Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

2.2.0 Ausbildung / Fortbildung

Die besten Steuertipps

Die Kosten der Ausbildung und Fortbildung werden im Steuerrecht unterschiedlich behandelt. Die Unterscheidung ist insoweit von Bedeutung, als die Aufwendungen in zwei verschiedene Formulare einzutragen sind und die steuerliche Abzugsfähigkeit unterschiedlich hoch ist.

  • Nicht abzugsfähig

Allgemeine Sprach- oder Computerkurse, Kurse an der Volkshochschule oder Fortbildungen in einem nicht ausgeübten Beruf werden steuerlich nicht berücksichtigt. Diese Kosten gehören zur privaten Lebenshaltung (§ 12 EStG).

♦   Fortbildungskosten 

Die Kosten einer Fortbildung sind in unbegrenzter Höhe als Werbungskosten abzugsfähig, einzutragen in die Anlage N Zeile 46.

  • Berufsfortbildung

Berufsfortbildung ist jede beruflich veranlasste Ausbildung oder Weiterbildung nach Abschluss der ersten Ausbildung oder des Erststudiums. Das können sein:  

  1. Umschulung in einer anderen Beruf,
  2. Fortbildungsseminare im ausgeübten Beruf,
  3. Studium nach einer Ausbildung (Lehre),
  4. Masterstudium nach einem Bachelorstudium,
  5. Zweitstudium. 
  • Erstattung durch den Arbeitgeber

Erhält der Arbeitnehmer Fortbildungskosten wie z. B. Kursgebühren von seinem Arbeitgeber später erstattet, handelt es sich dabei um Arbeitslohn, der steuerpflichtig und im Bruttolohn der Lohnsteuerbescheinigung enthalten ist. Die erstatteten und versteuerten Beträge sind als Werbungskosten abzugsfähig. Versteuerung und Abzug gleichen sich aus.   

Ausnahme

Fahrt-, Verpflegungs- und Übernachtungskosten in bestimmter Höhe darf der Arbeitgeber steuerfrei erstatten und sind nicht im Bruttolohn enthalten (§ 3 Nr. 16 EStG). Die steuerfrei erstatteten Beträge dürfen nicht als Werbungskosten eingetragen werden (§ 3c EStG). Nur soweit sie nicht steuerfrei sind, können sie als Werbungskosten berücksichtigt werden. 

♦   Ausbildungskosten 

Aufwendungen für eine Berufsausbildung sind bis maximal 6.000 € pro Jahr als Sonderausgaben abzugsfähig, einzutragen in die Anlage Sonderausgaben Zeile 13

Zur Berufsausbildung gehören

  • Besuch einer allgemeinbildenden Schule, 
  • erste Berufsausbildung in einem Mitgliedstaat der EU, in Norwegen, Liechtenstein, Island oder der Schweiz,
  • Erststudium, egal in welchem Land.