Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

Tipp 03.1 Gesamtaufwendungen / Zeile 7

Anlage Unterhalt

Absetzbar sind die üblichen für den Unterhalt bestimmten Leistungen sowie Aufwendungen für eine Berufsausbildung, auch gelegentliche oder nur einmalige Leistungen. Diese dürfen aber regelmäßig nicht als Unterhaltsleistungen für Vormonate und auch nicht zur Deckung des Unterhaltsbedarfs für das Folgejahr bestimmt sein (BFH Urteil 13.02.1987 - III R 196/82.

Die Steuerermäßigung wird nur für typische Unterhaltskosten gewährt, z. B. für Ernährung, Wohnung, Heizung, Kleidung und andere notwendige Ausgaben dieser Art. Es ist gleichgültig, ob die Unterhaltsleistung in Geld oder Geldeswert (durch Sachleistungen) gewährt wird. Gehört der Unterhaltsempfänger zum Haushalt des Unterhaltsleistenden, wird regelmäßig davon ausgegangen, dass mindestens Unterhaltsaufwendungen i. H. d. Unterhaltshöchstbetrags entstehen.

Abzugsfähig sind Unterhaltsleistungen an nahe Angehörige bis zu einem Höchstbetrag von 9.000 € (Wert für 2018). Der Höchstbetrag entspricht dem Grundfreibetrag nach § 32a Abs. 1 Nr. 1 EStG. Lebt die unterstützte Person im Ausland, gilt u. U. ein gekürzter Höchstbetrag, entsprechend der Ländergruppe.

Zusätzlich sind absetzbar die für die unterhaltene Person aufgewendeten Beiträge für seine  Kranken- und Pflegeversicherung (§ 33a Abs. 1 EStG).

Höhe der Leistungen in den Haushalt - Zeilen 7 bis 16

Anzugeben sind, in welcher Höhe Mittel in den Haushalt geflossen sind, in dem der  Unterhaltsempfänger lebt. Für jeden vollen Kalendermonat, in dem keine Leistungen geflossen sind, ermäßigt sich der Höchstbetrag um je ein Zwölftel (§ 33a Abs. 3 EStG).

Beispiel 1:

Der Steuerzahler hat seine Eltern monatlich in unterschiedlicher Höhe unterstützt. Die erste Zahlung erfolgte im Januar und die letzte im Dezember. Insgesamt kann er Zahlungen in Höhe von 9.000 € belegen. Der Unterhaltshöchstbetrag wird nicht gekürzt, weil übers ganze Jahr Unterhaltsleistungen erbracht wurden.

Beispiel 2:

Der Steuerzahler hat nur im Juli 4.000 € überwiesen. Diese Zahlung wird als Unterhaltsleistung für die Monate Juli bis Dezember angerechnet. Der Unterhaltshöchstbetrag wird um 6/12 auf 4.500 € (Wert für 2018) gekürzt.

Beispiel 3:

Die vom Steuerzahler unterstützte Person gehört zu seinem Haushalt und erhält ein Taschengeld in unterschiedlicher Höhe. In diesem Fall wird davon ausgegangen, dass dem Steuerzahler jährlich Unterhaltsaufwendungen in Höhe des Höchstbetrages von 9.000 € / monatlich 750 € entstanden sind. Einzutragen sind in Zeile 7 = 9.000 € (Werte für 2018).

Quelle: § 33a Abs. 1 EStG