Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

2.7.0 Leistungen zur Vermeidung des Versorgungsausgleichs Zeile 42-43

Anlage Sonderausgaben

Ausgleichszahlungen, die zur Vermeidung des Versorgungsausgleichs nach einer Ehescheidung an den Versorgungsberechtigten geleistet werden, sind als Sonderausgaben abzugsfähig (§ 10 Abs. 1a Nr. 3 EStG. Was der Ausgleichsverpflichtete als Sonderausgaben  abziehen kann, muss der Ausgleichsberechtigte korrespondierend als sonstige Einkünfte versteuern (§ 22 Nr. 1a EStG). Diese Regelung gilt ab 2015. 

Alle Ausgleichszahlungen werden einheitlich als Sonderausgaben beurteilt, unabhängig davon, ob es sich um die gesetzliche Altersrente oder um eine beamtenrechtliche, betriebliche oder private Altersversorgung handelt.

Die Berücksichtigung in dieser Form setzt einen Antrag des Ausgleichsverpflichteten sowie die Zustimmung des Ausgleichsberechtigten voraus. Der Antrag gilt für ein Kalenderjahr und gilt bis auf Widerruf für die folgenden Jahre. Für Antrag und Zustimmung stellt die Finanzverwaltung das Formular "Anlage U" zur Verfügung.

Die Beteiligten können den Umfang des Abzugs selbst bestimmen. Die Zahlungen sind im Kalenderjahr der Leistung abzugsfähig.

♦   Mit einer Abfindung Steuern sparen 

Statt beim nachehelichen Unterhalt laufende Ausgleichszahlungen zu leisten ist es oft interessanter, wenn der Verpflichtete bei Scheidung seinem Ex-Partner eine Abfindung zahlen und dieser im Gegenzug auf den Versorgungsausgleich verzichtet. Hierdurch können Sie Ihre vollen Altersbezüge retten.

Haben Sie von dieser Variante Gebrauch gemacht, können Sie im günstigsten Fall Ihre gesamte Abfindungszahlung als Sonderausgaben absetzen (§ 10 Abs. 1a Nr. 3 EStG). 

Dies bedeutet: Zahlungen, die nach erfolgter Ehescheidung an den Ausgleichsberechtigten geleistet werden und eine Gegenleistung für dessen Verzicht auf den Versorgungsausgleich darstellen, sind als Sonderausgaben absetzbar, wenn der Geber dies in der Anlage Sonderausgaben Zeile 21 mit Zustimmung des Empfängers beantragt und der Empfänger im Inland lebt. Die Ausgleichsleistungen hat der Empfänger zu versteuern (Anlage SO Zeile 5).

Für den erstmaligen Antrag verwenden Sie bitte die Anlage U, die Sie beim Finanzamt erhalten oder im Internet unter www.finanzamt.de abrufen können. Die Anlage U ist von Ihnen und auch vom Empfänger der Ausgleichsleistungen zu unterschreiben.

Dies bedeutet z. B.: Nachdem Sie geschieden sind, können Sie bis zum Beginn der regulären Altersrente die Minderung Ihrer gesetzlichen Rente, welche durch den Versorgungsausgleich eingetreten ist, wieder ausgleichen. Dies geht durch Einmalzahlung oder in Raten. Wie hoch der Betrag ist, können Sie bei Ihrem Rentenversicherer erfahren. Ab dann haben Sie drei Monate Zeit, das Geld einzuzahlen.

Bei Leistungen zur Vermeidung des Versorgungsausgleichs spricht man auch von Abfindungen, um den Versorgungsausgleich abzuwenden. Die Leistungen können in einer Geldabfindung oder in der Übertragung von Gütern (z. B. Wertpapiere, Lebensversicherung) bestehen.

Beispiel: 

Der noch verheiratete Steuerzahler M hat einen Anspruch auf künftige Altersversorgung aufgrund einer gesetzlichen Rentenversicherung. Anlässlich der Scheidung verzichtet die Ehefrau F aufgrund einer Vereinbarung nach § 6 VersAusglG auf die Durchführung des Versorgungsausgleichs gegen eine  Ausgleichszahlung  von 40.000 €.

M kann die  Ausgleichszahlung als Sonderausgaben abziehen (§ 10 Abs. 1 Nr. 1b EStG), F muss sie als sonstige Einkünfte versteuern (§ 22 Nr. 1a EStG).

Anlage Sonderausgaben Papierformular

Anlage SO Papierformular

  •  Zinsen für ein Bankdarlehen absetzen

Wenn Sie die Ausgleichszahlung mit einem Bankdarlehen finanzieren, können Sie die Schuldzinsen als vorweggenommene Werbungskosten in der Anlage R Zeile 52 geltend machen. Die Zinsen führen auf diese Weise zu einem Verlust, der mit positiven Einkünften verrechnet werden kann. Die Zinsen sind absetzbar, weil sie mit Ihren künftigen - höheren - Rentenbezügen im Zusammenhang stehen.