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2.3.6 Zuzahlung zum Nutzungswert Zeile 6

Anlage N

Leistet der Arbeitnehmer an den Arbeitgeber für die Nutzung eines betrieblichen Kfz zu privaten Fahrten und zu Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte ein Nutzungsentgelt, mindert dies den Wert des geldwerten Vorteils aus der Nutzungsüberlassung.

Soweit das Nutzungsentgelt den Wert der privaten Dienstwagennutzung und der Nutzung des Fahrzeugs zu Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte übersteigt, kann es nicht als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit abgezogen werden. Dies bedeutet: Wenn die Zuzahlung den Nutzungswert übersteigt, ist der geldwerte Vorteil / der Nutzungswert im Ergebnis mit 0 Euro zu bewerten (BFH Urteil vom 30.11.2016 - VI R 24/14).

♦   Zuzahlung zu den Anschaffungskosten

Im Normalfall gibt der Arbeitgeber die Obergrenze der Anschaffungskosten für einen Dienstwagen vor. Möchte der Arbeitnehmer für den Dienstwagen, den er auch privat nutzen darf, eine bessere Ausstattungsvariante oder gar ein höherwertigeres Grundmodell, können Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Innenverhältnis vereinbaren, dass der Arbeitnehmer den Teil der Anschaffungskosten, der diesen Wert bzw. diese Grenze überschreitet, selbst trägt. Die Zuzahlungen Mindern den vom Arbeitnehmer zu versteuernden Nutzungswert bis auf 0 €.

Beispiel:

Arbeitnehmer A erhält im Januar 01 einen fabrikneuen Pkw zur privaten Nutzung. Da A ein höherwertiges Fahrzeug wünscht (Bruttolistenpreis 30.000 €), als ihm laut Arbeitsvertrag zusteht, zahlt A an den Arbeitgeber einen Zuschuss von 6.000 € als Differenzausgleich.

Im Anschaffungsjahr 01 beträgt der private Nutzungsvorteil 3.600 € (12 Monate × 1 % v. 30.000 €). Eine Versteuerung findet aber nicht statt, da der Zuschuss bis zur Höhe des Vorteils mit diesem verrechnet wird. Im folgenden Jahr 02 ist der private Nutzungsvorteil noch um den Restbetrag von 2.400 € zu mindern. Steuerpflichtig ist ein Sachlohn von (3.600 € - 2.400 € Rest =) 1.200 €.

♦   Zulässige Varianten der Zuzahlung

Folgende Varianten der Zuzahlung sind denkbar und gelten sowohl für die Prozent-Methode als auch für die Fahrtenbuch-Methode:

A. Feste Monatspauschale: ein arbeitsvertraglich vereinbarter nutzungsunabhängiger pauschaler Betrag, z. B. von 200 € monatlich.

B. Kilometerabhängig: ein arbeitsvertraglich vereinbarter an den gefahrenen Kilometern ausgerichteter Betrag, z. B. 0.30 € je privat gefahrenen km.

C. Übernahme der Leasingraten: die arbeitsvertraglich vom Arbeitnehmer übernommenen Leasingraten, z. B. mtl. 300 €.

D. Einzelne Kraftfahrzeugkosten: die arbeitsvertraglich vereinbarte vollständige oder teilweise Übernahme einzelner Kraftfahrzeugkosten durch den Arbeitnehmer, z.B. Treibstoffkosten, Wartungs- und Reparaturkosten, Kraftfahrzeugsteuer, Beiträge für Halterhaftpflicht- und Fahrzeugversicherungen, Garagen-/Stellplatzmiete, Aufwendungen für Anwohnerparkberechtigungen, Aufwendungen für die Wagenpflege/ -wäsche, Ladestrom. Unberücksichtigt bleiben Kosten, die nicht zu den Gesamtkosten des Kraftfahrzeugs gehören, z.B. Fährkosten, Straßen- oder Tunnelbenutzungsgebühren (Vignetten, Mautgebühren), Parkgebühren, Aufwendungen für Insassen- und Unfallversicherungen, Verwarnungs-, Ordnungs- und Bußgelder.

  • Nutzung der privaten Garage des Arbeitnehmers

Eine Minderung des geldwerten Vorteils des Arbeitnehmers erfolgt nur für solche Aufwendungen, die zur Inbetriebnahme des Fahrzeugs erforderlich sind, etwa Kraftfahrzeugkosten oder Leasingraten.

Anteilige Grundstückskosten, soweit sie auf die Garage entfallen, in der der Firmenwagen steht, mindern nicht den geldwerten Vorteil für die Überlassung des Fahrzeugs. Die anteilig auf die Garage eines Arbeitnehmers entfallenden Grundstückskosten mindern nicht den geldwerten Vorteil für die Überlassung eines Fahrzeugs, wenn die Unterbringung in der Garage eine freiwillige Leistung des Arbeitnehmers ist (FG Münster, Urt. v. 14.3.2019 - 10 K 2990/17 E).

Quelle: BMF 21.9.2017 - IV C 5 - S 2334