Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

1.4 Belege und Nachweise

Einkommensteuererklärung

Die Steuerverwaltung verzichtet im Prinzip darauf, dass der Steuererklärung Belege beigefügt werden (Steuermodernisierungsgesetz, in Kraft ab 01.01.2017).

Belege müssen zwar (zumindest bis zur Rechtskraft des Bescheides) aufbewahrt werden. Belege sind mit der Einkommensteuererklärung indessen nur dann einzureichen, wenn in den Vordrucken oder Amtlichen Anleitungen ausdrücklich darauf hingewiesen wird; im Übrigen sind diese aufzubewahren (Belegvorhaltepflicht) und nur auf Anforderung des Finanzamts einzureichen.

Es besteht also keine gesetzliche Pflicht, Belege der Steuererklärung beizufügen. Belege müssen, wenn überhaupt, im Original vorgelegt werden. Kopien reichen dem Finanzamt nicht.

Können Belege nicht vorgelegt werden, müssen Sie damit rechnen, dass die Bearbeiter die Kosten nicht nur streicht, sondern auch einen entsprechenden Risikobearbeitungshinweis für die Folgejahre speichert, sodass künftig mit einer intensiveren Prüfung Ihrer Steuererklärung zu rechnen ist.

♦   Bestimmte Belege immer beifügen

Unabhängig davon, ob das Finanzamt Belege anfordert, sind der Steuererklärung bestimmte Belege immer beizufügen.

Die folgenden  Belege müssen Sie beifügen: 

  • Bescheinigungen über private Spenden (§ 50 Abs. 8 EStDV)
  • Behinderten-Nachweis im ersten Jahr oder bei späterer Änderung (Kopie reicht aus / § 65 Abs. 3 EStDV)
  • Steuerbescheinigung über anrechenbare Kapitalertragssteuer (nur i. V. mit Anträgen in Zeile 4, 5 oder 6 der Anlage KAP / § 36 Abs. 2 Nr. 2 Satz 3 EStG) 
  • Bescheinigung über Lohnersatzleistungen
  • Unterlagen über die Gewinnermittlung z. B. bei selbständigen Nebentätigkeiten 
  • Bescheinigung über anrechenbare ausländische Steuern
  • Nachweis der außergewöhnlichen Belastungen
  • Nachweis der Unterhaltszahlungen bei Bedürftigkeit des Empfängers
  • Nachweis von haushaltsnahen Dienstleistungen
    (Rechnung des Dienstleisters und Beleg des Kreditinstituts – Kontoauszug über
    die Zahlung auf das Konto des Erbringers der Dienstleistung)
  • Nachweis der Kinderbetreuungskosten (Rechnung des Dienstleisters und Beleg des Kreditinstituts – Kontoauszug über die Zahlung auf das Konto des Erbringers der Dienstleistung)
  • Lohnsteuerbescheinigungsdaten, soweit diese nicht durch den Arbeitgeber
    elektronisch an das Finanzamt übermittelt wurden: die Lohnsteuerkarte bzw. die
    besondere Lohnsteuerbescheinigung
  • Bescheinigung über vermögenswirksame Leistungen
  • Bescheinigung über geleistete Altersvorsorgebeiträge
  • Dies bedeutet: Belege über Arbeitsmittel oder Nachweise über Beiträge an Berufsverbände, Bestätigungen zu Lebens- oder Haftpflichtversicherungen und der von Ihrem Arbeitgeber ausgehändigte Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung müssen nicht eingereicht werden.  Wenn außergewöhnliche oder erstmalige Umstände die Höhe der Steuer beeinflussen, wird eine sofortige Belegeinreichung empfohlen. Dies ist beispielsweise bei beruflich bedingten Umzugsaufwendungen, der Begründung einer doppelten Haushaltsführung oder der Einrichtung eines häuslichen Arbeitszimmers der Fall.

01.22