Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

2.3.7 Sonntagsarbeit, Feiertagsarbeit, Nachtarbeit Zeile 6

Einen erheblichen Steuervorteil können Sie als Arbeitnehmer einstreichen, wenn Ihnen ein Teil des Arbeitslohns als Zuschlag für Arbeit zu ungünstigen Zeiten ausgezahlt wird. Diese Zuschläge sind nach § 3b EStG in großem Umfang steuerfrei, wenn Sie Ihnen für

  • Sonntagsarbeit (0 Uhr bis 24 Uhr)
  • Feiertagsarbeit (0 Uhr bis 24 Uhr)
  • Nachtarbeit (20 Uhr bis 6 Uhr) zufließen.

Bei vielen Berufen sind diese Zuschläge an der Tagesordnung, wie bei Arbeitnehmern in Zeitungsverlagen, in Krankenhäusern, Kliniken,  Altenheimen etc.

Zweck der Steuerbefreiung ist es, die Wirkung der Lohnzuschläge deswegen zu unterstützen, weil die Sonntags-, Feiertags - und Nachtarbeit den biologischen und kulturellen Lebensrhythmus des Arbeitnehmers stören (BVerfG Beschluss 02.05.1978 - 1 BvR 174/78).

Die Steuerfreiheit setzt voraus, dass neben dem Grundlohn tatsächlich ein Zuschlag für Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit gezahlt wird.

Die Zuschläge auf den Grundlohn müssen in einem Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung dem Grunde und der Höhe nach festgelegt sein. Als Grundlohn gilt, was dem Arbeitnehmer bei der für ihn maßgebenden regelmäßigen Arbeitszeit in dem jeweiligen Lohnzahlungszeitraum an laufenden Geld- und laufenden Sachbezügen zusteht. Dieser Betrag ist in einen Stundengrundlohn umzurechnen.

Damit die Steuerfreiheit sich in Grenzen hält, ist der Stundengrundlohn, auf den die Zuschläge angewendet werden, auf 50 € begrenzt. Die Sozialgesetze begrenzen ihn auf nur 25 €.

♦  Die steuerfreien Zuschläge betragen

  • Zuschlag für Sonntagsarbeit max. 50 %. Ist die Sonntagsarbeit zugleich Nachtarbeit beträgt der Zuschlag max. 75 %. Wird an einem Sonntag vor 24 Uhr eine Nachtarbeit begonnen, gilt der Sonntagszuschlag auch noch für die Zeit von 0:00 Uhr bis 4:00 Uhr des nachfolgenden Montags.
  • Zuschlag für Nachtarbeit beträgt max. 25 %. Er beträgt max. 40 % von 0.00 Uhr bis 4.00 Uhr, wenn Ihr Arbeitsbeginn vor 0.00 Uhr liegt.
  • Zuschlag für Feiertagsarbeit beträgt am 31. Dezember ab 14.00 Uhr und ganztags an den gesetzlichen Feiertagen max. 125 %, am 24. Dezember ab 14.00 Uhr und ganztags am 25. und 26. Dezember sowie am 1. Mai max. 150 %.
  • Nachweise durch Stundenzettel

Bei steuerfreien Zuschlägen will das Finanzamt regelmäßig einen schriftlichen Nachweis sehen, an welchen Tagen und wie lange Sie an Sonntagen, Feiertagen oder nachts gearbeitet haben. Wie der Nachweis zu führen, steht nirgendwo. Auf der sicheren Seite sind Sie indessen, wenn Sie Stundenzettel verwenden und darin Ihre Eintragungen machen (BFH Urteil vom 28.11.1990 - VI R 56/90).

♦  Steuerfreie Zuschläge bei Abrufbereitschaft

Haben Sie häufiger Dienst in Abrufbereitschaft, können Sie sich dafür steuerfreie Zuschläge nach § 3b ESTG  zahlen lassen (BFH vom 27.08.2002 - VI R 64/96). Das Leisten von Rufbereitschaft stelle bei wirtschaftlicher Betrachtung Arbeit dar, bei der der Arbeitnehmer über seine Zeit nicht frei verfügen könne, denn bei Abrufbereitschaft kann der Arbeitnehmer nicht uneingeschränkt seinen Freizeitaktivitäten nachgehen.