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Tipp 01.0 >> Anlage R für Rentner

Anlage R

⇒   Anlage R

Bevor Sie sich als Rentner mit einer Steuererklärung beschäftigen, überlegen Sie zunächst, ob Sie überhaupt eine Steuererklärung abgeben müssen.

Die Anlage R ist abzugeben, wenn Sie im Veranlagungsjahr eine oder mehrere Rente(n) bezogen haben, die in der Anlage R aufgeführt sind und die eine bestimmte Höhe übersteigen. 

Nicht in der Anlage R sind einzutragen Renten aus der Übertragung von Vermögen bei vorweggenommener Erbfolge (Anlage SO, Zeile 4) und Betriebsrenten / Betriebspensionen, die der Arbeitgeber zahlt (Anlage N, Zeile 5–16). Ehegatten geben jeweils eine eigene Anlage R ab.

In die Anlage R sind einzutragen:

A. Leibrenten / Leistungen aus einer Pflichtversicherung und Rürup-Renten (Zeilen 4–13)

  • Renten (z. B. Alters-, Erwerbsunfähigkeits-, Witwenrente) aus der gesetzlichen Rentenversicherung
  • Altersrenten aus landwirtschaftlichen Alterskassen
  • Renten aus berufsständischen Versorgungswerken
  • Rürup-Renten (aus privaten, kapitalgedeckten, nach 2004 abgeschlossenen Rentenversicherungsverträgen).

B. Private Leibrenten (Zeilen 14–20)

  • Altersrenten aus privaten Versicherungsverträgen (ohne Rürup- u. Riester-Renten)
  • Renten aus privaten Versicherungen, die nur zeitlich befristet gezahlt werden (z. B. private Erwerbsunfähigkeits- und Hinterbliebenenrenten)
  • Renten im Zusammenhang mit Vermögensveräußerungen

C. Leistungen aus Altersvorsorgeverträgen und aus der betrieblichen Altersvorsorge (Zeilen 31–51)

  • Riester-Renten
  • Renten aus der betrieblichen Altersvorsorge (Pensionsfonds, Pensionskasse, Direktversicherung)
  • Renten aus der Zusatzversorgung des Bundes, der Länder, Kommunen und Kirchen (z. B. VBL- und ZVK-Renten)

D. Werbungskosten (Zeilen 52–59)

Für (alle) Renten erhalten Sie insgesamt einen Werbungskostenpauschbetrag i. H. v. 102 €, wenn Sie keine höheren Kosten eintragen.

⇒   Abgabepflicht für die Steuererklärung

Nur wenn die Einkünfte oberhalb des Grundfreibetrages von 9.000 / 18.000 € (Werte für 2018 / Alleinstehende / Ehepartner) liegen, besteht Abgabepflicht (§ 56 EStDV).

Auch wenn Ihre Einkünfte den Grundfreibetrag übersteigen, bedeutet dies aber noch nicht,  dass Sie Einkommensteuer zahlen müssen.  Einkommensteuer zahlen Sie erst, wenn nach Abzug von Sonderausgaben, außergewöhnlichen Belastungen und gewissen Freibeträgen Ihr >>zu versteuerndes Einkommen<< den Grundfreibetrag übersteigt (§ 32 a EStG).

Quelle: § 22 Nr. 1 EStG; § 32a EStG