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Tipp 07 Steuerspreizung

Anlage KAP / Zeile 21

⇒   Steuerspreizung

In den Anleitungen zur Anlage KAP liest man von Steuerspreizung und back-to-back-Finanzierung. Diese Fallgestaltungen sind selten, gleichwohl soll kurz der Hintergrund dargestellt werden:

Eine Steuerspreizung im Tarif liegt vor, wenn Beteiligte in ein und dem demselben Fall einem unterschiedlichem Tarif unterliegen, wenn z. B. ein Darlehensschuldner die von ihm gezahlten Zinsen als Betriebsausgaben absetzen kann und damit seinen gewerblichen Gewinn, der tariflich besteuert wird, mindert. Wohingegen die Zinsen, die der Darlehensgläubiger erhält, nur mit dem Abgeltungsteuersatz von 25 % besteuert werden. Dies ist § 32d Abs. 2 Nr. 1 Satz 1 Buchst. c EStG nicht zulässig.

Beispiel:

Ein Steuerzahler hat einer ihm nahestehenden Person ein Darlehn gewährt. Die vom Darlehnsnehmer gezahlten Zinsen in Höhe von 1.000 € hat dieser als Betriebsausgaben abgesetzt, weil das Darlehn mit seinem Betrieb in Zusammenhang steht.

Der Darlehnsgeber darf die Zinsen nicht in Zeile 14 oder 15 angeben, sondern in Zeile 21. Dadurch werden die Zinsen dem normalen Steuertarif unterworfen.

Der Steuerzahler trägt ein:

Zeile 21 Kennziffer 70     1.000 €

Quelle: § 32d Abs. 2 Nr. 1 EStG