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Tipp 04.1 Erträge aus sonstigen Kapitalforderungen / Zeile 21

Anlage KAP / Zeile 21

→ Erträge aus sonstigen Kapitalforderungen / Zeile 21

Für Kapitalerträge, die nicht dem Abgeltungsteuersatz von 25 % unterliegen, sondern mit dem persönlichen (tariflichen) Steuersatz, sind die Zeilen 20–25 vorgesehen. In Einzelfällen kommt das Teileinkünfteverfahren in Betracht.

Ausgaben i. Z. m. derartigen Erträgen können Sie als Werbungskosten geltend machen, wenn diese den Sparer-Pauschbetrag übersteigen. Einzutragen sind im Vordruck deshalb nicht die Erträge, sondern die nach Abzug der Ausgaben verbleibenden Einkünfte.

Zu dieser Gruppe gehören private Darlehen an Angehörige oder "eigene" Gesellschaften, aber nur, wenn derjenige, der das Darlehen bekommen hat, die Schuldzinsen steuerlich als Werbungskosten oder Betriebsausgaben geltend machen kann

Im Gegenzug können damit in Verbindung stehende Werbungskosten abgezogen werden, soweit sie den Sparer-Pauschbetrag übersteigen, im Falle des Teileinkünfteverfahrens anteilig (§ 3c Abs. 2 EStG).

Einzutragen in Zeile 21 sind nicht die Erträge, sondern die nach Abzug der Werbungskosten verbleibenden Einkünfte.

Zu diesen Einkünften gehören z. B. private Darlehen an Angehörige oder "eigene" Gesellschaften, aber nur, wenn der Darlehnsempfänger die Schuldzinsen steuerlich als Werbungskosten oder Betriebsausgaben geltend machen kann (sonst gilt Zeile 14).

Dies bedeutet: Haben Sie einer Ihnen nahestehenden Person z. B. ein Darlehen gewährt, sind die daraus erzielten Erträge abzüglich der darauf entfallenden Werbungskosten als Einkünfte nicht in Zeile 14 oder 15, sondern in Zeile 21 zu erklären, soweit die den Kapitalerträgen entsprechenden Aufwendungen beim Schuldner Betriebsausgaben oder Werbungskosten sind. Von einer nahestehenden Person ist auszugehen, wenn zwischen beiden Personen ein Abhängigkeitsverhältnis besteht und der beherrschten Person kein eigener Entscheidungsspielraum verbleibt.

Beispiel:

Ein Steuerzahler hat einer ihm nahestehenden Person ein Darlehen gewährt. Die vom Darlehensnehmer gezahlten Zinsen in Höhe von 1.000 € hat dieser als Betriebsausgaben abgesetzt, weil das Darlehn mit seinem Betrieb in Zusammenhang steht.

Der Darlehnsgeber darf die Zinsen nicht in Zeile 14 oder 15 angeben, sondern in Zeile 21.

Der Steuerzahler trägt ein:

Zeile 21 Feld 70     1.000 €

Tipp Ausfall einer privaten Darlehensforderung

Hat ein Steuerzahler einer GmbH, an der er beteiligt ist, ein Darlehn gewährt. Der endgültige Ausfall dieses Darlehns durch Konkurs der GmbH führt zu einem Verlust nach § 20 Abs. 4 EStG, so das FG Münster im Urteil vom 12.3.2018 - 2 K 3127/15 E, Revision zugelassen. 

  • Andere Darlehen

Darlehen an Kapitalgesellschaften oder Genossenschaften, an denen Sie zu mindestens 10 % beteiligt sind, sowie für sog. back-to-back-Finanzierungen sind hier ebenfalls einzutragen. Die auf diese Kapitalerträge entfallenden Steuerabzugsbeträge tragen Sie bitte in die Zeilen 54 bis 56 ein.

Ein Sparer-Pauschbetrag wird auf diese Erträge nicht gewährt.

Quelle: § 32d Abs. 2 Nr. 1 EStG