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2.1.6.1 Gutscheine und Geldkarten / Sachlohn oder Barlohn

Die besten Steuertipps

Sachbezüge sind Zuwendungen des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer, die nicht in Geld bestehen und im Rahmen des Dienstverhältnisses zufließen (§ 8 Abs. 2 EStG).

Wichtig: Die Qualifizierung von Lohn als Sachbezüge hat insoweit Bedeutung, als Sachbezüge  erstens günstig bewertet werden und zweitens als Geringfügigkeiten (50 €-Grenze) außer Ansatz bleiben (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG).

Gutscheinen und Geldkarten dürfen ausschließlich zum Bezug von Waren und Dienstleistungen berechtigen (§ 8 Abs. 1 Satz 3 EStG). Andernfalls handelt es sich um  Barlohn.

Der Vorteil von Sachlohn besteht darin, dass bestimmte Freibeträge bzw. Freigrenzen gelten, wie z. B. bei Kleinbeträgen / 50 € - Grenze oder bei Annehmlichkeiten. 

Weitere Regelungen finden sich im Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG). Das ZAG regelt die Beaufsichtigung von Zahlungsdiensten in der Bundesrepublik Deutschland und setzt die Zahlungsdiensterichtlinie der Europäischen Union in nationales Recht um (Wikipedia).

Gutscheine und Geldkarten, die die Kriterien des § 2 Abs. 1 Nr. 10 ZAG nicht erfüllen, stellen ab 2022 Barlohn dar.

Nach § 2 Abs. 1 Nr. 10 Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) sind drei Fallgruppen für Sachlohn zu unterscheiden.

Sachlohn Fallgruppe 1

Hierzu gehören Gutscheine oder Geldkarten, die die Kriterien des § 2 Abs. 1 Nr. 10a ZAG erfüllen. Dies sind Gutscheine oder Geldkarten, die dazu berechtigen, vom Aussteller Waren oder Dienstleistungen aus seinem eigenen Sortiment zu beziehen.

Beispiel 1: Der Arbeitnehmer erhält von seinem Arbeitgeber einen Gutschein aus, der von einem ortsansässigen Buchhändler ausgestellt worden ist und zum Bezug von Waren aus dessen Sortiment berechtigt.

Beispiel 2: Der Arbeitnehmer erhält von seinem Arbeitgeber einen Gutschein eines Kartenanbieters, mit dem der Arbeitnehmer die Möglichkeit hat, die Gutscheinkarte bei allen Unternehmen im Akzeptanzpartnernetzwerk (z. B. Bekleidungsgeschäfte, Ladenketten, Drogerieketten, Tankstellen etc.) einzulösen. Vielfach haben diese Unternehmen  einen einheitlichen Marktauftritt durch eine Marke, ein Logo  (BMF-Schreiben v. 13.4.2021 - BStBl 2021 I S. 624).

Sachlohn Fallgruppe 2

Zur zweiten Fallgruppe gehören Gutscheine oder Geldkarten, die die Kriterien des § 2 Abs. 1 Nr. 10b ZAG erfüllen. Hierzu zählen Gutscheine oder Geldkarten, die unabhängig von einer Betragsangabe nur dazu berechtigen, Waren oder Dienstleistungen ausschließlich aus einer sehr begrenzten Palette zu beziehen.

Beispiele: Fahrscheine, Park & Ride, Zeitungen und Zeitschriften, Bücher, Fitnessleistungen, Bekleidung etc.

Sachlohn Fallgruppe 3

Zur dritten Fallgruppe gehören Gutscheine und Geldkarten, die die Kriterien des § 2 Abs. 1 Nr. 10c ZAG erfüllen. Sie berechtigen, aufgrund von Akzeptanzverträgen landesweit Waren oder Dienstleistungen ausschließlich für bestimmte soziale oder steuerliche Zwecke im Inland zu beziehen. Dies betrifft Verzehrkarten in sozialen Einrichtungen, Essensgutscheine, Restaurantschecks, Zuschüsse zu Mahlzeiten etc.