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Tipp 20 Einkünfte / Erwerbstätigkeit des Kindes

Anlage Kind Zeilen 21 bis 23

Eigene Einkünfte und Bezüge des Kindes sind steuerlich ohne Bedeutung, wenn das Kind das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Das gilt auch für Kinder zwischen 18 und 25 Jahre, wenn sie sich in erster Berufsausbildung befinden.

Beispiel:

Ein Kind, 22 Jahre, befindet sich im Erststudium Fachrichtung Mathematik. Als Software-Entwickler hat das Kind Einkünfte von 15.000 € jährlich. Die Einkünfte sind steuerlich für den Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibeträge der Eltern ohne Bedeutung, weil sich das Kind im Erststudium befindet.

⇒   Zweitausbildung / Zweitstudium

Nach erfolgreichem Abschluss einer Berufsausbildung gilt die widerlegbare Vermutung, dass die Voraussetzungen für Kindergeld oder Kinderfreibeträge entfallen sind, weil das Kind nunmehr aktiv am Erwerbsleben teilnehmen kann. Die zweite Berufsausbildung wird also nicht mehr gefördert.

⇒   Erwerbstätigkeit

Allerdings haben Eltern weiterhin Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibeträge während einer zweiten Berufsausbildung oder während eines Zweitstudiums, wenn das Kind tatsächlich nicht aktiv am Erwerbsleben teilnimmt.

Unschädlich ist eine Erwerbstätigkeit dann, wenn die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit insgesamt nicht mehr als 20 Stunden beträgt. Hierbei ist von der individuell vertraglich vereinbarten Arbeitszeit auszugehen.

⇒   Erwerbstätigkeit im Rahmen einer Ausbildung

Eine Tätigkeit im Ausbildungsdienstverhältnis steht dem Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibeträge nicht entgegen. Ein Ausbildungsdienstverhältnis liegt dann vor, wenn die Ausbildung in einem Dienstverhältnis ausgeübt wird (R 9.2 LStR). Zu den Ausbildungsdienstverhältnissen zählen z.B. die Tätigkeit als Auszubildender (vormals Lehrling) oder als Referendar (§ 1 Absatz 3, §§ 4 bis 52 BBiG).

⇒   Geringfügige Beschäftigung (Mini-Job)

Eine geringfügige Beschäftigung des Kindes im Sinne der §§ 8 und 8a SGB IV ist für den Bezug von Kindergeld oder den Abzug von Kinderfreibeträgen unschädlich. Eine solche Beschäftigung liegt vor, wenn das Arbeitsentgelt regelmäßig im Monat 450 € nicht überschreitet (geringfügig entlohnte Beschäftigung). Die wöchentliche Arbeitszeit und die Anzahl der monatlichen Arbeitseinsätze sind dabei unerheblich.

Eine geringfügige Beschäftigung liegt nach § 8 Absatz 1 Nummer 2 SGB IV ebenfalls vor, wenn das Entgelt zwar 450 Euro im Monat übersteigt, die Beschäftigung aber innerhalb eines Kalenderjahres auf längstens zwei Monate oder 50 Arbeitstage begrenzt ist (kurzfristige Beschäftigung). Der Zwei-Monats-Zeitraum gilt als zeitliche Grenze, wenn die Beschäftigung an mindestens 5 Tagen pro Woche ausgeübt wird. Bei Beschäftigungen von regelmäßig weniger als 5 Tagen pro Woche ist die Begrenzung von 50 Arbeitstagen maßgeblich.

Quelle: § 32 EStG