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Tipp 03.3 Individueller Steuersatz / Zeile 21

Anlage KAP / Zeile 21

⇒   Tarifliche Einkommensteuer

Einige wenige Kapitalerträge unterliegen nicht dem Abgeltungsteuersatz von 25 %. Sie sind vielmehr mit dem tariflichen / individuellen Steuersatz zu versteuern, in Einzelfällen unter Berücksichtigung des Teileinkünfteverfahrens (§ 20 Abs. 1 Nr. 7 i. V. mit § 32d Abs. 2 Nr. 1 EStG).

Im Gegenzug können damit in Verbindung stehende Werbungskosten abgezogen werden, soweit sie den Sparer-Pauschbetrag übersteigen, im Falle des Teileinkünfteverfahrens anteilig (§ 3c Abs. 2 EStG).

Einzutragen in Zeile 21 sind nicht die Erträge, sondern die nach Abzug der Werbungskosten verbleibenden Einkünfte.

Zu diesen Einkünften gehören z. B. private Darlehen an Angehörige oder "eigene" Gesellschaften, aber nur, wenn der Darlehnsempfänger die Schuldzinsen steuerlich als Werbungskosten oder Betriebsausgaben geltend machen kann (sonst gilt Zeile 14).

Beispiel:

Ein Steuerzahler hat einer ihm nahestehenden Person ein Darlehn gewährt. Die vom Darlehnsnehmer gezahlten Zinsen in Höhe von 1.000 € hat dieser als Betriebsausgaben abgesetzt, weil das Darlehn mit seinem Betrieb in Zusammenhang steht.

Der Darlehnsgeber darf die Zinsen nicht in Zeile 14 oder 15 angeben, sondern in Zeile 21. Dadurch werden die Zinsen dem normalen Steuertarif unterworfen.

Der Steuerzahler trägt ein:

Zeile 21 Kennziffer 70     1.000 €

Tipp Ausfall einer privaten Darlehensforderung

Hat ein Steuerzahler einer GmbH, an der er beteiligt ist, ein Darlehn gewährt. Der endgültige Ausfall dieses Darlehns durch Konkurs der GmbH führt zu einem Verlust nach § 20 Abs. 4 EStG, so das FG Münster im Urteil vom 12.3.2018 - 2 K 3127/15 E, Revision zugelassen. 

Quelle: § 32d Abs. 2 Nr. 1 EStG