleinverdiener